10.07.2013

Der 1. Aufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen für die Internationale NAMA-Fazilität ist eröffnet

Am 10. Juli 2013 haben das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und das britische Ministerium für Energie und Klimawandel (DECC) erstmalig zur Einreichung von Projektvorschlägen für die Internationale NAMA-Fazilität aufgerufen.

Um im Auswahlverfahren berücksichtigt zu werden, müssen Projektvorschläge bis zum 2. September 2013 als MS-Excel-Dokument an contact(at)nama-facility.org geschickt werden.

Wie bei den Klimaverhandlungen 2012 in Doha, Katar, angekündigt, haben Deutschland und Großbritannien die NAMA-Fazilität gemeinsam eingerichtet und mit einer Anfangssumme von 70 Millionen Euro ausgestattet. Die Mittel dienen der Unterstützung von Entwicklungs- und Schwellenländern, die eine führende Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels einnehmen und anspruchsvolle Klimaschutzmaßnahmen (NAMAs) durchführen wollen.

Im internationalen Klimaprozess wurden NAMAs (nationally appropriate mitigation actions - national angemessene Minderungsmaßnahmen) als freiwillige Klimaschutzmaßnahmen von Entwicklungs- und Schwellenländern etabliert. NAMA sind in die jeweiligen nationalen Entwicklungspläne eingebettet und tragen dazu bei, das jeweilige Land auf einen emissionsarmen Entwicklungspfad zu bringen.

Entwicklungs- und Schwellenländer haben in den vergangenen Jahren eine Vielzahl ambitionierter Klimaschutzmaßnahmen vorbereitet - auch mit Unterstützung im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Der Zugang zu Finanzierungsmitteln für die Umsetzung mittels bestehender privatwirtschaftlicher oder öffentlicher Kanäle hat sich jedoch, insbesondere für sehr innovative NAMA, als schwierig erwiesen. Die NAMA-Fazilität baut auf frühere Unterstützung auf und zielt darauf ab, den Bedarf an maßgeschneiderten Klimaschutzfinanzierungen zu decken, indem sie die die Umsetzung ehrgeiziger NAMA in den einzelnen Ländern unterstützt und so spezifische Reduzierungen von Treibhausgasemissionen vor Ort ermöglicht.

In einem wettbewerbsbasierten Auswahlprozess wird beurteilt, ob die von Regierungen oder Durchführungsorganisationen eingereichten Projektvorschläge die allgemeinen Förderbedingungen sowie Ambitionskriterien erfüllen. Die so ausgewählten Projektvorschläge durchlaufen dann eine zweite Bewertungsphase, in der umfassende Machbarkeitsstudien durchgeführt werden, die dann dem Direktorium der Fazilität vorgelegt werden, bevor es seine endgültige Förderentscheidung trifft. Dieser zweistufige Prozess soll eine reibungslose Umsetzung gewährleisten, wenn die endgültige Entscheidung für eine Finanzierung getroffen wurde.

Die im Rahmen des NAMA-Programms unterstützten Projekte können sämtliche Instrumente der Entwicklungszusammenarbeit nutzen, der Schwerpunkt liegt jedoch auf der Mobilisierung von Kapitalinvestitionen für einen transformativen Wandel.