19.09.2013

Expertenaustausch zur Entwicklung der Versicherungsmärkte im Zusammenhang mit Klimaereignissen

Menschengruppe aus Vogelperspektive

Quelle: GIZ/Peru

Vom 16. bis 18. Juli 2013 kamen in Peru über 180 Experten zum Thema Versicherungen und Klimawandel aus 14 Ländern, darunter neun lateinamerikanische Staaten, zu einem Workshop zusammen. Den Workshop "Entwicklung der Versicherungsmärkte im Zusammenhang mit Klimaereignissen" hatte das von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) geförderte Projekt "Versicherungen für Kleinagrarkredite zur Anpassung an den Klimawandel" organisiert, das die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Peru umsetzt. Vertreten waren staatliche Behörden auf nationaler und subnationaler Ebene, Regulierungsbehörden, Versicherer und Rückversicherer, Finanzinstitutionen, Forschungseinrichtungen und Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit.

Während des dreitägigen Workshops diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene Ansätze für die dynamische Entwicklung von Versicherungsmärkten im Kontext des Klimawandels in Lateinamerika. Dabei erarbeiteten sie Strategien und Leitlinien für den öffentlichen und privaten Sektor und erörterten, welche Rollen die jeweiligen Partner einnehmen müssen. Unter den Teilnehmern waren hochranginge Entscheidungsträger wie der peruanische Minister für Landwirtschaft und Bewässerung, Milton Von Hesse. In seiner Eröffnungsrede machte er deutlich, dass Katastrophenrisikomanagement und Strategien zum Risikotransfer Teil der sektoralen Politik sein muss. Neben zahlreichen fachliche Vorträgen speisten Vertreterinnen und Vertreter der durch die IKI geförderten Versicherungs-Projekte aus Ghana und der Karibik, sowie der Frankfurt School und den Vereinten Nationen internationale Projekterfahrungen ein.

Die wichtigste Erkenntnis aus dem Workshop: Einfache Lösungen gibt es für diese komplexe Herausforderung nicht. Und gut funktionierende, nachhaltige und landesweite Systeme sind rar gesät. David Hatch vom Interamerikanischen Institut für Zusammenarbeit in der Landwirtschaft (IICA) warnte vor diesem Hintergrund vor fehlender Initiative: "Länder, die nicht unmittelbar mit Rückversicherern Produkte entwickeln, werden langfristig an der Bewältigung von klimabedingten Risiken scheitern. Die Rückversicherer haben bereits die Erfahrungen, die sie dafür benötigen."

Joachim Herbold von der Münchener Rückversicherung fasste die Botschaft des Workshops in einem Interview gut zusammen: "Man muss zunächst das System entwickeln, und dann erst das Versicherungsprodukt." Versicherungen sind eine wichtige und innovative Handlungsoption für den Umgang mit extremen Wetterereignissen. Sie verhindern zwar nicht den Verlust von Menschenleben oder Vermögenswerten, vermindern aber die wirtschaftlichen Auswirkungen und ermöglichen einen besseren Wiederaufbau nach Katastrophen. Gut konzipierte Versicherungslösungen wirken dabei auch als Marktinstrument, indem sie riskantes Verhalten bestrafen, Sensibilisierungsmaßnahmen fördern und die Katastrophensicherung zu einem Kernpunkt wirtschaftlicher und finanzieller Entscheidungen der Anpassung an den Klimawandel machen.