09.03.2016

IKI-Projekt beeindruckt beim Karneval in Goa

Ein Karnevalswagen in FischformBeim Karnevalsumzug im indischen Goa erregte ein Wagen mit einer "Kheldho"-Figur, die komplett aus Meeresabfällen gebaut war, viel Aufmerksamkeit. Errichtet wurde die Figur vom Projekt "Conservation and Sustainable Management of Coastal and Marine Protected Areas" (CMPA), das von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zusammen mit dem Goa Forest Department umgesetzt wird. Der ungewöhnlich gestaltete Umzugswagen sollte die Zuschauer dafür sensibilisieren, zu erkennen, dass die Verschmutzung durch Abfälle die größte Bedrohung für die Weltmeere bedeutet. Ein großer Teil des Meeresabfalls besteht aus Plastik, einem nicht abbaubaren künstlichen Material. Wie eine neue Studie ergab, werden unsere Weltmeere bis 2050 mehr Plastikteile als Fische enthalten.

Ein Fischmund geformt aus Müll und PappmachéDer Schlammspringer, eine einmalige Fischspezies, die in Indien "Kheldho" genannt wird, ist in den Mündungen der indischen Flüsse sowie in den Wattlandschaften vor der Küste weit verbreitet. Hier befinden sich auch die Pilotstandorte des CMPA-Projekts, das in den Küstenbundesstaaten Goa, Gujarat, Maharashtra und Tamil Nadu tätig ist. Der Schlammspringer verbringt mehr Zeit an Land als im Wasser; zum Überleben ist er aber auf die sauberen Flussdeltas und Mangrovenwälder Goas angewiesen. Zu den Besonderheiten des Schlammspringers zählt die Tatsache, dass er mithilfe seiner Haut atmen kann, solange er an Land ist. Das Verschwinden des Schlammspringers könnte ein Hinweis auf die Degradierung der Flussmündungen in der Region sein.

Vom 6. bis 9. Februar wurde in Goa Karneval gefeiert. Der Karneval ist im indischen Bundesstaat Goa ein wichtiges Fest, das kurz vor der Fastenzeit stattfindet. Mehr als 400.000 in- und ausländische Touristen sahen sich in diesem Jahr den Karnevalsumzug an und waren von dem komplett aus Meeresabfällen gebauten "Kheldho" begeistert: Der Körper des Fisches bestand aus leeren Mineralwasserflaschen, In jeder Flasche steckte eine LED, die den Schlammspringer beleuchtete und die Konturen des Fisches hervorhob. Der Kopf des Schlammspringers war aus Pappmaché und ineinander verknäulten Dosen gemacht, während abwechselnd gelb und rot gehaltene Streifen aus altem Maschendraht und Dosen den Schwanz bildeten.

Ein Fischschwanz geformt aus Maschendraht und alten BierdosenFrau Aradhana Seth und ihr Team in Goa haben den Umzugswagen in enger Zusammenarbeit mit dem Technischen Berater der GIZ, Dr. Aaron Lobo, sowie mit Mitarbeitern und Führungskräften des Goa Forest Department gebaut. Die Aktion hat nicht nur das CMPA-Projekt stärker sichtbar gemacht, sondern auch die Arbeit des Goa Forest Department in den Fokus gerückt, das als Hauptpartner des CMPA-Projekts in Goa einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Mangrovenwälder leistet. Damit die Aktion nicht nur eine kurzfristige Wirkung hat, plant das Goa Forest Department, den Wagen auf einem beliebten öffentlichen Platz auszustellen, wo ihn jeder sehen kann.

Mit dem "Kheldho" will das Projekt auf die anthropogenen Umweltschäden hinweisen, unter denen Flüsse und Flussdeltas zu leiden haben, und die sich negativ auf die Lebensgrundlagen in der Region auswirken, zu denen unter anderem der Fischbestand zählt. Das CMPA-Projekt ist eines der Flaggschiff-Projekte der deutsch-indischen technischen Zusammenarbeit, mit der die Aichi-Ziele der Biodiversitätskonvention unterstützt werden. Das Projekt wird von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert und vom Ministry of Environment, Forests and Climate Change (MoEFCC), der indischen Regierung und der GIZ im Namen des BMUB durchgeführt.

Ein MannDas Projekt arbeitet in enger Zusammenarbeit mit dem Goa Forest Department daran, das Management des Küsten-Ökosystems im Dr. Salim Ali-Vogelschutzgebiet zu verbessern. An den Maßnahmen sind verschiedene lokale Stakeholder beteiligt. Das CMPA-Projektteam entwickelt zusammen mit den Verantwortlichen im Forest Department ein Konzept für ein Mangroven-Informationszentrum und arbeitet an der Formulierung eines Plans für die touristische Bewirtschaftung der Insel Chorao. Das Gesamtziel besteht darin, einen Beitrag zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt in ausgewählten Gebieten entlang der indischen Küste zu leisten.


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