02.05.2016

IKI fördert Naturbewusstsein durch Projekte weltweit

Kaffepflanzen werden gegossen

Kaffeepflänzchen in einer Baumschule in der Stadt Gojeb. Foto: Bruno d’Amicis

Am 27. April hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks gemeinsam mit Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamt für Naturschutz, die neue Studie zu Naturbewusstsein in Deutschland vorgestellt. Die Studie zeigt, dass der Naturschutz für eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung eine hohe Bedeutung hat. 93% der Befragten sieht es als Pflicht des Menschen an, die Natur zu schützen.
Das Bewusstsein für den Wert der Natur zu stärken ist auch ein internationales Anliegen der Vertragsstaaten des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD), zu denen Deutschland gehört. So wird im ersten Aichi-Biodiversitätsziel gefordert, dass sich die Menschen zum einen über den Wert der Artenvielfalt bewusst werden und zum anderen verstehen, wie sie Biodiversität schützen und erhalten können.

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMUB) unterstützt dieses Ziel durch eine Vielzahl an Projekten weltweit. Mit dem Projekt
Anpassung an den Klimawandel mit und für Kinder in Südostasien sollen vor allem junge Menschen für Klimathemen sensibilisiert werden. Auf den Philippinen, in Thailand und Indonesien soll deshalb Wissen über den Klimawandel in die Bildungspläne integriert werden. Auf diesem Weg können Kinder und Jugendliche ihr Wissen an ihre Familien und Gemeinden weitergeben, um lokal angemessene Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu entwickeln. Vor Ort führt Plan International Deutschland im Auftrag der IKI dieses Projekt in den drei Ländern durch. Die Gebiete, in denen Plan International aktiv ist, sind stark von extremen Wetterereignissen, wie zum Beispiel Überschwemmungen, Sturmfluten und Erdrutschen, betroffen. In den Projektgebieten auf den Philippinen hat beispielsweise der Taifun Haiyan 2013 große Schäden verursacht. Strategien zu entwickeln, durch die das Ausmaß solcher Katastrophen gemindert werden kann, sind daher für die Bevölkerung lebenswichtig.

Auch in der bolivianischen Stadt La Paz spüren die Menschen die Auswirkungen des Klimawandels stark. Aufgrund des Abschmelzens der Gletscher wird die Wasserversorgung ein immer größeres Problem. Mit einem bereits abgeschlossenen Projekt in La Paz förderte die IKI von 2011 bis 2014 deshalb zum einen die Erstellung von Managementplänen für Schutzgebiete und zum anderen Umweltbildungsprogramme für die Zivilgesellschaft. Durch das Projekt wurden Landnutzungspläne für die Gebiete Zongo und Hampaturi entwickelt und ein Fonds als Kompensationsmechanismus aufgesetzt. Lokale Gemeinden unterzeichneten außerdem ein Übereinkommen zum Naturschutz. Das Projekt wurde von der Umweltorganisation The Nature Conservancy (TNC) durchgeführt und von der IKI mit 400.000 Euro unterstützt.

In Äthiopien fördert die IKI mit einem Projekt Gemeindebasierte Schutzkonzepte für die Ursprungsregion des Wildkaffees. Ziel ist, die Bergnebelwälder und Feuchtgebiete des Kafa-Biospährenreservats zu renaturieren. Um ein besseres Verständnis für die einmalige biologische Vielfalt in der Region zu stärken, werden Entwicklungs- und Bildungsprogramme aufgebaut. Vor Ort führt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) das Projekt mit lokalen Partnerinstitutionen durch. Dafür stellt die IKI 2,4 Millionen Euro zur Verfügung.

Damit positive Beispiele für Umwelt- und Naturschutz auch die Öffentlichkeit erreichen, förderte die IKI das Multimediaprojekt "Global Ideas" in Kooperation mit der Deutschen Welle. In kurzen TV-Reportagen werden durch das international ausgestrahlte Fernsehprogramm Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern präsentiert, die sich zum Beispiel für den Schutz der Flora und Fauna einsetzen. Mit einer Vielzahl mehrsprachiger multimedialer Elemente und durch die Verbreitung über unterschiedliche Plattformen und Wege erreicht das Projekt eine weltweite Zuhörerschaft, insbesondere auch unter Internetnutzern und leistet einen wertvollen Beitrag zu Naturbewusstsein auf der ganzen Welt. Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem UmweltMedienpreis 2015 der Deutschen Umwelthilfe in der Kategorie „Online“.

Um Wissen über den Klimaschutz zu fördern, sowie wissenschaftliche Methoden und Techniken weiterzuentwickeln vergibt die IKI gemeinsam mit der Alexander von Humboldt-Stiftung Internationale Klimaschutzstipendien für Nachwuchsführungskräfte aus Schwellen- und Entwicklungsländern. Knapp 60 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus 37 Ländern haben bisher daran teilgenommen. Während Forschungsaufenthalten in Deutschland beschäftigten sie sich beispielsweise mit Regelungen zur Regenwassernutzung, globalen Klimasimulationen oder Nachhaltigkeitsstrategien für Unternehmen.