11.11.2011

Internationaler Workshop zu Versicherungslösungen zur Anpassung an den Klimawandel 

Vom 12. bis 14. Oktober 2011 fand in Lima auf Einladung des peruanischen Umweltministeriums ein internationaler Workshop zu "Versicherungen zur Anpassung an den Klimawandel für den öffentlichen, produktiven und Finanzsektor" statt. Das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH durchgeführte Projekt der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) "Versicherungen zur Anpassung an den Klimawandel" organisierte die Veranstaltung zusammen mit den peruanischen Partnerministerien, der United Nations International Strategy for Disaster Reduction, der Schweizerischen Eidgenossenschaft und weiteren Institutionen. Der Workshop zielte darauf ab, innovative Mechanismen der Vor-Finanzierung zur Anpassung an den Klimawandel zu diskutieren.

Über 170 Expertinnen und Experten aus öffentlichen Institutionen, Nichtregierungsorganisationen, Privatwirtschaft oder von Initiativen und Interessenverbänden aus Lateinamerika und anderen Ländern nahmen an dem Workshop teil. Unter den Vortragenden befanden sich hochrangige Gäste wie Andrew Maskrey, Chef der Einheit für Katastrophenreduzierung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, Dr. Koko Warner, Direktorin der Munich Climate Insurance Initiative und Dr. Jerry Skees, Präsident von GlobalAgRisk, einer auf Indexversicherungen spezialisierte Consultingfirma.

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf indexbasierten Versicherungen. Im Gegensatz zu traditionellen Versicherungen, die erst zahlen, wenn der Schaden eingetreten ist, stützen sich diese Versicherungen auf einen Indikator, beispielsweise die Niederschlagsmenge oder die Meerestemperatur, welcher in der Versicherungspolice festgelegt ist. Ist der Indikator erreicht, löst das die Auszahlung der Versicherungssumme aus - unabhängig von den tatsächlichen Schäden. So entfallen aufwändige Schadensmessungen, die sonst Verwaltungskosten in die Höhe treiben. Dadurch werden die Versicherungen auch für ärmere Bevölkerungsschichten erschwinglich. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten zudem über die Bedeutung von Public Private Partnerships (PPP) für die erfolgreiche Verbreitung von Versicherungen sowie über die Frage, wie den zukünftigen Kunden Funktionsweise und Vorzüge von Versicherungen vermittelt werden können. Ihre Sensibilisierung sowie der Aufbau einer Versicherungskultur gerade in wenig entwickelten, ländlichen Gebieten sind wichtige Voraussetzungen für den langfristigen Erfolg von Versicherungen gegen Klimarisiken.

Alle Vortragenden betonten, dass die Bedeutung von Versicherungsprodukten im Kontext des weltweiten Klimawandels steige. Die anwesenden Expertinnen und Experten hielten es für wichtig vorausblickende präventive Maßnahmen gegenüber der rückwirkenden Notfallhilfe weiter zu stärken. Eine der größten Herausforderung für die Entwicklung von indexbasierten Versicherungen ist der Aufbau von zuverlässigen Informationssystemen, die Verarbeitung der Daten und ein verbesserter, transparenter Zugang zur Information. Eine Blaupause gibt es jedoch nicht: Der richtige Mix an Instrumenten muss auf jedes Land, die gegebenen Klimarisiken und die jeweiligen Klienten angepasst werden. Um solche Versicherungslösungen und den Markt dafür weiterzuentwickeln, müssen funktionierende institutionelle Strukturen aufgebaut und die Zusammenarbeit zwischen Regierungsinstitutionen, privaten Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen, Forschungseinrichtungen und möglichen Klienten verbessert werden. Die Anwesenden beschlossen, den Informations- und Erfahrungsaustausch in Lateinamerika und der Karibik zu fördern und Workshops zu dieser Thematik in der Region zu organisieren.

Als eine von insgesamt vier Veranstaltungen war der Workshop Teil der vom peruanischen Umweltministerium ausgerufenen "Internationalen Woche des Klimarisikomanagements" in Lima.