28.01.2016

Schutzgebiete als Teil der Bekämpfung des Klimawandels

Flusslandschaft im Yasuni-Nationalpark.

Schutzgebiet Yasuní in Ecuador. Foto: Oliver Hölcke / IKI

RedParques, das Netzwerk von lateinamerikanischen Schutzgebietsbehörden, hat auf der Pariser Klimakonferenz die "RedParques Deklaration zu Schutzgebieten und Klimawandel" vorgestellt. Die Erklärung ruft zur Integration von Schutzgebieten in nationale und globale Klimaplanungs- und Finanzierungsprozesse auf und unterstreicht deutlich, welch bedeutende Rolle Schutzgebiete als natürliche und kosteneffiziente Lösung zur Minderung von Treibhausgasemissionen und Anpassung an den Klimawandel spielen. Die Erklärung wurde von 18 Staaten unterschrieben und gemeinsam mit dem World Wild Fund for Nature (WWF) und dem Bundesumweltministerium (BMUB) präsentiert und vom peruanischen Umweltminister Manuel Pulgar Vidal unterstützt.

Die Deklaration betont, dass eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit zur Lösung globaler Probleme nötig ist und darüber hinaus erkennt sie die wichtige Rolle indigener Völker und lokaler Gemeinden für das Management von Schutzgebieten an. Sie fordert die Ausweitung der bisherigen technischen, wissenschaftlichen und finanziellen Maßnahmen in diesem Bereich. Schutzgebiete erhalten eine "grüne Infrastruktur", die nicht nur für die Umsetzung von Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen benötigt wird, sondern auch die sozialen, kulturellen und ökonomischen Interessen der Gesellschaft und der indigenen Bevölkerung schützt. In Lateinamerika zum Beispiel existieren fast 2000 Schutzgebiete, 390 davon alleine im Amazonasbiom, die mit ihren natürlichen Ökosystemleistungen für den Menschen und den Planeten immer noch systematisch unterschätzt werden.

Die RedParques Klimadeklaration entstand im Rahmen des Projektes "Stärkung der Widerstandskraft des Amazonas Bioms", das von der Internationalen Klimaschutzinitiative des BMUB mit 1,9 Mio. Euro gefördert wird. Sie wurde am 10. Dezember offiziell an das UNFCCC Sekretariat in Paris übergeben und fand große mediale Beachtung. Zuvor hatte bereits Prince Charles (Präsidentschaft WWF Großbritannien) die Bedeutung dieser lateinamerikanischen Initiative gewürdigt.

Ruth Irlen, Referentin für Waldschutz und nachhaltige Waldbewirtschaftung des BMUB, erwähnte während einer Veranstaltung auf der COP21 in Paris das deutsche Engagement in diesem Bereich: "Deutschland kann zum Thema "Schutzgebiete als Lösung des Klimaproblems" bereits mit Maßnahmen im Bereich Biodiversität und REDD+ Finanzierung beitragen."

Als großer Erfolg wird auch gewertet, dass der Zusammenhang zwischen Schutzgebieten und Klimawandel in mehreren Paragraphen und Artikeln des Pariser Abkommens erwähnt wird. Zum Beispiel in Artikel 5 ("Durchführung von Maßnahmen im Bereich des Waldschutzes"), Artikel 7 und 8 ("Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen") und Artikel 7 ("Management von nachhaltigen Ressourcen").


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