10.06.2015

Solaratlas für Indien veröffentlicht: Meilenstein für den globalen Klimaschutz

Person am Rednerpult, daneben sitzen fünf Personen am Tisch

Herr Tarun Kapoor vom indischen Ministerium für Neue und Erneuerbare Energien (MNRE) hält die Eröffnungsrede. Foto: GIZ / Indradip Mitra

Ob für Photovoltaikanlagen oder solarthermische Kraftwerke – Solarstrahlungsdaten sind die zwingend erforderliche Grundlage für die richtige Investitionsentscheidung. Indien, das zweitbevölkerungsreichste Land der Erde, wird dank Unterstützung aus Deutschland dafür nun auf präzise Daten für Standortbestimmung und Ertragsberechnung zurückgreifen können. Mit dem "Indian Solar Radiation Atlas", der nun erstmals in der Öffentlichkeit präsentiert wurde, unterstützt das Bundesumweltministerium (BMUB) das Ziel der indischen Regierung, bis zum Jahr 2022 Solarenergiekapazitäten von 100 GW aufzubauen. Damit wird auch ein relevanter Beitrag für Indiens Strategie zur Bekämpfung des Klimawandels geleistet. Partner des BMUB ist das indische Ministerium für Neue und Erneuerbare Energien (Ministry of New and Renewable Energy; MNRE).

Der indische Solaratlas ist die erste interaktive Datenbank des großen Schwellenlandes zur Erfassung der Sonneneinstrahlungsdaten. Er speist sich aus Satellitendaten und aus den Daten eines der größten nationalen Netzwerke für Präzisionssolarstrahlungsmessungen weltweit. An über 120 Standorten in allen Bundesstaaten Indiens wurden innerhalb von drei Jahren Überwachungsstationen für Solarstrahlung installiert. Dabei sind über die Hälfte der Messstationen an Bildungseinrichtungen untergebracht, sodass eine Vielzahl von Forschungsaktivitäten angestoßen werden konnte. Die Stationen messen die Global-, Direkt- und Diffusstrahlung und geben damit verlässlich Auskunft über die besten Standorte für die Errichtung von solaren Kraftwerken. Zusätzlich können vier Hochpräzisionsmessgeräte die Luftreinheit messen.

Die Ergebnisse dienen Projektentwicklern, politischen Entscheidungsträgern und Finanzinstituten, um sich über die Wirtschaftlichkeit von Standorten zu informieren. Durch die verbesserten Rahmenbedingungen zur Planung und Implementierung von Solarprojekten wird ein unmittelbarer Beitrag zur Dekarbonisierung des indischen Energiesektors und damit zur Erreichung des international vereinbarten Zwei-Grad-Ziels im Kampf gegen die globale Erwärmung geleistet. Neben einer verbesserten Luftqualität bedeutet die Nutzung Erneuerbarer Energien eine geringere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, die bisher in großem Stil importiert werden müssen.

Der indische Solaratlas wurde von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des BMUB im Rahmen des Projekts "Solar Mapping und Monitoring" (SolMap) mit knapp 2,0 Millionen Euro gefördert. Das Projekt wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt und ist Teil des Indisch-deutschen Energieprogrammes (IGEN).

Darüber hinaus wird der Solaratlas als Teil der "Global Atlas"-Initiative der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (International Renewable Energy Agency; IRENA) einen wertvollen Baustein zur weltweiten Erfassung von Potenzialen für die Anwendung Erneuerbarer Energien bilden. Der internationalen Fachöffentlichkeit wird der Atlas erstmals im Rahmen der Intersolar Europe, der weltweit führenden Fachmesse für die Solarwirtschaft, im Juni 2015 in München vorgestellt.