31.10.2016

Waldschutz mit einem ökologischen und sozialen Mehrnutzen

Gruppenbild

Das Projektteam feiert den erfolgreichen Abschluss des Vorhabens; Foto: SNV Vietnam

Am 10. Oktober 2016 wurde das Projekt Ökologische und soziale Co-Benefits durch REDD+ in Südostasien (MBREDD+) erfolgreich abgeschlossen. Damit konnte im Rahmen der Initiative zur Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Waldschädigung (REDD+) ein wichtiger Meilenstein erreicht werden. Gleichzeitig wurde die Grundlage für die Übertragung in andere Teile der Welt gelegt.

Das Projekt hat die Regierungen von Vietnam und Laos bei der Umsetzung von nationalen Programmen unterstützt, die zur Minderung von REDD-Emissionen  beitragen und dabei soziale und ökologische Co-Benefits bieten.
Zur Abschlussveranstaltung, die im waldreichen zentralen Hochland Vietnams stattfand, kamen mehr als 70 Teilnehmende aus Laos und Vietnam, darunter Vertreterinnen und Vertreter aus Ministerien, Waldschutzbehörden, UN-REDD+-Büros, Forschungsinstituten und Medien sowie Waldbesitzer.

Das MBREDD+-Projekt wurde von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert und von der niederländischen Organisation für Entwicklungszusammenarbeit SNV gemeinsam mit den Regierungen von Vietnam (Vietnam Administration of Forestry – VNFOREST) und Laos (Department of Forestry and Resource Management – DFRM) umgesetzt.

„Bei dem MBREDD+-Projekt hat SNV den innovativen Co-Benefits-Ansatz angewendet, um die ökologischen und sozialen Risiken zu minimieren und den größtmöglichen ökonomischen, ökologischen und sozialen Nutzen für die Menschen vor Ort zu erreichen“, erklärt Richard Rastall, Technischer Berater für REDD+ bei SNV.

Zwei Männer messen Baumumfang

In Vietnam wurde MBREDD+ in den beiden Provinzen Lam Dong und Ca Mau sowie auf der nationalen Ebene realisiert. Dabei hat das Projekt im Laufe der letzten drei Jahre bemerkenswerte Ergebnisse erzielt. Dazu gehören eine Reihe von Wissensprodukten, die auf verschiedenen lokalen, nationalen und internationalen Veranstaltungen vorgestellt wurden: die National Safeguards Roadmaps und das Participatory Subnational Planning, bei deren Entwicklung die Regierungen und lokalen Partner von SNV unterstützt wurden. Auf der Veranstaltung wurden zahlreiche Lernerfahrungen, die auf unterschiedlichen Ebenen gesammelt worden waren, offen ausgetauscht.

„Ich denke, dass die eigentliche Wirkung des Projekts in der beispielhaften Entwicklung von partizipatorischen und inklusiven Strategien und Prozessen zur Armutsbekämpfung liegt, die die Gestaltung von REDD+-Maßnahmen in Vietnam auch künftig beeinflussen und prägen werden. Darüber hinaus ist entscheidend, dass das Projekt diese Strategien vor Ort in Lam Dong getestet hat. Dadurch ist es gelungen, das Bewusstsein für die Problematik auf Ebene der Provinzen und Kommunen zu stärken“, ergänzt Rastall.

Auf Grundlage der Erfahrungen aus dem MBREDD+-Projekt führt SNV seit Anfang 2016 in Vietnam, Ghana und Peru das Projekt „Operationalisierung der Safeguard-Anforderungen für den Erhalt ergebnisbasierter Zahlungen durch nachhaltige nationale REDD+-Programme“ durch, das ebenfalls vom BMUB finanziert wird. Dieses Projekt fördert einen so genannten country-led safeguards approach (CSA – Konzept für ländergeführte Schutzmechanismen), der die Erfüllung nationaler und internationaler Zusagen unterstützen soll. Dabei greift das Projekt auf das vorhandene staatliche Kontroll- und Steuerungsinstrumentarium zurück.

„Zwar haben wir das MBREDD+-Projekt abgeschlossen, aber es gibt noch viel zu tun. Der Erfolg des Projekts sowie die dabei in Südostasien gewonnenen Lernerfahrungen bereiten den Weg für die Übernahme dieses innovativen Modells beispielsweise durch afrikanische oder lateinamerikanische Länder.“, so Ly Thi Minh Hai, Projektmanagerin von MBREDD+.

Frau am Rednerpult


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