18.01.2013

Lebensbedingungen und Wassermanagement in Mittelamerika verbessern

Fluss

Quelle: IUCN/Ariel Amoroso

Für viele Regionen der Erde sind die Folgen des Klimawandels nicht mehr reine Zukunftsszenarien, sondern bereits zur alltäglichen Bedrohung geworden, zum Beispiel in Mittelamerika: Dort zwingen Überschwemmungen und tropische Stürme die Küstenbewohner bereits heute, sich weiter im Inland niederzulassen. Die natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen in den betroffenen Regionen sind bedroht, so dass gezielte Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel notwendig sind. Schutz und nachhaltiges Management bestimmter Ökosysteme könnten den Menschen vor Ort helfen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Dennoch werden diese Herausforderungen auf der politischen Ebene oft noch nicht umfassend adressiert. Insbesondere Wassereinzugsgebiete an Landesgrenzen sind schwierig zu bewirtschaften, da verschiedenen Sektoren wie Forst- und Landwirtschaft oder Wassermanagement unterschiedliche Gesetze zu Grunde liegen. Es erfordert einen hohen Koordinierungsaufwand, um Anpassungsstrategien unter diesen Bedingungen zu erarbeiten sowie entsprechende Ressourcen und Fähigkeiten gezielt einzusetzen.

Wassermanagement und Anpassung an den Klimawandel verknüpfen

Um den politischen Entscheidungsträgern die Dringlichkeit und die Handlungsmöglichkeiten klar vor Augen zu führen, verknüpft ein Projekt der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) die Themen Klimawandel und Wassermanagement. Denn der Zugang zu grenzüberschreitenden Wasserressourcen sowie die Wasserqualität sind von großer Bedeutung für alle Länder in der Region. Das Projekt, durchgeführt durch die International Union for Conservation of Nature (IUCN), untersucht diese Zusammenhänge und stellte die Ergebnisse der Studien den relevanten Akteuren in El Salvador, Costa Rica, Panama und Mexico zur Verfügung. Durch Workshops, Diskussionsrunden und Beratung für politische Entscheidungsträger, Fachexperten und andere regionale Akteure aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft vermittelt es das notwendige Wissen über Methoden der ökosystembasierten Anpassung (EbA). So gewappnet und unterstützt durch überregionale Austauschformate, können die Akteure nun Koordinationsmechanismen für Wassernutzung etablieren und systematisch EbA-Richtlinien in nationale Planungsprozesse aufnehmen.

Ökosysteme vor Ort schützen und nachhaltig nutzen

Das IKI-Projekt widmet sich neben der Analyse von politischen Rahmenbedingungen auch deren praktischer Umsetzung und testet beispielhaft innovative Instrumente zum Management von Wassereinzugsgebieten. Bisher entwickelten die Projektpartner Anpassungspläne für sechs Pilotgebiete und führten Maßnahmen zusammen mit der lokalen Bevölkerung durch. Zum Beispiel am unteren Lauf des Paz-Flusses in El Salvador: Hier stellten die ansässigen Gemeinden das stark versandete Einzugsgebiet der heimischen Mangrovenart wieder her und pflanzten 450.000 neue Mangrovenpflanzen. Im binationalen Sixola Flussbecken in Costa Rica und Panama arbeitet das Projekt zusammen mit den indigenen Gemeinschaften daran, die hohe biologische Vielfalt zu erhalten und sie nachhaltig zum Wohle der Bevölkerung zu nutzen. Auf einer vom Projekt organisierten landwirtschaftlichen Messe wurden die Zusammenhänge zwischen dem Erhalt der biologischen Vielfalt, dem Klimawandel und der Ernährungssicherung aufgezeigt. Zudem identifizieren und fördern die Projektpartner landwirtschaftliche Anbau-Methoden, die die Verwundbarkeit der Region verringern. Durch Maßnahmen wie diese werden die Menschen in der Region nicht nur weniger verwundbar für die Folgen des Klimawandels, oftmals können sie so gleichzeitig ihre aktuellen Lebensbedingungen verbessern.


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