04.09.2015

Schutz von Korallenriff in Brasilien

Im brasilianischen Tamandaré startete ein neues IKI-Vorhaben zum besseren Schutz und zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen des Küsten- und Meeresraums

Gruppenfoto mit vielen Personen vor einem großen Terramar-Plakat

Gruppenfoto zur Kick-off Veranstaltung des neuen IKI-Projekts; Foto: Sergio Poggi

Ministerialrätin Dr. Ostermeyer-Schlöder hat am 17. August in Vertretung von Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks das brasilianisch-deutsche Projekt "Schutz und integriertes Management von Meeres- und Küstenbiodiversität - TerraMar" in Brasilien feierlich eingeweiht. Das Vorhaben mit Gesamtprojektkosten von 11 Millionen Euro wird von der IKI des Bundesumweltministeriums mit einer Fördersumme von bis zu sechs Millionen Euro unterstützt. Brasiliens Beitrag beträgt fünf Millionen Euro. Umgesetzt wird das Vorhaben durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Am Festakt nahmen nationale und regionale Vertreter des brasilianischen Umweltministeriums (MMA), ihrer nachgeordneten Naturschutzbehörde (ICMBio), sowie Vertreter der Landesregierungen der vier in das Projekt involvierten Bundesstaaten Pernambuco, Alagoas, Bahia und Espírito Santo teil.

Die brasilianische Küste zählt zu den weltweit längsten und beheimatet eine einzigartige Biodiversität. Die fragilen marinen Ökosysteme, ganz besonders Korallenriffe, werden allerdings von Illegaler Fischerei, nicht nachhaltigem Tourismus, aber auch durch unkontrollierte Erweiterungen von Küstenstädten sowie Umweltkatastrophen bedroht. Das Vorhaben wird im über 400.000 Hektar großen Meeresschutzgebiet APA (Área de Preservacao Ambiental) an der Costa dos Corais arbeiten. Dieser etwa 135 Kilometer lange Küstenabschnitt an der Nordostküste Brasiliens vor der Küste der Bundesstaaten Pernambuco und Alagoas gilt als einer der größten Korallenriffe Südamerikas. Ebenfalls geschützt werden soll die vorgelagerte Inselgruppe Abrolhos, die zwischen den Bundesstaaten Bahia und Espírito Santo liegt. Das Projekt unterstützt die Erarbeitung einer integrierten Umweltraumplanung im Küsten- und Meeresraum in diesen beiden Regionen.

Über einen partizipativen Ansatz werden Nichtregierungsorganisationen, Universitäten und die lokale Zivilgesellschaft mit eingebunden. Die gesammelten Erfahrungen sollen zu einem späteren Zeitpunkt auch anderen Projekten mit einem ähnlichen Schwerpunkt zur Verfügung gestellt werden. Die Ministerialrätin unterstrich auf dem Einweihungsfestakt, die Absicht der beiden Staaten, dass nicht nur die Aichi-Ziele 6 (nachhaltige Fischerei) und 10 (Verringerung der Belastungen von Korallenriffen) umgesetzt werden sollen, sondern auch Aichi-Ziel 11: "Wir möchten, dass bis 2020 10% der brasilianischen Küste unter staatlichem Schutz stehen. Zurzeit sind es ca. 3%."


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