28.09.2016

Chilenische Staatspräsidentin verkündet Solarstrategie Chiles

Chilenische Staatspräsidentin spricht am Rednerpult

Die chilenische Staatspräsidentin Michelle Bachelet am 12.09.2016 bei der Vorstellung der chilenischen Solarstrategie; Foto: Rainer Schroeer/GIZ Chile

Die chilenische Staatspräsidentin Michelle Bachelet weihte am 12.09.2016 in Santiago de Chile die größte Photovoltaikdachanlage Südamerikas (im Endausbau acht MW) ein. Im Rahmen dieser Zeremonie kündigte die Präsidentin zudem ein umfangreiches Programm zur Solarisierung der chilenischen Energiewirtschaft an, das sich mit einem Investitionsvolumen von rund 800 Millionen US-Dollar auf öffentliche und private Investitionen stützt.

Unter Anwesenheit des chilenischen Energieministers Máximo Pacheco, des Wirtschaftsministers Luis Felipe Céspedes und rund 200 hochrangiger Gäste aus Politik und Wirtschaft, unterstrich die Präsidentin die Bedeutung der Solarenergie für die zukünftige Energieversorgung des Landes. Sie deutete auf die Potentiale der Solarenergie hin, die der chilenischen Wirtschaft einen Auftrieb geben könnten.

Die chilenische Regierung strebt demnach in den nächsten Jahren unter starker Einbindung der Privatwirtschaft an, Innovationen im Solarsektor zu unterstützen, die lokale Wertschöpfung zu stärken und produktive Anwendungen für Solarenergie zu fördern. Bislang wird der Energiebedarf der im Norden Chiles ansässigen Bergbauindustrie mit Kohle und Diesel abgedeckt, doch das soll sich durch das große Solarenergiepotenzial ändern. Die momentane Krise im Rohstoffsektor  könnte nützlich sein, um innovative, kosteneffiziente und klimafreundliche Lösungen in diesem Sektor voranzubringen.

Energieminister Pacheco wies in seiner Rede daraufhin, dass bei den letzten Ausschreibungen für Energielieferungen von Energieversorgungsunternehmen an Endkunden wie Privathaushalte oder Kleingewerbekunden, die von privaten Investoren angebotenen Energielieferungen aus erneuerbaren Energien, insbesondere der Solarenergie, den Wert von 30 USD/MWh mittlerweile unterschritten haben. Auch betonte er, dass die Investitionen in den Ausbau der Energieversorgung mit erneuerbaren Energien in Chile mit derzeit rund 13 Milliarden US-Dollar erheblich höher sind, als in dem traditionell normalerweise an erster Stelle stehenden Bergbausektor.

Das Bundesumweltministerium (BMUB) unterstützt diesen Prozess auf mehreren Ebenen im Rahmen eines Vorhabens seiner Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) mit der Deutschen Klima- und Technologieinitiative DKTI, das von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Zusammenarbeit mit dem chilenischen Energieministerium durchgeführt wird.

Das IKI-Projekt konnte zu dieser Entwicklung beitragen, was unter Berücksichtigung der Sachlage eine hohe Herausforderung darstellte. Chile hat einen liberalen Energiemarkt, der ohne jegliche Subventionen oder Vorrang erneuerbarer Energien auskommt. An einem „Expertentisch“, an dem  Vertreter deutscher Stromnetzbetreiber teilnahmen, konnten sich in Fachdiskussionen die Gegner und Befürworter über die Vorteile und Risiken des Ausbaus erneuerbarer Energien konstruktiv auseinandersetzen. Dabei wurden anfängliche große Zweifel an den Erneuerbaren Energien beseitigt und es konnte die Basis für die von der Regierung festgelegten Ziele von 60% erneuerbare Stromversorgung in 2035 und 70% in 2050 einstimmig formuliert werden.

Wesentliche Impulse für die von Präsidentin Bachelet vorgestellte Solarstrategie Chiles kamen von einem Expertenkomitee, an dem sich die GIZ aktiv beteiligt hatte.  Mit der Verkündung der Solarenergiestrategie Chiles unternimmt Chile einen wichtigen Schritt in Richtung der Erfüllung seiner NDCs (Nationally Determined Contributions; National bestimmte Klimaschutzbeiträge), die eine Reduzierung der Emissionsintensität um 30% bis 2030 vorsieht.


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