08.10.2014

Erfolgreicher Transfer deutscher Umwelttechnologie

Ein vom BMUB gefördertes Projekt weiht in Brasilien eine moderne Biogasanlage ein

Unter dem Motto "Für eine saubere und sichere Zukunft - deutsche Technik für die Tropen" wurde Anfang September im Bundestaat Santa Catarina in Südbrasilien eine innovative Biogasanlage eingeweiht. Ein hochmodernes, neuartiges Produkt, bei dem die deutsche Umwelttechnologie an die spezifischen Klimabedingungen des tropischen Landes angepasst wurde.

Die Anlage ist bereits in Betrieb und produziert derzeit schon rund 360 Kubikmeter Biogas pro Tag. Geplant sind 1000 Kubikmeter pro Tag, was einer Menge von rund 500 Kubikmeter Erdgas entspricht. Nach einer umfassenden Biogasaufbereitung wird das gewonnene Erdgas in transportable Behälter abgefüllt und zum jeweiligen Verbraucher transportiert. "Gefüttert" wird die Anlage mit einem Substrat aus 100 Prozent Schweingülle. Auch der Einsatz von Bananenschalen, Hühnergülle sowie Bio-Abfällen aus Restaurants ist möglich. Zusätzlich zum Gas fällt bei der Produktion jetzt schon hochwertiger organischer Dünger an, der geruchlos ist und stark nachgefragt wird. In einer zweiten Ausbaustufe soll ab dem kommenden Jahr in der Anlage auch Strom produziert werden.

Mit dem Programm Klimapartnerschaften mit der Wirtschaft fördert das Bundesumweltministerium (BMUB) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) die Privatwirtschaft in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung, die zur Treibhausgasminderung sowie zur Anpassung an den Klimawandel beiträgt, zu fördern. Das Programm unterstützt den privatwirtschaftlichen Technologietransfer zur Einführung und Verbreitung innovativer Klimaschutztechnologien. So setzen deutsche Technologieführer im Rahmen des Programms Projekte mit Modellcharakter in den Partnerländern um. Gleichzeitig leistet das Programm einen Wissenstransfer und verbessert die lokalen Strukturen für eine breite Anwendung von Klimaschutztechnologien.

Großes Potential für Biogas in Brasilien

Da Schweinegülle in Brasilien ein beachtliches Problem darstellt und die Region Santa Catarina in der brasilianischen Schweineproduktion führend ist, hat das Projekt einen wegweisenden Charakter, welches auch auf wirtschaftliche Lösungen des Problems hindeutet. Bisher wird Biogas nur in Pilotprojekten zur Stromgewinnung verwendet und lediglich 0,06 Prozent des produzierten Stroms stammen nach Angaben der brasilianischen Stromregulierungsbehörde ANEEL derzeit aus Biogas. Doch ergeben sich aus der gegenwärtigen Gesetzgebung in Brasilien bereits enorme Potentiale für die Biosgasherstellung. So ist im Nationalen Plan für Abfallmanagement (PNRS) vorgesehen, dass die Kommunen bis Ende 2014 alle offenen Müllhalden schließen sowie alle Abfälle behandeln, verwerten oder auf adäquaten Deponien lagern müssen. Energetisch wirtschaftlich verwertbare Stoffe sollen entsprechend genutzt werden. Gerade weil bisher weniger als die Hälfte aller Kommunen über solche Anlagen verfügen, ergibt sich ein enormes Potential für neue Projekte zur Biogasgewinnung.


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