30.06.2017

Jahresbericht der IKI erschienen

IKI-Jahresbericht 2015-2016

IKI-Jahresbericht 2015-2016

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMUB) legt seinen Jahresbericht für die Jahre 2015-2016 vor. Das Förderprogramm für Klimaschutz und Biodiversitätserhaltung hat in den beiden Jahren für knapp 870 Millionen Euro weltweit Projekte auf den Weg gebracht.

Der Pariser Klimagipfel prägte die Projektarbeit in den Jahren 2015 und 2016 entscheidend: Die IKI hat ihren Anteil dazu geleistet, dass sich die Weltgemeinschaft auf ein wegweisendes Abkommen einigen konnte. Schon im Vorfeld hatte die IKI mit ihren Projekten etwa 30 Staaten bei der Erarbeitung ihrer „geplanten national bestimmten Klimaschutzbeiträge“ (Intended Nationally Determined Contributions, INDCs) begleitet. Mit dem Inkrafttreten des Abkommens setzten sich Projekte der IKI dafür ein, dass die nun verbindlich festgelegten Klimaschutzbeiträge (NDCs) mit Leben gefüllt werden.

In allen IKI-Arbeitsbereichen - Minderung von Treibhausgasemissionen, Anpassung an die Folgen des Klimawandels, Erhalt natürlicher Kohlenstoffsenken und Schutz der biologischen Vielfalt - gibt es Ansätze, deren Erfolg weltweit ausstrahlt.

Das IKI Projekt „Waste to Energy“ beispielsweise berät die indische Millionenstadt Nashik, wie aus Abwasser und organischen Abfällen Energie produziert und Treibhausgasemissionen reduziert werden können. Anfang 2016 wurde mit dem Bau einer Demonstrationsanlage begonnen, die laut zukünftigem Betreiber 3.300 kWh Strom am Tag liefern kann. Gleichzeitig sollen rund 4.700 t CO2-Äquivalenten pro Jahr eingespart werden.

Außerdem hat die IKI beispielsweise bis Ende 2016 bereits 125 Millionen Euro in das Konzept der „Ökosystembasierten Anpassung“ (Ecosystem based Adaptation, EbA), das heißt die Wiederherstellung, Stärkung und Inwertsetzung von Ökosystemdienstleistungen, investiert um Mensch und Natur zu erlauben, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. In asiatischen und karibischen Staaten pflanzen Küstengemeinden Mangroven-Wälder. Mangrovenbäume können sich dem Anstieg des Meeresspiegels anpassen, indem sie Sedimente zurückhalten und darauf weiterwachsen. So bilden sie eine dynamische Küstenschutzlinie. In Hochgebirgsregionen sammeln lokale Akteure Erfahrungen mit Terrassierung, Aufforstung und Wasserrückhaltung. Im Bereich EbA ist die IKI international als Vorreiterin anerkannt.

Weltweite Bemühungen zum Schutz von Wäldern werden ebenfalls durch die Internationale Klimaschutzinitiative gefördert. Ein Schutz- und Nutzungskonzept für eine Pilotregion in einem der artenreichsten noch bestehenden Regenwälder steht beim grenzüberschreitenden Projekt „Grünes Wachstum im Herzen Borneos“ im Fokus. Als „Herz von Borneo“ (HoB) wird ein Großteil der Insel mit über 22 Millionen Hektar Wäldern in Brunei, Indonesien und Malaysia bezeichnet. Das HoB zählt nicht nur zu den Gebieten mit der weltweit höchsten Biodiversität, es ist auch Lebens- und Einkommensquelle für die mindestens elf Millionen Bewohner Borneos, einschließlich einer Million Menschen der indigenen Dayak-Bevölkerung.

Schutzgebiete spielen nicht nur für die Erhaltung der biologischen Vielfalt, sondern auch als natürliche und kosteneffiziente Lösung zur Minderung von Treibhausgasemissionen und Anpassung an den Klimawandel eine große Rolle. Die "RedParques Deklaration zu Schutzgebieten und Klimawandel" wurde 2015 von 18 Staaten unterschrieben und betont die Bedeutung indigener Völker und lokaler Gemeinden für das Management von Schutzgebieten. Die RedParques Klimadeklaration entstand im Rahmen eines IKI-Projekts und wurde in mehreren Paragraphen und Artikeln des Pariser Klimaschutzabkommens erwähnt.

Das Bewusstsein für den Wert der biologischen Vielfalt zu bilden, ist eines der wichtigen Ziele des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD). IKI-Projekte und ihre Wissensplattformen unterstützten dieses Ziel im Berichtszeitraum, ebenso wie die wichtige Aufgabe, den Wert von Biodiversität zu quantifizieren, um diese – an Land und im Meer – nachhaltig zu schützen. So werden zum Beispiel die elf Anrainerstaaten des Nils bei ihrer Nile Basin Initiative durch ein IKI-Projekt dabei unterstützt Feuchtgebietslandschaften von internationaler Bedeutung grenzüberschreitend nachhaltig zu bewirtschaften, mit dem Ziel die einzigartige biologischen Vielfalt dieser seltenen Ökosysteme zu schützen und ihre wichtigen Regulierungs- und Versorgungsleistungen zu erhalten.

Weitere Aktivitäten der IKI in den Bereichen Umweltbildung und Wissenstransfer, Klimafinanzierung oder nachhaltige Stadtentwicklung im Klimawandel werden im Bericht ebenfalls präsentiert.

Der IKI-Jahresbericht 2015-2016 steht als barrierefreies PDF in Deutsch und Englisch zum Download zur Verfügung unter: http://www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Broschueren/iki_jahresbericht_2015-2016_bf.pdf
oder
https://www.international-climate-initiative.com/fileadmin/Dokumente/2017/170503_Ziele_gemeinsam_umsetzen_Jahresbericht_der_IKI_2015-2016.pdf