25.11.2016

Messung von Verkehrsemissionen in Vietnam

Gruppenbild der Delegation

Frau Gertrud Sahler (BMUB) empfängt die Delegation in Berlin; Foto: GIZ | Urda Eichhorst

Im Oktober kam eine vietnamesische Delegation für eine Schulung zum Emissionsinventar nach Deutschland. Das Ziel des fünftägigen Workshops bestand darin, von den deutschen Erfahrungen bei der Modellierung von Verkehrsemissionen zu lernen.

In den letzten zehn Jahren haben die Verkehrsemissionen in Vietnam dramatisch zugenommen. Zurückzuführen ist dies auf steigende Motorisierungsraten, insbesondere durch Motorräder. 47 Millionen motorisierte Zweiräder werden derzeit auf vietnamesischen Straßen genutzt – d. h. es kommt annähernd ein Motorrad auf zwei Personen. 2011 machte der Verkehrssektor bereits ca. 20 % der gesamten energiebedingten Emissionen des Landes aus. Aufgrund seiner wichtigen Rolle für das vietnamesische Emissionsprofil wird er im (angestrebten) nationalen Klimabeitrag ((I)NDC) des Landes als Schwerpunktbereich betrachtet. Eine grundlegende Analyse der Minderungspotenziale im Verkehrssektor war aufgrund des Zeitdrucks vor der Abgabe des vietnamesischen INDC jedoch nicht möglich.

Seit Anfang dieses Jahres wird das vietnamesische Verkehrsministerium (MoT) durch das Projekt „Förderung von Klimastrategien in Ländern mit schneller Motorisierung“ unterstützt. Die Maßnahme stärkt die Kapazitäten, die benötigt werden, um den Beitrag des Verkehrssektors zum NDC des Landes zu berechnen. Das Projekt wird von der Internationalen Klimainitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMUB) finanziert und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH durchgeführt.

Im August setzte der stellvertretende vietnamesische Verkehrsminister Truong Quang Nghia eine Arbeitsgruppe ein, die ein nationales Emissionsinventar für den Verkehrssektor des Landes aufstellen soll. Der Arbeitsgruppe unter Leitung des Generaldirektors Umwelt aus dem MoT gehören 13 Mitglieder an, die die Bereiche Straßen-, Schienen-, Luft- und Seeverkehr sowie Binnenschifffahrt repräsentieren.

Ein Mann erklärt Daten an einer Wandtafel

Im Oktober lud die GIZ eine Delegation zu einer Schulung in Deutschland ein, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Energie und Umweltforschung (IFEU) durchgeführt wurde. Das IFEU ist für das TREMOD-Modell verantwortlich, das zur Berechnung des deutschen Verkehrsemissionsinventars genutzt wird. Bei der Schulung wurde für jeden Subsektor im Bereich Verkehr die Datenverfügbarkeit bewertet und es wurden geeignete Berechnungsansätze bestimmt. Mit den bei der Schulung erworbenen Fähigkeiten sind die Projektpartner nun in der Lage, zusätzliche Emissionsmodelle zur Datensammlung in den entsprechenden Subsektoren zu entwickeln. Die bestehenden Inventarmodelle werden also weiter differenziert und können an die Gegebenheiten in Vietnam angepasst werden. Darüber hinaus wird die GIZ das MoT auf der Grundlage des aktuellen aktivitätsbasierten Anfangsinventars und zusätzlicher historischer Daten dabei unterstützen, Emissionsszenarien zu entwickeln, um die Wirkung sektoraler Minderungsmaßnahmen zu analysieren. Diese können wiederum dafür genutzt werden, den Beitrag des Sektors zum vietnamesischen NDC zu bewerten und den nationalen Klimawandel-Aktionsplan für den Verkehrssektor entsprechend zu überarbeiten.

Die Schulung ist ein wichtiger Schritt zur Entwicklung eines Berechnungsmodells für Treibhausgasemissionen in Vietnam. 

Gruppendiskussion an einer Wandtafel