26.05.2015

Voneinander lernen - Wissensaustausch zu INDCs

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Im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative unterstützt das Bundesumweltministerium seit Mitte 2014 ausgewählte Partnerländer bei der Erstellung ihrer "geplanten Beiträge" (Intended Nationally Determined Contributions, INDCs). INDCs sind die nationalen Beiträge der Länder für ein neues Klimaabkommen, in denen sie ihre jeweiligen Klimaschutzziele festgelegen. INDCs gelten als ein zentrales Element der kommenden UN-Klimaverhandlungen in Paris im Dezember dieses Jahres.

Das Gesamtvolumen für alle IKI-Projekte, die den INDC-Vorbereitungsprozess aktuell fördern, liegt bei rund fünf Millionen Euro. Damit ist Deutschland derzeit der größte Geber für die Erarbeitung von INDCs in Partnerländern.

Vom 14.-17. April 2015 fand in Berlin ein internationaler Workshop statt, an dem 50 Staaten und rund 100 Experten teilnahmen. Der Workshop bot einen breiten Rahmen für umfassenden Austausch. Die Teilnehmer diskutierten ihre Erfahrungen bei der Vorbereitung der INDCs und Maßnahmen im Rahmen der IKI-Unterstützungsprojekte. Mitgliedstaaten, die noch in der Vorbereitung ihrer INDCs stehen, konnten von den Maßnahmen der Mitgliedstaaten lernen, die ihre INDCs bereits bei der Klimarahmenkonvention eingereicht haben, wie etwa Mexiko oder die Europäische Kommission.

Das Echo war überwiegend sehr positiv. Syamsidar Thamrin, Ministerium für Nationale Entwicklung und Planung, Indonesien: "Wir konnten uns über die verschiedenen Positionen der Länder informieren und lernen. Zu sehen, wie andere ihre INDCs entwickelt haben, das hat uns motiviert, so schnell wie möglich die eigenen voranzubringen."

Nach dem dreitägigen Workshop kristallisierten sich einige Punkte heraus, die beim INDCs-Prozess der einzelnen Staaten eine wichtige Rolle spielen:

  1. Um die Gestaltung und Entwicklung von INDCs voranzubringen, ist eine umfassende politische Rückendeckung entscheidend. Einige Länder stehen vor der großen Herausforderung, die technische Ausarbeitung, mit der politischen Ebene, insbesondere dem Genehmigungsverfahren zu verlinken und auch noch andere wichtige Akteure an diesem Prozess zu beteiligen.
  2. INDCs sollten in bereits bestehende nationale Entwicklungsstrategien und -ziele integriert sein, um die politische Beteiligung und Umsetzung zu sichern. Sie sollten u.a. auch an bereits bestehende Systeme für Messung, Berichterstattung und Überprüfung (MRV) oder national angemessene Minderungsmaßnahmen (NAMA), Biennial Update Reports (BUR) und die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG) gekoppelt werden.
  3. Viel spricht auch dafür, im Rahmen der INDCs Vorteile, die mit Treibhausgasreduzierung einhergehen, wie z.B. zusätzliche Arbeitsplätze oder Luftverbesserung, aufzuzeigen. Die Abschätzung der Kosten in Bezug auf Treibhausgasreduzierung und die Finanzierung werden als notwendig betrachtet, um eine spätere Umsetzung zu garantieren.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Low Emission Capacity Building Programme von UNDP, der Gesellschaft für Internationalen Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Zusammenarbeit mit der Partnership on Mitigation and MRV, und dem Programmbüro der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Diese Projekte und Programme werden finanziert vom BMUB, der Europäischen Kommission und der australischen Regierung.


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