03.06.2015

Energieeffizienz in Gebäuden - Auf grosses Potential bauen

Menschengruppe steht auf Dach betrachtet Solarzellen

Ausbildung trägt zum weltweiten Wachstum der Märkte für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz bei. Foto: RENAC TREE

Laut dem Fünften Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses über Klimaveränderung (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) der Vereinten Nationen von 2013 werden über 18% der globalen Treibhausgasemissionen dem Gebäudesektor zugeordnet. Mangelhafte Isolierung, aber auch veraltete oder unpassende Technologien zum Heizen, Kühlen und zur Warmwasserproduktion treiben den Gas-, Öl-, und Stromverbrauch in die Höhe. Eine Steigerung der Energieeffizienz für Gebäude kann deswegen nicht nur zur Verbesserung des Klimas, sondern auch der Sozioökonomie beitragen. Energieeffizienz im Gebäudesektor ist laut IPCC kurz- und mittelfristig eine der kostengünstigsten Minderungsoptionen und hat das Potential den Ausstoß von Treibhausgasemissionen bis 2050 um 38% zu senken.

Eine strategisch geplante Umsetzung von Energieeffizienz in Gebäuden sollte mit effizienten Stromvernetzungen, Einsatz von Erneuerbarer Energien sowie energieeffizienter Architektur einhergehen. Auch das sektorübergreifende Know-How sollte genutzt werden.

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMUB) finanziert daher zahlreiche Projekte zur Förderung von Energieeffizienz in Gebäuden in Entwicklungs- und Schwellenländern. So unterstützt zum Beispiel das IKI-Projekt "Globaler Wissenstransfer zum Thema Energieeffizienz" weltweit Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft bei ihrer Erstellung von nationalen Strategien und politischen Regelungen zu Energieeffizienz. Partnerländer sind China, Indien und Südafrika. Das Online Wissensportal "BigEE- Bridging the Information Gap on Energy Efficiency in Buildings" richtet sich an weitere Länder. Es wurde in Zusammenarbeit mit internationalen Institutionen aufgebaut und stellt Informationen zu verschiedenen Optionen und stromsparenden Potentialen sowie einen Good-Practice Leitfaden zur Verfügung. Diese Informationen werden von Behörden der Länder aufbereitet und sind individuell auf die Bedürfnisse der jeweiligen Entwicklungs- und Schwellenländer angepasst.

Das BMUB und die IKI veranstalteten im Frühjahr einen Workshop, zu Energieeffizienz in Gebäuden. Experten des BMUBs sowie Projektdurchführer aus über zehn Partnerländern und einige externe Gäste, darunter Prof. Hennicke, Träger des Umweltpreises 2014 und Mitglied im Club of Rome, sprachen über die Herausforderungen bei der Umsetzung von Maßnahmen im Bereich Energieeffizienz in Gebäuden und tauschten ihre Erfahrungen in diesem Bereich aus. Dabei wurde deutlich, dass ein institutionell gesteuerter Kapazitätenaufbau, sowie die Berücksichtigung von gesellschaftlich-kulturellen Aspekten eine große Rolle spielen. In diesem Sinne müssen, neben einem proaktiven Wissensaustausch, mögliche Co-Benefits wie z.B. Einsparungen für importierte Rohstoffe, weniger Aufbau von Stromkapazitäten und Netzausbau sind nötig, Arbeitsplatzbeschaffung usw. stärker beworben werden, um die Bereitschaft für Reformen in den Ländern zu steigern.