23.02.2017

Förderung von Projekten zu Erneuerbaren Energien in Afrika und Asien

Zwei Arbeiter mit Schutzhelömen stehen auf einer Solardachanlage und säubern sie mit Wasser und Wischer.

Solarenergie in Indien; Foto: Florian Lang

2015 wurden weltweit 285,9 Mrd. US-Dollar in den Ausbau von Erneuerbaren Energien (EE) investiert. Besonders Entwicklungsländer investieren verstärkt in erneuerbare Energien. Doch trotz dieser ermutigenden Entwicklung bleibt noch sehr viel zu tun. Die Seed Capital Assistance Facility (SCAF) unterstützt die Manager von Private-Equity-Fonds und Investmentgesellschaften dabei, Entwickler und Gründer, die sich mit umweltfreundlichen Energielösungen befassen, in der Frühphase mit der notwendigen Finanzierung und unternehmerischem Fachwissen zu unterstützen. Dadurch gelingt es, auch für solche Projekte Mittel bereitzustellen, die für eine klassische Kreditfinanzierung durch Banken nicht in Frage kommen.

In einer Region wie Subsahara-Afrika, in der 600 Millionen Menschen keinen Zugang zu Elektrizität haben, würde eine Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien zu einer enormen Verbesserung der Lebensverhältnisse, der wirtschaftlichen Entwicklung und der ökologischen Nachhaltigkeit führen. „Unternehmer können Märkte verändern, doch wenn sie noch nicht einmal die Chance haben, ihre Ideen in die Tat umzusetzen, kommt es zu keiner Veränderung. Deshalb ist Risikokapital so wichtig“, so Ligia Noronha, Direktorin der Wirtschaftsabteilung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. „Bei Start-ups im Bereich umweltfreundlicher Energielösungen sind die Kosten der Frühfinanzierung häufig nicht so hoch. Dennoch werden auch diese Kosten von potenziellen Investoren vielfach als zu riskant angesehen, so dass sie sich nicht darauf einlassen. Unterfinanzierten Entwicklern und Unternehmern fehlt jedoch in vielen Fällen die für die Geschäftsentwicklung erforderliche Kompetenz. Deshalb scheitern sie häufig an der kaufmännischen Umsetzung ihrer Geschäftsidee. Dies wiederum bremst die betreffenden Länder auf ihrem Weg in eine emissionsarme Zukunft aus.“

Nach einer erfolgreichen ersten Phase wurde 2016 die zweite SCAF-Phase gestartet. Inzwischen konnten bereits fünf weitere Vereinbarungen mit Fondsmanagern unterzeichnet werden, die sich an umweltfreundlichen Energieprojekten in Asien und in Subsahara-Afrika beteiligen. Die zweite Phase der SCAF wird von der staatlichen britischen Entwicklungshilfeagentur Department for International Development (DFID) sowie von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) finanziert.

Die drei Fonds DI Frontier Market Energy, Carbon Fund und JCM Clean Development Fund erhielten eine Förderung für die Weiterentwicklung ihrer Projekte zu erneuerbaren Energien in Subsahara-Afrika. Dazu gehören der Bau eines Geothermieprojekts mit einer Leistung von 10 Megawatt in Kenia (Anfangsphase), ein 12-Megawatt-Wasserkraftwerk in Uganda und ein auf 80 Megawatt ausgelegtes Solarprojekt im Norden Nigerias.

Der Windparkentwickler The Blue Circle erhielt eine Förderung zur Entwicklung von drei Projekten in Vietnam, Kambodscha und Indonesien – drei asiatische Länder, in denen der Markt für Strom aus Windenergie noch in den Kinderschuhen steckt. „Die SCAF ist ein fantastisches Instrument, das uns die Möglichkeit gibt, Chancen zu nutzen, die uns ohne die Facility nicht offen stünden“, so Olivier Duguet, CEO von The Blue Circle. „Die SCAF bietet eine angemessene Förderung für Projekte, die in vielversprechenden, aber noch unzureichend entwickelten Randmärkten angesiedelt sind.“

Zoscales Partners wiederum wurde bei der Gründung des East Africa Growth Equity Fund unterstützt. Dabei handelt es sich um einen äthiopischen Fonds für kleine und mittlere Unternehmen, die sich mit der effizienten Nutzung von Ressourcen befassen. „Kleine und mittlere Unternehmen bilden das Rückgrat der Privatwirtschaft in Afrika. Mit den Mitteln aus der SCAF können wir den Beteiligungsunternehmen helfen, Liquiditätsengpässe in der Zeit der Mittelbeschaffung zu überbrücken. Sobald sie dann auf eigenen Füßen stehen, setzen wir die Förderung zur Verringerung des ökologischen Fußabdrucks der Firmen ein“, erklärt Jacop B. Rentschler, geschäftsführender Gesellschafter von Zoscales.

GreenWish Partners arbeitet in Westafrika an netzgebundenen und netzunabhängigen Lösungen im Bereich der erneuerbaren Energien. Vor kurzem konnte das Unternehmen sein erstes Projekt einweihen, eine 20-Megawatt-Photovoltaikanlage in Norden Senegals. Charlotte Aubin-Kalaidjian, Chief Executive von GreenWish Partners, dazu: „Die SCAF hilft uns, das enorme Potenzial zu nutzen, über das Westafrika im Bereich der erneuerbaren Energien verfügt. Diese Förderung trägt nicht nur dazu bei, den Zugang zu elektrischem Strom zu verbessern, sondern lässt auch neue Geschäftschancen entstehen, speziell im ländlichen Raum.“

Die fünf Fonds, die in dieser Phase eine Vereinbarung mit der Facility geschlossen haben, wollen insgesamt mehr als 363 Mio. US-Dollar investieren. Davon fließen knapp 35 Mio. US-Dollar in Start-ups. Zusätzlich stellt die Facility 15 Mio. US-Dollar für die Unterstützung von Gründern in der Frühphase ihres ökologischen Energieprojekts bereit – all dies mit dem Ziel, die Erderwärmung auf 2 Grad Celsius zu begrenzen, so wie es im Klimaschutzabkommen von Paris vereinbart wurde.