05.07.2013

Mit Landschaftsrestaurierung Kohlenstoff speichern und biologische Vielfalt fördern

Wald in Afrika

Quelle: IUCN

In vielen Ländern hat der Verlust von Regenwaldflächen in den letzten Jahren besorgniserregende Ausmaße angenommen, so auch in Ghana und Mexiko. Während in Ghana jährlich zirka 75.000 Hektar Regenwald vernichtet werden, ist es in Mexiko sogar doppelt so viel. Die Gründe dafür sind vielfältig; eine der häufigsten Ursachen sind illegaler Holzeinschlag und Brandrodung zur Schaffung landwirtschaftlicher Nutzflächen. So kann zwar kurzfristig Profit mit Holz oder landwirtschaftlichen Erzeugnissen erzielt werden, aber die Ökosysteme, ihre biologische Vielfalt und ihre Dienstleistungen wie zum Beispiel Kohlenstoffspeicherung oder Regulierung des Wasserhaushalts sind oftmals dauerhaft geschädigt. Die mexikanische und die ghanaische Regierung haben deshalb damit begonnen, zerstörte Waldgebiete möglichst naturnah wiederherzustellen.

Möglichkeiten für Landschaftsrestaurierung untersuchen

Ein Projekt der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI), durchgeführt von der International Union for Conservation of Nature (IUCN), analysiert die Möglichkeiten für Landschaftsrestaurierung und Reduktion von Treibhausgasemissionen im Waldsektor in Ghana und Mexiko und entwickelt entsprechende Instrumente und Methoden dafür. Mit Hilfe der Analysen werden Gebiete identifiziert und auf Karten dargestellt, die sich für Restauration eignen. In diesem Zusammenhang untersucht das Projekt, wie viele Treibhausgasemissionen dadurch gespeichert werden können, und wendet neue Biodiversitätsindikatoren an, welche derzeit einen Feldtest durchlaufen. Ein neu eingerichtetes Online-Trainingsmodul unterstützt zusätzlich bei der Auswahl von Gebieten zur Landschaftsrestaurierung. Das Projekt verarbeitet Erfahrungen aus anderen Ländern in diesem Bereich durch Kooperation mit einem weiteren IKI-Vorhaben des World Ressources Institute in Brasilien. Auf dieser Informationsgrundlage erstellt IUCN eine Vorstudie dazu, wie Investmentpakete für Landschaftsrestauration in Ruanda aussehen könnten.

Außerdem setzt sich das Projekt für die partizipative Entwicklung von nationalen Strategien für die Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung (REDD+) ein. So wurden in beiden Ländern Arbeitsgruppen unter Beteiligung unterschiedlicher Akteure gebildet, um nationale Kriterien für die Umsetzung von Restaurierungsvorhaben im Kontext von REDD+ zu definieren. Das Projekt führte Workshops mit nationalen Stakeholdern unter Beteiligung internationaler Experten zum Beispiel zur Entwicklung nationaler Richtlinien für Wald- und Landschaftsrestaurierung in Mexiko durch und entwickelte nutzerfreundliche Online-Lernmodule für eine breite Zielgruppe.

Wälder und Buschlandschaften in Ghana und Mexiko wiederherstellen

Landschaftsrestaurierung lohnt sich, so das Ergebnis einer Kosten-Nutzen-Analyse in Mexiko - die Vorteile für die Ökosysteme und den Menschen überwiegen die Kosten. Deshalb hat die mexikanische Regierung bereits 400 Millionen Euro für Waldrestauration zugesagt und die mexikanischen Projektpartner beteiligen sich aktiv an den Kosten für die Mobilisierung von Interessensgruppen in Austauschprozessen. In Ghana sind erste Beratungsergebnisse in den politischen Entscheidungsprozess eingeflossen: Durch enge Zusammenarbeit mit Regierungsvertretern wurden die Projektergebnisse bereits zur Formulierung nationaler REDD+ Regelungen genutzt und flossen in die Entwicklung des ghanaischen Forest Investment Programme (FIP) der Weltbank ein.

Wie die geschädigten Wälder und Landschaften in der Praxis restauriert werden, variiert von Region zu Region und orientiert sich an den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung. In Ghana werden zum Beispiel kleine Plantagen auf Brachflächen angelegt, deren Baumarten nicht nur Holz sondern auch andere wichtige Produkte für die lokale Bevölkerung liefern. Zudem werden degradierte Buschlandschaften mit Pflanzungen einheimischer Baumarten angereicht, die neben ihren Ökosystemfunktionen wie Erosionsschutz auch als Nutzpflanzen für den Menschen dienen.