18.11.2015

Neues Indian Resource Panel leistet Beitrag zum Klimaschutz

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Eröffnung des internationalen Workshops zu Ressourceneffizienz und Sekundärrohstoffnutzung, New Delhi, India. Foto: GIZ Indien

Das neu gegründete Indische Ressourcenpanel (InRP) wurde im Rahmen eines hochrangigen Multi-Stakeholder-Workshop in Neu-Delhi offiziell vorgestellt. Damit ist Indien eines der ersten Schwellenländer, in dem ein nationales Beratungsgremium zur Ressourceneffizienz eingerichtet wird. Die Gründung des InRP erfolgte mit Unterstützung der Internationalen Klimaschutzinitiative im Rahmen des Projekts "Ressourceneffizienz und Sekundärrohstoff-Management als Beitrag zum Klimaschutz". Abteilungsleiter Dr. Helge Wendenburg, der das Bundesumweltministerium beim Workshop vertritt, betont: "Ein effizienterer Einsatz von Rohstoffen ist gerade für die schnell wachsenden Schwellenländer wie Indien wichtig, um industrielle Entwicklung mit Klima- und Umweltschutz in Einklang zu bringen. Mit den deutschen Erfahrungen aus unserem nationalen Ressourceneffizienzprogramm ProgRess und aus der langjährigen Umsetzung der Kreislaufwirtschaft wollen wir Indien darin unterstützen, ein Vorreiter für Ressourceneffizienz zu werden."

Indien gehört zu den dynamischsten Volkswirtschaften der Welt. Besonders die steigende Konsumnachfrage der rapide wachsenden Mittelschicht bedeutet einen enormen Anstieg im Ressourcenbedarf des Landes, der mit hohen Klima- und Umweltbelastungen sowie sozialen Konflikten verbunden ist. Ressourceneffizienz und die Wiederverwertung von Sekundärrohstoffen sind daher wichtige Maßnahmen hin zu einer nachhaltigen Entwicklung Indiens. Das durch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) finanzierte Projekt "Ressourceneffizienz und Sekundärrohstoff-Management als Beitrag zum Klimaschutz" setzt genau hier an: Ziel ist es, die Potenziale von Ressourceneffizienz und der Nutzung von Sekundärrohstoffen bei politischen und privaten Institutionen und Entscheidungsträgern in Indien zu verankern. Gleichzeitig sollen Rahmenbedingungen und Anreize für eine ressourceneffiziente und klimafreundliche Gesellschaft gefördert werden. Das IKI-Vorhaben konzentriert sich vor allem auf die besonders rohstoffrelevanten Sektoren der Automobil- und Bauindustrie und fördert entsprechende Pilotmaßnahmen, deren Ergebnisse Eingang in ein nationales Ressourcenprogramm finden sollen.

Meilenstein dieses ersten deutsch-indischen Projektes zur Ressourceneffizienz ist das am 17. November in Neu-Delhi im Rahmen eines Multi-Stakeholder Workshops offiziell vorgestellte Indian Resource Panel (InRP). Das InRP wird Empfehlungen für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Ressourceneffizienz an die indische Wirtschaft und Politik aussprechen. Der Workshop zur Gründung des InRP wird vom Projektdurchführer Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des deutschen und des indischen Umweltministeriums (BMUB und MoEFCC) gemeinsam mit indischen Partnern wie dem Energy and Resources Institute (TERI) und Development Alternatives sowie den europäischen Partnern des Instituts für Energie- und Umweltforschung und dem VDI Zentrum Ressourceneffizienz durchgeführt. An der Gründungszeremonie nahmen Vertreter des indischen und des deutschen Umweltministeriums teil. Vorausgegangen waren zahlreiche fachliche Diskussionen über das Ausmaß und die zentralen Herausforderungen sowie Erfahrungen des Rohstoffgebrauchs in Indien, Deutschland und der EU. Darüber hinaus wurde eine Grundlagenstudie vorgestellt, die den Ressourcenverbrauch und die Materialströme von Metallen und Mineralien in Indien untersucht hat und erstmals verlässliche Daten in diesem Gebiet liefert.

Das Thema Ressourceneffizienz erfährt in Indien auch auf nationaler Ebene vermehrt Beachtung, beispielsweise durch Strategien wie "Zero Effect - Zero Defect", die für umweltfreundliche Prozesse in der Produktion ohne negative Einflüsse auf die Umwelt stehen. Nicht zuletzt das Bekenntnis der G7-Staaten zu Ressourceneffizienz als Schwerpunktthema unter der deutschen G7-Präsidentschaft unterstreicht die politische Relevanz des IKI-Vorhabens.


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