18.01.2012

Nutzung von Wind- und Solarenergie in Chile ausbauen

Eine Gruppe Männer montiert Masten zur Windmessung

Quelle: GIZ

Chile verfügt durch seine günstige geografische Lage über großes Potential zur Nutzung erneuerbarer Energien. Jedoch werden mit Ausnahme der Wasserkraft bisher nur relativ wenige Möglichkeiten der alternativen Energiegewinnung genutzt. Mehr als die Hälfte des Stroms stammt aus konventionellen Kraftwerken, in denen fossile Ressourcen wie Kohle, Erdgas oder Öl verbrannt werden. Die chilenische Regierung legte deswegen im Jahr 2010 einen gesetzlichen Anteil von 5 Prozent erneuerbarer Energien am Stromhandel fest und setzte sich zum Ziel, diesen Anteil bis 2020 auf 20 Prozent auszubauen.

Standorte für Windparks und Solaranlagen erschliessen

Die chilenische Regierung stellte daher staatliche Flächen für private Investitionen in diesem Bereich zur Verfügung. Dabei unterstützte sie ein von der Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) gefördertes und durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) begleitetes Projekt zur Erschließung geeigneter Gebiete im Norden Chiles.

Die Projektpartner identifizierten, bewerteten und vermarkteten geeignete Liegenschaften in der Atacamawüste. Dazu führten sie seit August 2009 Wind- und Solarmessungen an verschiedenen Standorten durch. Es wurden Windmessmasten in unterschiedlichen Höhen sowie ein SODAR-Gerät zur Ermittlung des vertikalen Windprofils installiert. Zudem wurde die solare Einstrahlung an drei weiteren Standorten gemessen. Die so ermittelten durchschnittlichen Potentiale dienten als Datengrundlage, um die Wirtschaftlichkeit des jeweiligen Gebietes zu beurteilen. Die Messungen erlaubten es zusätzlich, eine Potentialkarte für Wind- und Solarenergie für die gesamte Region zu erstellen.

Darüber hinaus förderte das Projekt den Aufbau von technisch-wirtschaftlichem Fachwissen im chilenischen Energieministerium und reduzierte gleichzeitig Kosten und Risiken der Projektentwicklung für Unternehmen, die am chilenischen Windmarkt interessiert sind. Nach Abschluss der Messungen schrieb die chilenische Regierung mit Unterstützung der GIZ geeignete Flächen in zwei Gebieten der Region Antofagasta aus, auf denen Windparks mit einer Kapazität von jeweils bis zu 100 Megawatt (MW) errichtet werden sollen. Außerdem reservierte die Regierung eine Fläche für ein solarthermisches Pilotkraftwerk.

Wirkung und Verbreitung

Das chilenische Ministerium für Staatliche Liegenschaften plant mittlerweile Ausschreibungen für sieben weitere, durch das Projekt identifizierte Gebiete. Nach Ende des Projektes im Sommer 2011 installierte das Energieministerium weitere Messmasten und setzte damit die bis dahin geleistete Arbeit fort. 

Wenn die weiteren Windparks wie geplant mit einer Kapazität von je 100 MW gebaut werden, ergibt dies eine jährliche CO2-Einsparung von insgesamt 340.000 Tonnen. Das Projekt legte dafür den Grundstein und leistete einen direkten Beitrag zum Klimaschutz und zur Etablierung erneuerbarer Energien in Chile.

Chile ist ein wichtiges Partnerland der IKI und will seine Anstrengungen für die Einsparung von Treibhausgasemissionen fortführen. Dabei unterstützt die IKI Chile durch weitere Projekte, die sich unter anderem mit der Berechnung von Energieszenarien für eine zukünftige Energieversorgung oder der Entwicklung national angepasster Minderungsmaßnahmen (NAMAs) für städtische Elektromobilität befassen. Ein weiteres Projekt verbessert unter Beteiligung der Privatwirtschaft die Energieeffizienz in öffentlichen Krankenhäusern und erarbeitet entsprechende Finanzierungsmodelle. Chile und Deutschland vereinbarten zudem in einer gemeinsamen Erklärung auf ministerieller Ebene im Oktober 2011 die deutsche Unterstützung für ein chilenisches Solarenergieprogramm.