04.08.2011

Perus Regenwälder schützen und Biodiversität erhalten

Zwei Männer sitzen an einem Tisch im Wald und betrachten eine Landkarte

Quelle: GIZ

Peru erstreckt sich über verschiedene Klimazonen und Höhenstufen der Anden und zählt deswegen weltweit zu den Ländern mit der höchsten Artenvielfalt. Der peruanische Tropenwald umfasst viele Millionen Hektar, speichert enorme Mengen an Kohlenstoff und beherbergt zahlreiche endemische Arten. Doch der Wald ist stark gefährdet: In den letzten zehn Jahren wurden mehr als eine Million Hektar Tropenwald zerstört. Die Bevölkerung braucht Land für zusätzlichen Wohnraum und Ackerflächen, Straßenbau und illegaler Holzeinschlag sowie die derzeit guten Goldpreise tun ihr Übriges. Die Rodung und Schädigung des Tropenwaldes zerstört wichtige Kohlenstoffspeicher und Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Die fortschreitende Entwaldung ist mittlerweile die größte Quelle von Treibhausgasemissionen des Landes.

Das Schutzgebietssystem Perus stellt zirka 19 Millionen Hektar Fläche unter Schutz. Neben Schutzgebieten unter nationaler Verwaltung gibt es auch regionale, lokale oder private Schutzinitiativen. "EL SIRA" ist mit einer Fläche von zirka 600.000 Hektar das größte kommunale Schutzgebiet und wurde von der  UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Anders als bei "klassischen" Schutzgebieten ist bei diesem kommunalverwalteten Gebiet die indigene Bevölkerung für die Bewirtschaftung des Gebietes mit verantwortlich. Neben der staatlichen Behörde SERNANP ist seit 2006 ECOSIRA für die Parkverwaltung zuständig, eine lokale Organisation, die 70 indigene Gemeinden aus der Umgebung der Schutzzone repräsentiert.

Ein Projekt der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI), durchgeführt von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, unterstützt seit 2009 ECOSIRA und die SERNANP  dabei, das Schutzgebiet räumlich und inhaltlich auszuweiten sowie nachhaltig und gemeinschaftlich zu bewirtschaften. Dafür entwickelte das Projekt ein Managementmodell, das den Schutz der biologischen Vielfalt sowie eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen miteinander vereint. Zusammen mit dem indigen Gemeindeverband und der Schutzgebietsbehörde wurden Managementpläne erarbeitet, und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhielten Fortbildungen. In einer Studie erfassten die Projektpartner die Verbreitung der Tier- und Pflanzenarten in dem Gebiet, denn nur so können sie wirkungsvoll geschützt werden. Dabei wurden auch bisher unbekannte Pflanzen- und Amphibienarten identifiziert. Um das Einkommen der lokalen Bevölkerung zu sichern ohne den Wald zu gefährden, machte das Projekt drei Wertschöpfungsketten mit positiver Klimawirkung für Achiote, Naturkautschuk und Holz aus. Es unterstützt die Anwohner des Gebietes dabei, diese Ressourcen zu nutzen, weiterzuverarbeiten und zu vertreiben. Zusätzliche Finanzierungsquellen wie zum Beispiel durch Abkommen mit dem Privatsektor sollen das Bestehen des Schutzgebietes langfristig absichern.

Das Projekt hat viele anschauliche Informationen für die Öffentlichkeit produziert, wie beispielsweise einen Filmbeitrag (extern, spanisch).


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