23.08.2010

Wetterfeste Absicherung vor den Folgen des Klimawandels

Jedes Jahr werden Millionen Menschen von schlechtem Wetter und Naturkatastrophen heimgesucht: Ernten fallen aus, Häuser werden überflutet und Besitzstand vernichtet. Diese Risiken nehmen durch den Klimawandel noch zu. Die Erderwärmung zieht bestimmte Wetterrisiken nach sich wie beispielsweise häufigere und stärkere Taifune in Südchina.

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) finanziert deshalb Projekte, die innovative Versicherungslösungen entwickeln und testen. So auch in China. Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH erarbeitet gemeinsam mit der Chinesischen Versicherungsaufsicht (CIRC) und dem Chinesischen Wetterdienst (CMA) Versicherungsinstrumente zur Anpassung an den Klimawandel. Nun erhält das Projekt zusätzliche finanzielle Unterstützung durch die Asiatische Entwicklungsbank (ADB). 

Als Grundlage für weitere Maßnahmen brauchten die chinesischen Akteure anfangs verlässliche Informationen über Wettergefahren für alle Provinzen Chinas. Diese Daten werden analysiert und der Bedarf der Bevölkerung an Wetterversicherungen abgeleitet. Das Projekt identifiziert so Provinzen mit hohem Risiko und unzureichender Absicherung der Menschen vor Ort. Expertinnen und Experten entwickeln dann gemeinsam mit lokalen Versicherungsunternehmen angepasste Versicherungsprodukte. Kleinbauern in Küstengebieten sind beispielsweise häufig wenig oder gar nicht gegen Taifun- und Überschwemmungsrisiken versichert. Daher baut das Projekt einen Versicherungsschutz für verschiedene Gemüse- und Obstarten sowie weitere Nutzpflanzen in der Provinz Fujian auf. 

Bislang konzentrierte sich das Projekt in erster Linie auf die Entwicklung geeigneter Versicherungsprodukte für die ländliche Bevölkerung. Doch nicht nur das Produktangebot selbst bestimmt den Zugang der Zielgruppen dazu. Beispielsweise bekommen manche Versicherer nur schwer Lizenzen für bestimmte Sektoren oder Zulassungen für Produkte, und die Bevölkerung muss über die bestehenden Möglichkeiten aufgeklärt werden. Günstige rechtliche und regulative Rahmenbedingungen spielen hier eine entscheidende Rolle. In Zusammenarbeit mit der ADB wird das Projekt deshalb um eine Politikberatungskomponente erweitert. Die ADB stellt für die Umsetzung 750.000 US-Dollar zur Verfügung. Damit erstellt die GTZ eine detaillierte Analyse des Mikroversicherungssektors. Außerdem berät sie die Versicherungsaufsicht und andere politischen Entscheidungsträger dazu, wie der Staat benachteiligten Gruppen einen verbesserten Zugang zu Versicherungsprodukten verschaffen kann.


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