22.01.2013

Einspeisevergütung für Solarstrom in Brasilien

Stadion von oben

Quelle: Coelba/Shirley Stolze

Im Jahr 2001 erlebte Brasilien eine ernste Stromknappheit. Bis dato setzte das Land vor allem auf Wasserkraft. Doch nach mehreren Dürrejahren waren viele Stauseen ausgetrocknet und die Wasserkraftwerke kamen zum Stillstand. Seitdem bemüht sich die brasilianische Regierung darum, weitere Stromquellen zu erschließen und den Energiemix zu verbessern. Ein Projekt der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) unterstützt das Land dabei, dezentrale Photovoltaikanlagen zu errichten und den erzeugten Strom ins Netz einzuspeisen. Im Dezember 2012 hat das Projekt nun einen wichtigen Meilenstein erreicht: Denn wenn Solarstrom durch viele kleinere Anlagen zum Beispiel auf Hausdächern erzeugt wird, muss geregelt werden, wie der Erzeuger für den ins Netz eingespeisten überschüssigen Strom vergütet wird. Nach einen langen Beratungs- und Austauschprozess hat die brasilianische Regierung nun die rechtlichen Grundlagen verändert, um das sogenannte "Net-Metering" einzuführen. Dabei wird der erzeugte Solarstrom mit dem vom Anlageneigentümer aus dem Netz bezogenen Strom verrechnet. Das IKI-Projekt, durchgeführt von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und der KfW Entwicklungsbank, begleitete den Anhörungsprozess mit den relevanten Akteuren, erstellte technische Gutachten, organisierte Studienreisen nach Deutschland und beriet die politischen Entscheidungsträger.

Außerdem unterstützt das Projekt den staatlichen Energieversorger Eletrosul dabei, Strom aus Sonnenkraft als Alternative zu fossilen Energieressourcen stärker ins Blickfeld von Öffentlichkeit und Politik zu rücken und den Weg für einen nachhaltigen Ausbau der Solarenergie in Brasilien zu ebnen. So wird eine große Pilot-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von über einem Megawatt auf dem Dach und den Parkplätzen der Eletrosul-Gebäude in Florianopolis installiert. Weitere öffentlichkeitswirksame Solaranlagen sind in Planung. Beispielsweise sollen die Stadien für Fußballweltmeisterschaft in Rio de Janeiro und Belo Horizonte bis 2014 entsprechend ausgestattet werden. Das IKI-Projekt berät Elektrosul bei der Vermarktung des Solarstroms und unterstützt auch andere Energieversorger, die sich für die Einführung von Solarenergie interessieren.


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