05.01.2012

Entwicklung nationaler Klimaschutzmassnahmen im Verkehrssektor

Im Rahmen der Klimakonferenz in Durban unterzeichneten am 2. Dezember 2011 die lateinamerikanische Entwicklungsbank (CAF) und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Unterstützung von nationalen Regierungen in Lateinamerika bei der Entwicklung und Umsetzung nationaler Klimaschutzmaßnahmen (NAMAs) im Verkehrssektor. Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) fördert dies durch das Projekt TRANSfer.

Aufgrund des Wirtschaftswachstums steigen die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor in den Entwicklungsländern stark an. Ansätze zur Verkehrsvermeidung, -verlagerung und 
-verbesserung ("Avoid -Shift – Improve") bieten kostengünstige Einsparpotentiale. In vielen Ländern besteht ein großes Interesse an diesen treibhausgasmindernden Ansätzen und Technologien. Allerdings mangelt es vor Ort vielfach an praktischem Wissen und Fähigkeiten zur Identifikation, Messung und Umsetzung von Minderungsmaßnahmen im Verkehrsbereich. Diese Lücke will das Projekt TRANSfer schließen.

Innerhalb des Projektes wurde eine Arbeitsgruppe zur Entwicklung von Transport-NAMAs gegründet, die sich eng mit verschiedenen Experten aus Wirtschaft, Industrie und Politik in Kolumbien austauschte. Ähnliche Maßnahmen wurden auch in Südafrika und Indonesien durchgeführt. Ein Handbuch fasst die Ergebnisse der erarbeiteten Fallstudien zusammen und integriert sie in allgemeine Informationen zu Minderungsmaßnahmen und zum Design von NAMAs im Transportsektor. Die Erfahrungen aus den Pilotländern werden in anderen Ländern vorgestellt und über das Internet sowie über Veranstaltungen wie die Klimakonferenzen verbreitet, unter anderem auch in Durban: Vor der Unterzeichnung der Absichtserklärung organisierte das TRANSfer-Projekt ein Side Event zu den Herausforderungen und Lösungen bei der Entwicklung und Umsetzung von NAMAs im Verkehrssektor. Der anwesende Vize-Verkehrsminister Kolumbiens, Filipe Targa, berichtete in diesem Zusammenhang, dass die kolumbianische Regierung öffentliche Mittel in Höhe von umgerechnet 500 Millionen US-Dollar in einen Fond zur Erneuerung der Nutzfahrzeugflotte investiert; der Privatsektor steuert zu diesem Zweck weitere 500 Millionen US-Dollar bei. Dies ist eines der bislang größten finanziellen Bekenntnisse eines Entwicklungslandes zur Umsetzung von NAMAs weltweit.

Maßnahmen für nachhaltigen, emissionsarmen Verkehr schonen nicht nur das Klima, sondern haben auch andere langfristig positive Wirkungen, wie eine höhere Energiesicherheit, verbesserte Mobilität benachteiligter Gruppen, Steigerung der Attraktivität für Investoren sowie Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Luftqualität.