08.11.2016

Globaler Schutz von Wald

Blick auf Wald

Waldgebiet bei San Martin (Peru); Foto: Michael Hüttner

Seit dem 7. November findet in der marokkanischen Stadt Marrakesch die 22. Weltklimakonferenz statt; heute mit dem Thementag „Degradation von Wald- und Landflächen“. Das Bundesumweltministerium (BMUB) fördert im Rahmen seiner Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) seit 2008 Projekte in Partnerländern, die zum Erhalt oder Aufbau von Wäldern und anderen natürlichen Kohlenstoffsenken beitragen. Bisher wurden 103 Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von 331 Millionen Euro in diesem Bereich finanziert.

Die IKI unterstützt zudem umfangreiche Aktionspläne zur naturnahen Wiederherstellung degradierter Land- und Waldflächen. Als eines der ersten Länder hat Deutschland bereits ergebnisbasierte Finanzierung im Rahmen von REDD+  geleistet: etwa neun Millionen Euro zahlte das BMUB dafür, dass durch Waldschutz im brasilianischen Bundesstat Acre mehrere Millionen Tonnen CO2 nachweislich eingespart wurden. Diese Zahlungen wurden wiederum für den Klimaschutz  in Brasilien investiert, um den Ursachen von Abholzung  entgegen zu wirken und rund 1000 Familien beim Aufbau von Einkommensalternativen zu unterstützen.

In der Region von Brunei, Indonesien und Malaysia erstrecken sich über mehr als 22 Millionen Hektar die größten noch bestehenden Regenwälder unserer Erde. Als „Herz von Borneo“ (HoB) wird ein Großteil der Insel mit seinen artenreichen tropischen Wäldern bezeichnet. Ein IKI-Projekt, das vom World Wide Fund for Nature (WWF) durchgeführt wird, arbeitet in einem rund 1,13 Millionen Hektar großen Gebiet innerhalb und außerhalb des grenzüberschreitenden HoB-Waldkorridors zwischen Indonesien und Malaysia. Gemeinsam mit dem Privatsektor, beispielsweise Palmölproduzenten, lokalen Gemeinden und indigenen Gruppen wird von der Regierung in der indonesischen Provinz von West-Kalimantan und im malaysischen Bundesstaat Sarawak ein Landnutzungsplan und ein Green Economy Aktionsplan entwickelt und umgesetzt.

Ein weiteres IKI-Projekt, das von der Clinton Foundation – Clinton Climate Initiative umgesetzt wird, arbeitet in der Forst- und Landschaftsrestaurierung in Ostafrika. Mit Unterstützung des kenianischen und äthiopischen Umweltministeriums kartierte das Projekt landesweit degradierte Flächen, die wiederhergestellt werden können. In direkter Zusammenarbeit mit Kommunen setzten die Betreiber auf Pilotflächen beispielhaft die Wiederherstellung von Landschaften in beiden Ländern um. In Kenia wurden mit Unterstützung des Vorhabens 22 Gemeindebaumschulen gegründet, die von über 300 Gemeindemitgliedern betreut werden. Diese haben bislang 100.000 einheimische Baumsetzlinge auf den Demonstrationsflächen und über 18.000 Setzlinge für Ernährungskulturen auf landwirtschaftlichen Flächen gepflanzt. In Äthiopien wurden 467.800 Bäume auf einer Demonstrationsfläche gepflanzt und das Wassermanagement wurde durch den Bau von Dämmen und Gräben verbessert.

Schließlich arbeitet die Organisation Global Canopy Programme (GCP) in Lateinamerika zum Thema Mobilisierung von privatem Kapital zur Bekämpfung der Entwaldung und Verbesserung der Lebensgrundlagen im ländlichen Raum durch Public-Private-Partnerships.
Das Projekt unterstützt die lokalen Partner dabei nachhaltige Investitionspläne zu formulieren, die neben wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch sozialökologische und ökonomischen Kosten und Nutzen von Wertschöpfungsketten verschiedener Landnutzungsmaßnahmen berechnen.

In San Martin (Peru) wird mit der Wertschöpfungskette Kakao gearbeitet. Dort erreicht das Projekt über einen Zeitraum von zehn Jahren 12.650 Kleinbauern mit Schulungen und gibt ihnen verbesserte Bewirtschaftungssysteme an die Hand. Durch diese Maßnahmen und die Einführung von agroforstwirtschaftlichen Systemen sollen die Ernten von 750 kg pro Hektar auf 2.200 kg pro Hektar gesteigert werden. Aus der Umstellung ergeben sich knapp 6.500 neue Arbeitsplätze und eine Steigerung der Einkommen um mehr als 21 Millionen US-Dollar. Ferner haben die verbesserten Bewirtschaftungssysteme positive Wirkungen auf die lokalen Ökosystemdienstleistungen, da agroforstwirtschaftliche Systeme mehr CO2 binden, die Bodenfertilität verbessern und dafür sorgen, dass sich weniger Pflanzenschutzmittel anreichern.