04.07.2018

Großer Fortschritt beim Aufbau einer klimafreundlichen Wirtschaft in Costa Rica

Der damalige Minister für Umwelt und Energie, Edgar Gutiérrez, betont, wie wichtig die Strategie ist, die schon bald erarbeitet werden soll; Foto: Ministerio de Ambiente y Energía (MINAE)

Der damalige Minister für Umwelt und Energie, Edgar Gutiérrez, betont, wie wichtig die Strategie ist, die schon bald erarbeitet werden soll; Foto: Ministerio de Ambiente y Energía (MINAE)

Am 19. April 2018 brachte die Regierung von Costa Rica einen umfassenden Strategieentwicklungsprozess auf den Weg. Das Ziel: Die Kombination der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) mit den national bestimmten Klimaschutzbeiträgen (NDCs) des Landes zum Aufbau einer nachhaltigen, klimafreundlichen und klimaresilienten Volkswirtschaft.

Die langfristige Strategie des Landes für eine nachhaltige und inklusive Entwicklung setzt auf die Förderung von Instrumenten, mit denen eine langfristige Planung gemäß den Governance-Grundsätzen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie der bewährten Praxis möglich ist. Gleichzeitig will Costa Rica mit der neuen Strategie seine Zusagen aus dem Klimaschutzabkommen von Paris erfüllen. In dem Abkommen wird allen Ländern empfohlen, langfristige Strategien zum Aufbau einer klimaneutralen Wirtschaft zu erarbeiten.

Die Strategie ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen den Ministerien für Planung und politische Ökonomie (MIDEPLAN), Umwelt und Energie (MINAE), Außenhandel (COMEX) und Finanzen.

In dem Prozess sollen mehrere Ziele aus verschiedenen internationalen Übereinkommen gebündelt werden. Dazu zählen die SDGs sowie die Ziele zu Klimaneutralität und Klimaresilienz, die in den NDCs von Costa Rica festgeschrieben sind. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen des nationalen Planungssystems, unter dessen Dach die nationalen Entwicklungspläne des Landes in den nächsten 20 Jahren durchgeführt werden.

Bei der Auftaktveranstaltung hob Anthony Cox, Direktor der Umweltabteilung der OECD, hervor, dass Investitionen in das Klima auch das Wirtschaftswachstum fördern. „Langfristige Planungsprozesse bilden eine wesentliche Voraussetzung für den erfolgreichen Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft. Mit der neuen Strategie hat sich Costa Rica in einen ambitionierten und integrierten Prozess begeben – ein großer Fortschritt, zu dem ich dem Land gratulieren möchte“, so Cox.

Auftaktveranstaltung für den Prozess zur Strategieentwicklung; Foto: Ministerio de Ambiente y Energía (MINAE)

„Mit der Strategie haben wir nun die Möglichkeit, die einzelnen politischen Maßnahmen besser aufeinander abzustimmen und miteinander zu koordinieren. Dadurch senden wir ein klares Signal an die Märkte, die Wissenschaft sowie an private und soziale Akteure und zeigen, in welche Richtung sich das Land bewegt“, erklärte Edgar Gutiérrez, der damalige Minister für Umwelt und Energie.

Mindestens ein Jahr lang wird ein interdisziplinäres Team unter Federführung von MIDEPLAN und MINAE an der Strategie arbeiten. Dabei wird erwartet, dass sich alle Sektoren und gesellschaftlichen Gruppen aktiv einbringen. Das Projekt Unterstützung der Klimaneutralitätsstrategie Costa Ricas als Modell für Low Carbon Development, Phase II, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) umgesetzt wird, sowie die Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB) und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) unterstützen den Strategieentwicklungsprozess.

Mehrere Bürgerinnen und Bürger des Landes haben in einem Video ihre persönliche Vision 2050 für ihr Heimatland beschrieben. Die Wünsche der Menschen reichen von Fortschritten bei Umweltschutz und Klimaneutralität bis hin zu einer inklusiveren und stärker von gegenseitiger Achtung geprägten Gesellschaft.