15.08.2014

Klimafest investieren - internationaler Erfahrungsaustausch

Internationaler Workshop zur Anpassung von öffentlichen Investitionen an den Klimawandel in Peru

Zwei Arbeiter an einem künstlichen Wasserlauf

Foto: GIZ Peru

Das peruanische Wirtschafts- und Finanzministerium (MEF) investiert jährlich über 10 Milliarden US-Dollar in Infrastruktur und Dienstleistungen. Viele dieser Investitionen sind vom Klimawandel bedroht: Brücken werden durch extreme Niederschläge beschädigt, gleichzeitig nimmt dauerhaft die Wasserzufuhr für Wasserkraftwerke ab, der steigende Meeresspiegel zerstört touristische Infrastruktur an den Stränden. Seit 2011 arbeitet das MEF zusammen mit dem peruanischen Umweltministerium (MINAM) daran, öffentliche Investitionen an den Klimawandel anzupassen, um so die klimabedingten ökonomischen, sozialen und ökologischen Schäden zu reduzieren. Dabei erhalten die Ministerien Unterstützung durch ein Projekt der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI), durchgeführt von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH.

Im Laufe des Projekts haben die Beteiligten umfangreiche Erfahrungen mit klimafester Investitionspolitik gemacht. Diese Erfahrungen stellten die Grundlage für einen internationalen Workshop, der vom 15. bis 18. Juli 2014 in Lima stattfand. Teilnehmer waren Repräsentanten der Wirtschafts-, Finanz- und Planungs- und Umweltministerien aus anderen lateinamerikanischen Ländern, Vertreterinnen und Vertreter internationaler Organisationen sowie Expertinnen und Experten aus Projekten in verschiedenen Regionen Perus. Sie tauschten sich intensiv darüber aus, wie Strategien zur Anpassung an den Klimawandel in öffentliche Investitionssysteme integriert werden können, welche Erfolgsfaktoren eine Rolle spielen, welche Lernerfahrungen gesammelt wurden und inwiefern sie in andere Regionen und Länder übertragbar sind. "Der Klimawandel ist nicht nur ein Umweltthema. Es ist auch und gerade ein wirtschaftlich relevantes Thema", so Javier Roca, Generaldirektor der Abteilung für internationale Wirtschaft, Wettbewerb und Produktivität des MEF.

Drei Schlüsselprozesse standen im Zentrum der Veranstaltung: (1) das Konzept zum Management von Katastrophenrisiken unter Berücksichtigung des Klimawandels und dessen Einsatz für die Planung und Evaluierung von öffentlichen Investitionen, (2) die Entwicklung einer Methode zur Klimarisikoanalyse und Identifizierung entsprechender Anpassungsmaßnahmen in Pilotprojekten sowie (3) Kosten-Nutzen-Analysen zur ökonomischen Evaluierung dieser Anpassungsmaßnahmen. "Die Methoden sind essentiell für die Arbeit der Projektplaner. Was nun fehlt, sind Programme zur Stärkung von Umsetzungsfähigkeiten, damit es nicht bei Fallstudien bleibt und die Projektplanung durch die Berücksichtigung der neuen Kriterien nicht verkompliziert wird", reflektierte Jaime Saavedra, Direktor der Einheit für die Planung von öffentlichen Investitionsprojekten im Bereich Infrastruktur der Regionalregierung Piura.

Weitere Themen waren Finanzierungsmechanismen zur Förderung von Investitionen in die Anpassung an den Klimawandel; Informationssysteme mit kartographischem Material zu Risiken und zukünftigen Klimaszenarien; und die Entwicklung von Expertennetzwerken auf nationaler und internationaler Ebene. Weiterer lateinamerikanische Länder und internationale Organisationen wie das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) ergänzten die peruanischen Erfahrungen durch eigene Perspektiven.

Zum Schluss der Veranstaltung lud das MEF zur Gründung eines lateinamerikanischen Netzwerks von Ministerien ein, um Aktivitäten im Bereich der Klimawandelanpassung in öffentlichen Investitions- und Haushaltssystemen zu koordinieren. Nun wird ein Aktionsplan mit konkreten Schritten und Verantwortlichkeiten für die kommenden Monate entwickelt, der das Netzwerk mit Leben füllen soll.