16.12.2014

Nachhaltige Garnelenproduktion schützt Mangroven

Person hockt am Ufer eines Flusses

Garnelenzucht in Vietnam. Foto: Aidan Dockery.

Garnelenzucht ist eine wichtige Einkommensquelle für viele Menschen in Vietnam. Doch oftmals schadet die Zucht der Krustentiere den Küstenökosystemen, vor allem den bedrohten Mangrovenwäldern. Sie werden abgeholzt oder durch die Abwässer der Zuchtanlagen voller Exkremente, Futtermittelreste, Pestizid- und Medikamentenrückstände geschädigt. Doch es gibt auch schonende Produktionsmethoden, die die wertvollen Ökosysteme schützen und den Menschen gleichzeitig ihr Einkommen sichern. Weltweit steigt der Bedarf nach solchen nachhaltig produzierten Garnelen. In Vietnam haben nun zwei Betriebe - einer für Garnelenzucht (Ca Mau Organic Shrimp Farming), einer für deren Verarbeitung (Minh Phu Seafood Corp) - eine Naturland-Zertifizierung erhalten. Damit wird ihnen eine ökologisch verträgliche Produktion bescheinigt und sie können ihre Ware zu besseren Preisen verkaufen. 741 Garnelenzüchter profitieren von der Zertifizierung.

Dafür müssen die Betriebe bestimmte Standards erfüllen. Zum Beispiel dürfen keine Mangroven abgeholzt und ehemalige Mangrovenflächen müssen wiederaufgeforstet werden. Außerdem sollen die Tiere möglichst naturnah gezüchtet werden, ohne den Einsatz von Antibiotika, Pestiziden und Kunstdünger.

Beide Betriebe mussten sich auf die Prüfung durch Naturland vorbereiten und ihre Produktions- und Arbeitsmethoden teils umstellen oder verbessern. Dabei erhielten sie Unterstützung durch ein Projekt der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI), umgesetzt von der International Union for Conservation of Nature (IUCN). Das Projekt beriet die beiden Betriebe und vermittelte Partnerschaften zwischen ihnen sowie mit Exporteuren, die die Finanzierung der neuen Zuchtmethoden sichern sollen. Minh Phu verpflichtete sich dazu, den Garnelenzüchtern 10 Prozent mehr für Naturland-zertifizierte Ware zu zahlen.

Garnelen im SackDie Garnelenzüchter tragen so dazu bei, die Mangrovenwälder in Vietnam zu erhalten. Das ist wichtig für den Erhalt der biologischen Vielfalt und auch für die Anpassung an Wetterextreme, die durch den Klimawandel voraussichtlich zunehmen. Denn Vietnam ist mit seiner langen Küsten stark bedroht von tropischen Stürmen und Überflutungen. Mangroven bieten hier einen natürlichen Schutz und sind zudem die Kinderstube für viele Tierarten. Durch den Schutz dieser Ökosysteme können die Menschen vor Ort ihre Lebensgrundlagen langfristig sichern und sind somit weniger verwundbar für die Bedrohungen, die vom Klimawandel ausgehen.