22.07.2016

Vietnam rüstet sich gegen Verkehrskollaps

Menschen auf Motorrollern auf einer Straße in Vietnam

Starker Zweiradverkehr auf den Straßen Vietnams. Foto: S. Morris/flickr (CC BY NC 2.0)

Vietnam hat in den letzten Jahren einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung erfahren. Das Bruttoinlandsprodukt lag 2009 noch bei 1068 US-Dollar pro Kopf und im Jahr 2015 schon bei rund 2000 US-Dollar. Dadurch sind auch die Emissionen im Verkehrssektor stark angestiegen. Sie betragen nach Daten der Weltbank zirka 24% der gesamten energiebedingten Emissionen. Davon fällt der überwiegende Teil dem Straßenverkehr zu.

Laut WHO Report zur Straßensicherheit von 2013 sind in dem südostasiatischem Land über 33 Millionen Fahrzeuge registriert, davon 31 Millionen Zwei- und Dreiräder und 1,2 Millionen andere Fahrzeuge wie Busse, LKW und Autos. Dabei ist das Motorrad nach wie vor das bedeutsamste Verkehrsmittel im Personenverkehr. Für die kommenden Jahre wird von einem weiteren starken Zuwachs des Verkehrsaufkommens und der Emissionen ausgegangen, sofern keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs ist daher ein zentrales Ziel des vietnamesischen Verkehrs- sowie Umweltministeriums.

Das kürzlich gestartete Projekt „Förderung von Klimastrategien in Ländern mit schneller Motorisierung“ soll gemeinsam mit dem vietnamesischen Umweltministerium Klimaschutzstrategien mit politischer Unterstützung für den Verkehrssektor entwickeln. Gefördert wird das Projekt durch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMUB) mit 2,5 Millionen Euro. Ziel ist es, steigende Emissionen des Straßenverkehrs zu mindern. Dazu sollen zunächst Emissionen systematisch erfasst werden, um herauszufinden, wo sie reduziert werden können. Die erarbeiteten methodischen Ansätze werden in Initiativen des UN Klimasekretariats (Baseline Compendium) eingespeist.
Das Projekt wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt.


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