Weltkarte und Projektliste - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

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Stand: Januar 2017

Biodiversität und Klimaschutz in der Mata Atlantica


Ziel und Massnahmen

Mit der Verbesserung des Biodiversitätsschutzes und der Wiederherstellung ursprünglicher Waldgebiete in ausgewählten Schutzgebietsverbundsystemen (sog. mosaicos) trägt das Projekt zur Minderung des Klimawandels und zur Anpassung an seine Folgen in der Mata Atlântica bei. Die Strategie des Projekts dabei lautet ökosystembasierte Anpassung. Darunter versteht man die gezielte Nutzung von Ökosystemdienstleistungen im Rahmen einer umfassenden Strategie zur Reduzierung der Verwundbarkeit der lokalen Bevölkerung angesichts der Auswirkungen des Klimawandels. Die Projektgebiete liegen im Hinterland von Rio de Janeiro, im Süden des Bundesstaates Bahia und in der Küstenregion zwischen den Bundesstaaten São Paulo und Paraná (hierbei handelt es sich um die Regionen der Schutzgebiets-Mosaicos „Mata Atlântica Central Fluminense“, „Extremo Sul da Bahia“ und „Lagamar“). In diesen Pilotregionen entwickelt das Projekt in partizipativen Formaten Vulnerabilitätsanalysen und Entwicklungsszenarien, die den Klimawandel und seine Folgen miteinbeziehen. Dabei werden Möglichkeiten identifiziert, wie die nachhaltige Nutzung und der Schutz von Ökosystemen zur Anpassung an den Klimawandel und gleichzeitig zur Speicherung von CO2 beitragen können. Anschließend können dann auf dieser Basis lokale Raumordnungsinstrumente für die zukünftigen Herausforderungen des Klimawandels fit gemacht werden. In der Umsetzung ökosystembasierter Anpassungsmaßnahmen fördert das Vorhaben dezidiert den Aufbau von Kapazitäten lokaler und regionaler Akteure, damit diese künftig selbstständig Anpassungsstrategien entwickeln und durchführen können. Von großer Bedeutung ist dabei auch die ökonomische Inwertsetzung von intakten Naturwäldern für Fragen der Anpassung oder aber die Erhöhung von Kohlenstoffspeichern durch die Wiederherstellung von Naturwald. Die im Rahmen der Pilotprojekte gewonnen Erkenntnisse und Ansätze fliessen parallel dazu ständig in nationale Politiken Brasiliens ein.

Das Projekt wird auch durch die KfW Entwicklungsbank (mit Fundo Brasileiro para a Biodiversidade, Funbio) durchgeführt.

Vorgängerprojekte:

Schutz der atlantischen Küstenwälder

Waldschutz Mata Atlântica II

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

In den drei Projektregionen wurden in partizipativen Prozessen Klimarisiken identifiziert und Chancen durch ökosystembasierte Anpassungsstrategien auf mehr als 2,5 Millionen Hektar herausgearbeitet sowie auf einer Fläche von mehr als 50.000 Hektar ökosystembasierte Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen konzipiert. Eine Strategie zur Förderung von Kapazitäten im Bereich der ökosystembasierten Anpassung (Ecosystem-based Adapation, EbA) wurde mit Schwerpunkt auf folgende Punkte entwickelt und befindet sich in der Umsetzung:

  • Entwicklung eines Training of Trainer (ToT)-Prozesses mit bereits mehr als 220 Teilnehmenden,  einschließlich der Ausbildung von 46 Multiplikatoren
  • Institutionalisierung des EbA-Ansatzes in mehreren Aus- und Fortbildungsinstitutionen in Brasilien
  • Verbreitung und Anwendung der MARISCO-Methode (adaptive Management of vulnerability and RISk at COnservation sites)
  • Durchführung von Online-Kursen zu Gemeindeschutzplänen der Mata Atlântica (PMMA), die bereits mehr als 600 Personen erreichten
  • Begleitung der Integration von EbA in Raumordnungsinstrumente und Strategien, Pläne und Programme öffentlicher und privater Akteure durch die ausgebildeten brasilianischen Trainer
  • Kommunikation und Wissensnetzwerke

15 Pilotprojekte befinden sich in der Umsetzung, um ökosystembasierte Anpassung in lokale Planungsprozesse zu integrieren, unter anderem:

  • Gemeindeplanung von Porto Seguro (z.B. Gemeinde-Masterplan, Gemeindeplan für Schutz und Wiederherstellung der Mata Atlântica)
  • Managementplan des Schutzgebiets Canaéia-Iguape-Peruibe
  • Bodennutzungspläne und Stadtplanung in der Gemeinde Duque de Caxias

Erkenntnisse und Erfahrungen im Bereich EbA sind in verschiedene Politiken auf nationaler Ebene integriert worden: z.B. in den Nationalen Plan zur Anpassung an den Klimawandel (PNA), Nationalen Plan zur Wiederherstellung der Natürlichen Vegetation (Planaveg), Indikatoren zum Monitoring der Nationalen Biodiversitätsziele Brasiliens, Neues Waldgesetz (Código Florestal). Des Weiteren sind die Ergebnisse von hochrangigen Vertretern auf verschiedenen nationalen und internationalen Events eingebracht worden: z.B. Vorstellung der brasilianischen iNDCs in Paris 2015.

Neben anderen Veröffentlichungen wurde eine Neuauflage des Jahrbuchs der Mata Atlântica veröffentlicht.


Projektdaten

Land:
Brasilien

Partnerinstitution:

Umweltministerium (MMA), Secretaria de Biodiversidade e Florestas (SBF), Secretaria de Mudanças Climáticas e Qualidade Ambiental (SMCQ), Secretaria de Recursos Hídricos e Ambiente Urbano (SRHU), Serviço Florestal Brasileiro (SFB), Órgãos estaduais de meio ambiente de Bahia, Rio de Janeiro, Paraná e São Paulo (OEMAs), Instituto Chico Mendes de Conservação da Biodiversidade (ICMBio), Pacto pela Restauração da Mata Atlântica (Pacto) und Rede de ONGs da Mata Atlântica (RMA)


Durchführungs­organisation:

Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH


BMUB-Förderung:
6.435.000 €

Projektlaufzeit:
04/2013 bis 03/2018

Internetauftritt:
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