FAQ zum länderspezifischen Auswahlverfahren Peru

Das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit hat im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative ein länderspezifisches Auswahlverfahren veröffentlicht. Gesucht werden Ideen für Projekte zum Thema Klimaschutz und Biodiversität in Peru. 

Unten stehend finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Verfahren. 


Formale Anforderungen

Wann und in welcher Form können Projektskizzen eingereicht werden?

Projektskizzen können bis einschließlich 7 April 2021, 23:59 Uhr (MESZ) ausschließlich über die IKI Online-Plattform in englischer Sprache eingereicht werden. Skizzen, die nicht auf dem vorgesehenen Weg, sondern zum Beispiel als Papierversionen oder als Anhang per E-Mail eingereicht werden, können für das weitere Auswahlverfahren nicht berücksichtigt werden.

Wer kann eine Projektskizze einreichen?

Die Internationale Klimaschutzinitiative ist offen für unterschiedliche Akteurinnen und Akteure aus dem In- und Ausland. 

Gefördert werden Projekte von Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaftsunternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus dem In- und Ausland, Durchführungsorganisationen der Bundesrepublik Deutschland, Institutionen in den Kooperationsländern (unter anderem akkreditierte nationale Umsetzungsorganisationen bei internationalen oder multilateralen Organisationen) sowie internationale zwischenstaatliche Organisationen und Einrichtungen, wie zum Beispiel Entwicklungsbanken, Organisationen und Programme der Vereinten Nationen. 

Regierungen der Kooperationsländer können sich nicht um IKI Fördermittel bewerben. 

Einzelpersonen können nicht gefördert werden. 
 

Kann die Projektskizze vorab durch das BMU / die IKI geprüft werden?

Eine Vorabprüfung von Projektskizzen durch das BMU/IKI oder die ZUG werden nicht durchgeführt. Zudem können aus Gründen einer möglichen Wettbewerbsverzerrung keine individuellen Beratungen oder Einschätzungen zum Aufbau oder zu den Inhalten einzelner Skizzen erteilt werden.

Ist eine Vorbereitungsphase obligatorisch?

Eine Vorbereitungsphase ist nicht obligatorisch. Sie ist jedoch unter anderem dann zu empfehlen, wenn

  • die durchführende Organisation keine direkte Erfahrung mit der Durchführung von IKI-Projekten hat; 
  • Zielregionen für konkrete Projektmaßnahmen gemeinsam mit der peruanischen Regierung  ausgewählt werden müssen; 
  • die Projektpartner im Konsortium wenig oder keine solide Erfolgsbilanz in der Zusammenarbeit insbesondere mit den ausgewählten lokalen Partnerorganisationen haben; 
  • der Erfolg des Projekts in hohem Maße von einer sektorübergreifenden Zusammenarbeit in  Peru sowie von der Beteiligung lokaler Akteure abhängt. 

Bitte geben Sie vor diesem Hintergrund an, ob das Konsortium eine Vorbereitungsphase plant. Falls ja, beschreiben Sie bitte den Umfang, indem Sie Angaben zu den wichtigsten zu erzielenden Ergebnissen sowie zu den zu klärenden Umständen machen. Falls Sie keine Vorbereitungsphase vorsehen, begründen Sie bitte kurz Ihre Entscheidung.

Beachten Sie, dass das Budget für die Vorbereitungsphase Teil des vorgeschlagenen Gesamtprojektbudgets sein wird.

Wie viele Skizzen werden für die zweite Verfahrensstufe ausgewählt?

Eine Skizze pro Förderschwerpunkt wird für die zweite Verfahrensstufe ausgewählt.

Sollte die OECD-Wirkungslogik / "Theory of Change" Meilensteine und Indikatoren enthalten?

Für die Skizzen sind keine Meilensteine/Zwischenziele notwendig. Aktivitäten sollten grob skizziert werden. Outputs und Outcomes sollten nur grob nach der auf der IKI-Online-Plattform bereitgestellten Vorlage skizziert werden. Für die Ausarbeitung eines ausführlichen Projektantrages in der zweiten Auswahlstufe  werden Sie dann aufgefordert, die Wirkungskette mit Arbeitspaketen (das heißt: Aktivitäten) und entweder Meilensteinen oder Indikatoren für Zwischenergebnisse detailliert zu definieren.


Partnerorganisationen und Konsortium

Muss ein deutscher Partner im Konsortium sein?

Es ist nicht notwendig, eine Organisation aus Deutschland als Partner oder hauptverantwortliche Organisation im Konsortium zu haben.

Müssen die Durchführungsorganisationen ihren Hauptsitz in Peru haben?

Nein, es ist grundsätzlich unerheblich, in welchem Land die hauptverantwortliche Durchführungsorganisation oder ihre Konsortialpartner ihren Hauptsitz haben. Bitte berücksichtigen Sie jedoch die Regelung bezüglich des "Local Content". 

Ist eine Förderung auch ohne Konsortium möglich bzw. wie muss ein Konsortium aufgebaut sein?

Projekte müssen in einem Konsortium mit mehr als zwei Organisationen durchgeführt werden, wobei eine deutsche Organisation nicht zwingend vertreten sein muss.

Was ist eine Kooperationsvereinbarung und wann ist diese vorzulegen?

Die erfolgreiche Durchführung eines Projekts bedarf einer vertrauensvollen Zusammenarbeit und eines fairen Umgangs der Projektpartnerinnen und -partner. Die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit, das heißt die Rechte und Pflichten, regeln die Projektpartnerinnen und –partner in einem internen Abkommen („Kooperationsvereinbarung“). Diese sollte – soweit möglich – bereits Teil der Bewerbung im Skizzenverfahren sein (siehe Merkblatt der Förderinformation Anhang II). 

Dürfen politische Partner Konsortialpartner und Weiterleitungsempfänger sein?

Politische Partnerinnen und Partner dürfen keine Konsortialpartner bzw. Kosortialpartnerinnen sein und keine Weiterleitungen empfangen, da hiermit eine unzulässige Budgethilfe verbunden sein könnte.

Kann eine Organisation in mehreren Konsortien beteiligt sein/mehrere Skizzen einreichen?

Es gibt keine Begrenzung der Anzahl an Skizzen an der eine einzelne Organisation beteiligt sein kann bzw. die eine Organisation als hauptverantwortliche Durchführungsorganisation einreichen kann.

Gelten Länderbüros von multinationalen Organisationen als lokale Akteurinnen und Akteure?

Länderbüros von multinationalen Organisationen gelten als lokale Akteure, wenn sie eine offizielle Rechtspersönlichkeit nach geltendem peruanischen Recht vorweisen können. Im Rahmen des Projekts sollten bei den Länderbüros fachliche und administrative Kompetenzen genutzt und/oder aufgebaut werden.


Projekt-Budget

Gibt es Vorgaben hinsichtlich der Höhe der finanziellen Förderung?

Das vom BMU bereitgestellte Fördervolumen pro Projekt beträgt 12 Millionen Euro bis zu 15 Millionen Euro. Eine Unter- oder Überschreitung des Fördervolumens führt zum Ausschluss der Skizze. Die Budgetgestaltung ist realistisch und nachvollziehbar zu gestalten.

Des Weiteren sollte die Höhe des geplanten durchschnittlichen jährlichen BMU-Finanzierungsvolumens den durchschnittlichen Jahresumsatz der letzten drei Geschäftsjahre der hauptverantwortlichen Durchführungsorganisation nicht überschreiten. Maßgeblich ist die Gesamtzuwendung, da die hauptverantwortliche Durchführungsorganisation diese als Erstempfängerin erhält. Das durchschnittliche jährliche Fördervolumen ergibt sich aus dem geplanten BMU-Gesamtfördervolumen und der geplanten Projektlaufzeit. 

∅ Jährliches Fördervolumen = Gesamtförderung BMU : Jahre (Projektlaufzeit)

Was sind Eigen- und Fremdmittel?

Eigenmittel sind in der Regel ungebundene Finanzmittel, die der Antragstellende zur Finanzierung der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben des Projektes aus dem eigenen Vermögen zur Verfügung stellt. Eine angemessene Eigenbeteiligung in Form von Eigenmitteln sowie die Mobilisierung zusätzlicher Finanzmittel sind grundsätzlich Voraussetzung für eine Förderung. In welcher Höhe die Einbringung von Eigenmitteln angemessen ist, kann nur im Einzelfall entschieden werden. Die angemessene Höhe hängt insbesondere von der Finanzkraft der hauptverantwortlichen Durchführungsorganisation ab. Eine festgeschriebene Mindesthöhe für die Eigenbeteiligung existiert nicht. Die Finanzierung des Zuwendungszwecks ist vorrangig Aufgabe der Durchführungsorganisationen, die deshalb alles ihr Zumutbare tun muss, um die erforderlichen Mittel selbst aufzubringen. Eine Vollfinanzierung von Maßnahmen aus IKI-Fördermitteln ist nur in Ausnahmefällen möglich. 

Neben Eigenmitteln können Fremdmittel zum Beispiel in Form von Drittmitteln oder Zuwendungen Dritter eingebracht werden. Als Drittmittel gelten Geldmittel von privaten Gebenden (Unternehmen, Vereine etc.), die ein Interesse an der Projektumsetzung haben und diese ungebunden zur Finanzierung der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben zur Verfügung stellen. Eine Bestätigung des Gebenden über die Erbringung der Drittmittel ist in der zweiten Stufe des Auswahlverfahrens zu erbringen. 

Zuwendungen Dritter sind ausschließlich Geldmittel, die von anderen öffentlichen Stellen für das Projekt bereitgestellt werden. Andere öffentliche Stellen sind beispielsweise öffentlich-rechtlich organisierte Einrichtungen des Bundes und der Länder, bundesunmittelbare Körperschaften, Anstalten, Stiftungen des öffentlichen Rechts sowie deren Vereinigungen unabhängig von der Rechtsform und alle EU-Institutionen. 

Zuwendungen Dritter sind ausschließlich Geldmittel, die von anderen öffentlichen Stellen für das Projekt bereitgestellt werden. Andere öffentliche Stellen sind beispielsweise öffentlich-rechtlich organisierte Einrichtungen des Bundes und der Länder, bundesunmittelbare Körperschaften, Anstalten, Stiftungen des öffentlichen Rechts sowie deren Vereinigungen unabhängig von der Rechtsform und alle EU-Institutionen. 

Können Sachleistungen und Personalleistungen als Eigenmittel angerechnet werden?

Als Eigenmittel können im Budget lediglich ungebundene Geldmittel angerechnet werden, bei denen während der Projektlaufzeit nachweisbare Finanzflüsse entstehen. 

Eine anderweitige Beteiligung der hauptverantwortlichen Durchführungsorganisation, der Konsortialpartner sowie der politischen Partner oder Dritter in Form von unbaren Eigenleistungen (zum Beispiel bestehendes Personal, Sachleistungen, Infrastruktur) ist jedoch grundsätzlich möglich.

Welche Ausgaben sind zuwendungsfähig?

Grundsätzlich sind alle Ausgaben (Personal-, Sach- und Investitionsausgaben) zuwendungsfähig, die zur Erreichung des Zuwendungszwecks innerhalb des Bewilligungszeitraums unbedingt notwendig und wirtschaftlich angemessen sind. Diese Ausgaben sind im Finanzierungsplan darzustellen.

Welche Ausgaben sind nicht zuwendungsfähig und dürfen nicht berechnet werden?

Folgende Ausgaben sind nicht zuwendungsfähig:

  • bei einer Vorsteuerabzugsberechtigung nach § 15 Umsatzsteuergesetz ist die (ggf. anteilige) Umsatzsteuer nicht förderfähig, 
  • Ausgaben, die nicht mit Originalbelegen nachgewiesen werden können,
  • Ausgaben ohne Nachweis der Bezahlung,
  • nicht genutzte Skonti und Rabatte,
  • Ausgaben, die außerhalb des Bewilligungszeitraumes entstanden sind,
  • nicht gesetzlich vorgeschriebene Versicherungen,
  • Ausgaben, die nicht eindeutig dem Projekt zugeordnet werden können,
  • Ausgaben, die spätere Erstattungen zur Folge haben (zum Beispiel Pfand, Mietkaution),
  • Ausgaben für First-Class-Flüge,
  • Sonstiges und Unvorhergesehenes

Gibt es eine feste Grenze oder einen festen Prozentsatz für Verwaltungsausgaben (indirekte Ausgaben) in der IKI?

Ein festes Limit oder ein fester Prozentsatz sind nicht definiert. Sollten die veranschlagten Verwaltungsausgaben oder indirekten Ausgaben jedoch im Verhältnis zu den direkten Ausgaben zu hoch erscheinen, wird die hauptverantwortliche Durchführungsorganisation regelmäßig um einen Nachweis zur weiteren Beurteilung gebeten.