Anpassung an die Folgen des Klimawandels

Video: Der Förderbereich "Anpassung an die Folgen des Klimawandels" kurz erklärt

Im Förderbereich "Anpassung an die Folgen des Klimawandels" unterstützt die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) besonders verwundbare Länder und Regionen dabei, ihre Anpassungsfähigkeit gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu erhöhen.

Die Schwerpunkte der Förderung sind: Ökosystembasierte Anpassung (EbA), Instrumente zum Risikomanagement von klimawandelbedingten Extremereignissen, beispielsweise durch innovative Versicherungslösungen, sowie Entwicklung und Umsetzung nationaler Anpassungsstrategien. Bis Ende 2017 wurden im Bereich Anpassung insgesamt über 100 Projekte bewilligt

EbA - ökosystembasierte Anpassung

Ökosysteme erbringen wichtige Leistungen für den Menschen. Zum Beispiel erhalten sie die Bodenfruchtbarkeit, stellen sauberes Wasser bereit und schützen vor Hochwasser oder Erosion. Diese Ökosystemdienstleistungen können auch dazu beitragen, dass Menschen weniger stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind. Das EbA-Konzept befasst sich daher mit der Nutzung von biologischer Vielfalt, natürlichen Ressourcen und deren Ökosystemdienstleistungen, um die Anpassungsfähigkeit der Menschen an die Auswirkungen des Klimawandels zu erhöhen. EbA ist also ein auf den Menschen ausgerichteter Ansatz, der natürliche Ressourcen ergänzend zu oder als Ersatz für andere Anpassungsmaßnahmen behandelt. Im Unterschied zu klassischen Ansätzen im Bereich Management natürlicher Ressourcen und Biodiversität stellt EbA explizit aktuelle und zukünftige Klimaveränderungen und deren Auswirkungen auf Menschen und Ökosysteme ins Zentrum. EbA-Maßnahmen stellen oft vergleichsweise kosteneffiziente Anpassungsoptionen dar. So sind die Kosten für die Wiederherstellung von Ökosystemen häufig geringer als technische Lösungen, die die Anpassungsfähigkeit in gleichem Maße erhöhen.

In der Praxis ist EbA zumeist Teil einer umfassenderen Anpassungsstrategie und sollte proaktiv in bestehende Planungsprozesse, zum Beispiel im Bereich Landnutzung, integriert werden. Konkrete Maßnahmen sind unter anderem das verbesserte Management, der Schutz, oder die Wiederherstellung von Mangroven und Korallenriffen, die somit Küstenzonen vor stärker werdenden Stürmen und den Folgen des Meeresspiegelanstiegs schützen. EbA-Maßnahmen können auch weitreichende Entscheidungen erfordern, zum Beispiel, wenn Schutzgebiete die Nutzung von Ressourcen einschränken. Daher sollten Risikoeinschätzungen, Szenarioplanung und das Management von Anpassungsmaßnahmen Teil der Entscheidungsfindung sein, um mögliche Auswirkungen zu identifizieren und zu berücksichtigen.

Die IKI fördert Projekte, die konkrete EBA-Ansätze in der Praxis testen, Erfahrungen aufarbeiten und verbreiten. Das BMUB speist die in den Projekten gewonnenen Erfahrungen in internationale Verhandlungsprozesse im Rahmen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt sowie der Klimarahmenkonvention ein. Praktische Erfahrungen zur Wirkung von EbA-Maßnahmen und ihrem Kosten-Nutzen-Verhältnis im Vergleich zu anderen Anpassungsmaßnahmen tragen dazu bei, das EbA-Konzept weiterzuentwickeln.

Ausgewählte Projekte:

Instrumente zum Risikomanagement - Innovative Versicherungslösungen zur Absicherung gegen Wetterrisiken

Klimamodelle1 zeigen auf, dass der Klimawandel in einigen Regionen der Welt zu Veränderungen von Wetterereignissen führt. Das können intensivere Trockenperioden, Starkniederschlägen oder Stürme sein. Solche Extremwetterereignisse haben zum Teil verheerende direkte Auswirkungen auf das Leben der Menschen, auf Unternehmen sowie auf die Infrastruktur oder die Wirtschaftskraft der betroffenen Regionen. Kleinbauern können durch wetterbedingte Ernteausfälle ihre wirtschaftliche Lebensgrundlage verlieren, während gleichzeitig der Staatshaushalt stark beansprucht wird, Nothilfe zu leisten und den Wiederaufbau betroffener Regionen zu finanzieren. Versicherungen gegen extreme, durch den Klimawandel bedingte Wetterereignisse können vor allem ökonomische Risiken minimieren sowie schnelle wirtschaftliche Unterstützung bei einem Neustart der Betroffenen bieten – sowohl auf individueller als auch auf staatlicher Ebene. Die IKI fördert insbesondere Projekte, die Versicherungsprodukte mit präventiven Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel verbinden. Dadurch können potenzielle Schäden beim Eintreten eines Wetterextrems verringert werden und eine schnellere Erholung in Folge von Schäden und Verlusten unterstützt werden.

In ausgewählten Regionen arbeiten eine Reihe IKI-geförderter Projekte innovative Versicherungslösungen und Risikovorsorgestrategien aus. Sie unterstützen darüber hinaus die Entwicklung gesetzlicher Rahmenbedingungen und fördern die Kooperation von Politikverantwortlichen und Versicherungsunternehmen. Die Vorhaben verbessern auf diese Weise sowohl die Einkommens- und Ernährungssicherheit als auch die Kredit- und Erwerbschancen der Bevölkerung und von Unternehmen.

1IPCC (2012)

Ausgewählte Projekte:

Entwicklung und Umsetzung nationaler Anpassungsstrategien

Bei nationalen Anpassungsstrategien handelt es sich um Instrumente beziehungsweise Programme, die Länder dabei unterstützen sollen, sich auf die Auswirkungen des Klimawandels systematisch vorzubereiten. Darunter fallen nationale Initiativen wie beispielsweise die langfristig ausgelegten "National Adaptation Plans" (NAPs). Die auf nationaler Ebene angewandten NAPs beinhalten in der Regel einen technischen und institutionellen Maßnahmenkatalog und sind für die Partnerländer oft Grundlage für finanzielle Unterstützung. Ziel von Anpassungsstrategien ist die Stärkung gegenüber den negativen Auswirkungen des Klimawandels sowie die systematische Berücksichtigung von Klimawandelaspekten bei der nationalen, sektoralen und kommunalen Entwicklungs- und Budgetplanung. Zunehmend bilden NDCs den Rahmen für Anpassungsstrategien beziehungsweise fließen Anpassungsstrategien wie NAPs in NDCs ein.

Die IKI fördert die Entwicklung und Umsetzung nationaler Anpassungsstrategien. Ein Schwerpunkt der Förderung liegt auf der Optimierung von Landnutzungskonzepten, Wasserressourcen- und Küstenzonenmanagement sowie auf der Integration von Anpassungsaspekten in Sektorstrategien und nationale Entwicklungs- und Investitionspläne (Mainstreaming). Die oben beschriebenen Maßnahmen zur ökosystembasierten Anpassung sowie zum Risikomanagement sind häufig auch Teil nationaler Anpassungsstrategien.

Ausgewählte Projekte: