Schutz der biologischen Vielfalt

Im Förderbereich "Schutz der biologischen Vielfalt" setzt sich die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) für die Umsetzung der Ziele des Strategischen Plans 2011-2020 (Aichi-Ziele) des Internationalen Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) in den Partnerländern ein. Dabei befassen sich Projekte der IKI oft mit Herausforderungen, die neben dem Erhalt und der nachhaltigen Nutzung biologischer Vielfalt auch Klimaschutz oder Anpassung an die Folgen des Klimawandels betreffen, und erarbeiten übergreifende Lösungen. Umgekehrt spielt der Erhalt der biologischen Vielfalt ebenfalls eine wichtige Rolle bei IKI-Projekten zu ökosystembasierter Anpassung und natürlichen Kohlenstoffsenken.

Das Bundesumweltministerium (BMUB) finanziert im Förderbereich "Erhalt der biologischen Vielfalt" einerseits Vorhaben, die direkt Maßnahmen zum Erhalt, zur Wiederherstellung und zur nachhaltigen Nutzung von Naturschutzgebieten und Ökosystemen durchführen. Andererseits können IKI-Projekte aber auch einen indirekten Beitrag leisten, indem sie die Leistungsfähigkeit der Regierungen und der Zivilgesellschaft zur Umsetzung der Aichi-Ziele aufbauen und stärken. Gefördert werden außerdem investive Maßnahmen, Politikberatung, Technologietransfer und Forschungskooperationen. Inhaltlich unterstützen IKI-Projekte insbesondere die Entwicklung und Umsetzung nationaler Biodiversitätsstrategien und Aktionspläne (NBSAPs). Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Maßnahmen zum CBD-Arbeitsprogramm zu Schutzgebieten und auf der Zusammenarbeit mit lokalen und indigenen Gemeinschaften für den Erhalt und der Wiederherstellung von Ökosystemen. Außerdem tragen IKI-Projekte zum Aufbau von Know-how und Leistungsfähigkeit des wissenschaftlichen Beratungsgremiums zur biologischen Vielfalt (IPBES) bei.

Im Bereich Biodiversität wurden seit dem Jahr 2011 bis Ende 2016 insgesamt 55 Projekte mit einem Mittelvolumen von 218 Millionen Euro bewilligt.

Mechanismen zur Planung und Bewirtschaftung der biologischen Vielfalt

Nationale Biodiversitätsstrategien und Aktionspläne (NBSAPs) sind das zentrale Instrument, um die Ziele der CBD auf nationaler Ebene umzusetzen. Alle Vertragsstaaten müssen solche Strategien oder vergleichbare Instrumente erarbeiten, umsetzen und sie in Planungsprozesse aller Bereiche einbringen, die den Erhalt der biologischen Vielfalt positiv beeinflussen. Eine zentrale Herausforderung dabei ist, die Konsequenzen von Entwicklungsmaßnahmen verschiedener Ressorts für die biologische Vielfalt und den Erhalt von Ökosystemdienstleistungen in den jeweiligen Planungsprozessen systematisch zu berücksichtigen. Hier bietet die "Ökonomie von Ökosystemen und Biodiversität" (TEEB) eine wichtige Entscheidungshilfe. Die vom BMUB und der EU-Kommission unter der Schirmherrschaft des Umweltprogramms der Vereinten Nationen angestoßene Initiative veröffentlichte 2009 eine Studie, die den monetären Wert von Ökosystemen und biologischer Vielfalt veranschaulichte. Dafür verglichen zahlreiche internationale Fachexperten die Kosten des Verlustes von biologischer Vielfalt und Ökosystemdienstleistungen mit den Kosten für deren Schutz und die nachhaltige Nutzung. TEEB bietet eine Herangehensweise, die Entscheidungsträgern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft hilft, die Werte von Ökosystemen zu erkennen, aufzuzeigen und in ihre Entscheidungen einzubeziehen.

Mehr Informationen zu TEEB (extern, englisch)

Die IKI fördert in diesem Zusammenhang Projekte, mit denen Partnerländer gezielt bei der Ausgestaltung und Umsetzung von NBSAPs beraten, nationale und regionale TEEB-Studien erstellt und die notwendigen technologischen und institutionellen Fähigkeiten aufgebaut werden. Die Projekte bieten unter anderem Schulungen an, erstellen Studien oder organisieren Dialogplattformen. Außerdem erarbeiten die Projektpartner nationale Finanzierungsstrategien, identifizieren die Ursachen für den Verlust biologischer Vielfalt und schaffen positive, ökonomische Impulse für den Erhalt und nachhaltige Nutzung der Biodiversität. So testen sie zum Beispiel Mechanismen zur Zahlung für Ökosystemdienstleistungen (PES), erarbeiten Wertschöpfungsketten und schaffen alternative, nachhaltige Einkommensquellen.

Ausgewählte Projekte:

Schutzgebiete und Ökosystemdienstleistungen

Die 193 Vertragsstaaten der CBD haben sich in ihrem Arbeitsprogramm zum Thema Schutzgebiete das Ziel gesetzt, bis 2020 mindestens 17 Prozent der gesamten Fläche an Land und Binnengewässer sowie 10 Prozent aller Küsten- und Meeresgebiete unter Schutz zu stellen. Das betrifft insbesondere solche Gebiete, die eine hohe biologische Vielfalt aufweisen und wichtige Ökosystemdienstleistungen erbringen. Dazu müssen effektiv verwaltete, ökologisch repräsentative und gut verbundene Schutzgebietsnetze eingerichtet werden. Auf der Webseite der CBD-LifeWeb-Initiative können Staaten ihren Bedarf an zusätzlicher Unterstützung zur Verbesserung nationaler oder grenzüberschreitender Schutzgebietssysteme oder einzelner Gebiete melden. Die Mittel dafür können von anderen Staaten sowie von privaten Partnern zur Verfügung gestellt werden. Über IKI-Projekte wurden bereits eine Vielzahl von Bedarfsmeldungen der Partnerländer realisiert.

Internetseite der LifeWeb-Initiative

Gemeinsam mit lokalen und indigenen Gemeinschaften entwickeln IKI-Projekte Strategien zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung von Ökosystemen und biologischen Ressourcen, die die Lebensgrundlage dieser Menschen darstellen. Sie unterstützen ihre Partner außerdem dabei, Schutzgebiete einzurichten, zu erweitern, zu konsolidieren und effektiv zu managen sowie geschädigte Lebensräume wiederherzustellen. Bei den Schutzgebieten liegt ein besonderer Schwerpunkt auf dem Meeresschutz, insbesondere auf der Identifizierung von biologisch und ökologisch bedeutsamen Meeresgebieten (EBSAs). Ziel ist, die Ausweitung der Meeresschutzgebiete global voranzutreiben.

Ausgewählte Projekte: