Landnutzung und Landwirtschaft

Potenziale für den Klimaschutz nutzen

Der Weltklimarat der Vereinten Nationen (IPCC) geht davon aus, dass etwa ein Viertel aller anthropogenen Treibhausgasemissionen weltweit durch die Land- und Forstwirtschaft sowie durch sonstige Landnutzungsänderungen verursacht werden. Gleichzeitig führt der Klimawandel zu Extremwetterereignissen wie Dürren und Überschwemmungen, die große Schäden in der Landwirtschaft anrichten. So wird vor allem armen Bevölkerungsgruppen in ländlichen Gebieten die Lebensgrundlage entzogen.

Die Bedeutung der Landwirtschaft für die Landnutzung und ihr großes Potenzial für Minderung und Anpassung ist seit dem IPCC-Sonderbericht vom August 2019 stark in den internationalen Fokus gerückt: Einerseits ist es notwendig, durch widerstandsfähige und intakte Ökosysteme die Lebensgrundlage von Bäuerinnen und Bauern nachhaltig zu sichern. Andererseits kann eine nachhaltige Landwirtschaft - zum Beispiel durch Humusaufbau oder das Pflanzen von Schattenbäumen - einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Landschaftsbasierte Ansätze

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) unterstützt Partnerländer insbesondere dabei, durch landschaftsbasierte Ansätze („landscape approach“) konkurrierende Landnutzungsinteressen auszubalancieren. Die Ansätze berücksichtigen sowohl das menschliche Wohlergehen als auch eine intakte Umwelt. Hierdurch können Ökosystemleistungen erhalten bleiben oder wiederhergestellt werden. Zudem spielen in vielen Projekten zur ökosystembasierten Anpassung (EbA) Wälder eine wichtige Rolle.

Agroforstsysteme

Darüber hinaus nutzt die IKI das große Minderungs- und Anpassungspotenzial von Agroforstsystemen (AFS). Die Initiative fördert Projekte, die den Aufbau von nachhaltigen Agroforstsystem-Wertschöpfungsketten unterstützen, wie zum Beispiel von Kakao oder Kaffee. Gegenüber Monokulturen sind biodiverse Agroforstsysteme ökologisch nachhaltiger, da sie mit geringeren oder ohne chemische Pflanzenschutzmittel und synthetischen Dünger auskommen. Zudem bieten sie eine Vielzahl von „Co-Benefits“, wie zum Beispiel Kohlenstoffbindung, Einkommensdiversifizierung, Schädlingsbekämpfung und eine Erhöhung der Bodenfeuchte. Darüber hinaus beraten IKI-Projekte Regierungen in den Partnerländern zur nachhaltigen institutionellen Verankerung von Agroforstsystemen.

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