Finanzierung für den weltweiten Erhalt der biologischen Vielfalt

Die 193 Vertragsstaaten des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) haben sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um den Verlust an biologischer Vielfalt aufzuhalten. Zu diesem Zweck verabschiedeten sie den Strategischen Plan 2011-2020, der den Rahmen für eine ambitionierte und umfassende globale Biodiversitätspolitik in den nächsten Jahren vorgibt. Der Strategische Plan wird sich nur verwirklichen lassen, wenn alle Staaten solidarisch zusammenarbeiten. Auf der 11. CBD-Vertragsstaatenkonferenz 2012 in Hyderabad, Indien, einigten sich die Vertragsstaaten darauf, wie die Umsetzung des Plans finanziert werden soll: Die internationalen Mittel werden bis 2015 im Vergleich zu den durchschnittlich von 2006 bis 2010 bereitgestellten Mitteln verdoppelt, um dieses Niveau anschließend bis 2020 mindestens zu halten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte bei der Vertragsstaatenkonferenz 2008 in Bonn zu, dass Deutschland von 2009 bis 2012 zusätzlich zu den bestehenden Ausgaben in diesem Bereich weitere 500 Millionen Euro für den internationalen Schutz von Wäldern und anderen Ökosystemen bereitstellen wird. Ab 2013 sind eine halbe Milliarde Euro jährlich für diesen Zweck vorgesehen. Die deutsche Bundesregierung hat diese Zusage bisher konsequent erfüllt: Seit 2008 wurden die Mittel mehr als verdoppelt. Verglichen mit den Beträgen, die zwischen 2006 und 2010 jährlich im Durchschnitt bereitgestellt wurden, hat sich das Engagement ebenfalls mehr als verdoppelt. Damit hat Deutschland bereits jetzt die Finanzierungsziele erreicht, die in Hyderabad 2012 vereinbart wurden.

Ein Großteil der Mittel wird über den Haushalt des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) zur Verfügung gestellt. In 2008 etablierte das Bundesumweltministerium (BMUB) mit der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) ein weiteres Finanzierungsinstrument für biologische Vielfalt, das die bestehenden Aktivitäten Deutschlands ergänzt und ausweitet. Die deutschen Mittel fließen zielgerichtet in Projekte, die die Partnerländer bei der Umsetzung des Strategischen Plans 2011-2020 unterstützen. Zudem bemühen sich beide Ministerien, das Thema biologische Vielfalt umfassend in internationale Projekte und Programme anderer Sektoren zu integrieren. So ist ein wesentliches Ziel der IKI, Synergieeffekte zwischen Klimaschutz, Anpassung an die Folgen des Klimawandels und dem Erhalt der biologischen Vielfalt zu erschließen. Deshalb leisten rund ein Drittel aller IKI-Projekte in den Bereichen Klimaschutz und Anpassung an die Folgen des Klimawandels gleichzeitig auch einen wichtigen Beitrag zum globalen Schutz der biologischen Vielfalt sowie zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Ressourcen. Von 2008 bis August 2014 hat die IKI 144 biodiversitätsrelevante Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von 520 Millionen Euro gefördert.

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