Nachhaltige Stadtentwicklung

Der Lebensraum Stadt bietet schon heute ein Zuhause für mehr als die Hälfte aller Menschen auf unserem Planeten. Experten schätzen, dass bis zum Jahr 2050 sogar 70 Prozent der Weltbevölkerung in urbanen Räumen leben werden. Dieser Urbanisierungsschub wird überwiegend in Ballungsräumen von Schwellen- und Entwicklungsländern stattfinden. Obwohl das Leben in Städten ressourcenschonender als in ländlichen Räumen ist, sind Städte für mehr als zwei Drittel der weltweiten Emissionen der klimawirksamen Treibhausgase verantwortlich. Durch Infrastruktur- und Gebäudeprojekte wird Fläche versiegelt und Biodiversität bedroht. Gleichzeitig sind Städte in besonderem Maße von den Auswirkungen des Klimawandels wie Wasserknappheit, Hitzewellen, steigenden Meeresspiegeln, Überschwemmungen und Wirbelstürmen betroffen. Die wachsende Bedeutung der Städte als menschlicher Lebensraum und ihre Beiträge zur Erreichung nationaler Klima- und Biodiversitätsschutzziele verdeutlichen, wie wichtig Strategien und die Umsetzung von Maßnahmen für Klimaschutz und Anpassung für eine nachhaltige Stadtentwicklung sind.

Quito, Ecuador. Foto: Oliver Hölcke

Die Schlüsselrolle von Städten als Akteure im Klimaschutz wurde erstmals formell bei den Klimaverhandlungen in Paris anerkannt. Auf dem dritten UN-Gipfel zu Wohnungswesen und nachhaltiger Stadtentwicklung – der „Habitat III“-Konferenz im Oktober 2016 in Quito – wurden mit der „New Urban Agenda“ auch globale Ziele und Orientierungen zur nachhaltigen Stadtentwicklung verankert. Außerdem haben sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen dazu bekannt, in ihren Politiken und Maßnahmen Städte stärker einzubeziehen und die Rahmenbedingungen für die Realisierung einer nachhaltigen und integrierten Stadtentwicklung zu verbessern.

Seit 2015 stellt das Thema „Nachhaltige Stadtentwicklung“ einen bereichsübergreifendenFörderschwerpunkt der IKI dar. Handlungsfelder betreffen einerseits Energie, Wasser und Mobilität, andererseits Lebensqualität in Verbindung mit funktionierenden Ökosystemen und deren Dienstleistungen. Dabei sind integrierte nachhaltige Ansätze für die Entwicklung urbaner Räume gefordert. Die IKI-Projekte unterstützen die Partnerländer dabei, Strategien zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels in Städten zu entwickeln sowie die lokale Wirtschaftsstruktur nachhaltig und emissionsarm zu gestalten. In den Partnerländern findet Kapazitätsaufbau auf nationaler sowie auf lokaler Ebene über Wissenstransfer, Technologiekooperation, Politikberatung und Investitionen statt. Die digitale Transformation der Städte im Zusammenhang mit Smart-City-Ansätzen ist ein Schwerpunkt der Projekte im Förderbereich Minderung, bei den Anpassungsprojekten liegt der Fokus auf klimaresilienter Stadtentwicklung. Im Biodiversitätsbereich geht es beispielsweise um die Erhaltung von Ökosystemleistungen und um die Förderung von Naherholung.

Ausgewählte Projekte:

Weitere Informationen