Die IKI als Teil der internationalen Klima- und Artenschutzpolitik

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) ist eines der wichtigsten Instrumente des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zur internationalen Finanzierung von Klimaschutz und Biodiversität. Sie finanziert Klimaschutz und Biodiversitätserhalt in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie in Transformationsländern. Von 2008 bis 2019 hat die IKI über 730 Klima- und Biodiversitätsprojekte in mehr als 60 Ländern unterstützt, das Gesamtfördervolumen für diesen Zeitraum beträgt 3,9 Milliarden Euro.

Die IKI agiert mit ihrer Arbeit im Kontext verschiedener internationaler Vereinbarungen. Eine Auswahl stellen wir hier in einem kurzen Überblick vor.

Auf den UN-Klimakonferenzen werden die Weichen für eine globale Klimapolitik gestellt. Foto: BMU/Sascha Hilgers

Klimarahmenkonvention (UNFCCC)

Das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (engl. United Nations Framework Convention on Climate Change) ist ein internationales Umweltabkommen mit dem Ziel, die vom Menschen verursachte globale Erwärmung zu verlangsamen  und ihre Folgen zu mildern. Die UNFCCC wurde 1992 im Rahmen der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro ins Leben gerufen und trat zwei Jahre später in Kraft. Mittlerweile haben 195 Staaten die UNFCCC ratifiziert und damit nahezu alle Staaten der Welt.

Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) & Aichi-Ziele

Die Biodiversitätskonvention (engl.: Convention on Biological Diversity), auch Übereinkommen über die biologische Vielfalt genannt, ist mit seinen derzeit mehr als 190 Vertragsparteien das umfassendste verbindliche internationale Abkommen im Bereich Naturschutz und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen. Die CBD wurde ebenfalls 1992 in Rio de Janeiro ins Leben gerufen und trat Ende 1993 in Kraft. Die Unterzeichner haben sich das Ziel gesetzt, die Vielfalt des Lebens auf der Erde zu schützen, zu erhalten und deren nachhaltige Nutzung so zu organisieren, dass möglichst viele Menschen heute und in Zukunft davon leben können.

2010 wurde in Nagoya in der japanischen Provinz Aichi der „Strategische Plan für Biodiversität 2011–2020“ beschlossen. Der Plan beinhaltet fünf strategische Ziele, die durch 20 konkrete Handlungsziele, die sogenannten Aichi-Ziele, spezifiziert werden.

Pariser Klimaschutzabkommen & Nationale Klimaschutzbeiträge (NDCs)

Auf der UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 (COP 21) wurde erstmals ein globales, rechtsverbindliches Klimaschutzabkommen verabschiedet und von mehr als 190 Ländern unterzeichnet. Der Aktionsplan sieht vor, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen.

Die national festgelegten Klimaschutzbeiträge der Vertragsstaaten, die Nationally Determined Contributions (NDCs), sind das Kernstück des Paris-Abkommens. Sie beinhalten die nationalen Emissionsminderungsziele bis zum Jahr 2030, die international kommuniziert und regelmäßig angepasst werden müssen.

New Urban Agenda (UN Habitat)

Auf der dritten UN-Konferenz über Wohnungswesen und nachhaltige Stadtentwicklung im ecuadorianischen Quito im Oktober 2016 (Habitat III) wurde die New Urban Agenda (NUA) verabschiedet. Mit der Richtlinie wird eine nachhaltige Stadtentwicklung angestrebt.

Agenda 2030 & Nachhaltigkeitsziele (SDGs)

2015 wurde mit der Agenda 2030 die Grundlage geschaffen, bei einer Laufzeit von 15 Jahren wirtschaftlichen Fortschritt mit sozialer Gerechtigkeit und ökologischen Grenzen zu vereinen. Ihre Kernstücke sind die 17 Ziele der nachhaltigen Entwicklung (engl.: Sustainable Development Goals, SDGs). Diese berücksichtigen alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt, Wirtschaft – gleichermaßen.

Verhandlungen auf der COP 21 in Paris
Verhandlungen auf der UN-Klimakonferenz in Paris. Foto: BMU/Sascha Hilgers

Montreal Protokoll (UNEP)

Das Montrealer Protokoll als Folgevereinbarung des Wiener Übereinkommens zum Schutz der Ozonschicht trat im Januar 1989 in Kraft. Auf den jährlichen UN-Konferenzen werden Entwicklungen beraten und das Protokoll um neue ozonabbauende Stoffgruppen erweitert.

 

Darüber hinaus unterstützt Deutschland mit der IKI die Umsetzung mehrerer freiwilliger Initiativen. Eine Auswahl:

NDC-Partnerschaft

Um die Umsetzung der NDCs in Schwellen- und Entwicklungsländern im Einklang mit den Entwicklungszielen der Agenda 2030 voranzutreiben, haben die Bundesregierung und die marokkanische Regierung die globale „NDC-Partnerschaft“ initiiert. Sie wurde Ende 2016 auf der Klimakonferenz COP 22 in Marrakesch, Marokko, gegründet.

Bonn Challenge

Die Bonn Challenge ist eine umfassende Initiative zur Wiederbewaldung weltweit. Sie wurde im September 2011 in Bonn gegründet und zielt darauf, bis zum Jahr 2020 insgesamt 150 Millionen Hektar und bis 2030 mindestens 350 Millionen Hektar degradierter und entwaldeter Landfläche wiederherzustellen.

New York Declaration on Forests (NYDF)

Die NYDF besteht seit dem UN-Klimagipfel 2014 als freiwillige und unverbindliche Erklärung, mittels zehn ambitionierter Ziele dem globalen Waldverlust entgegenzuwirken. Im September 2019 ist die Liste der Unterstützer auf über 200 angewachsen. Darunter finden sich sowohl nationale und subnationale Regierungen als auch multinationale Unternehmen, indigene Gemeinschaften und Nichtregierungsorganisationen.

Kontakt

Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH
IKI Secretariat

Köthener Straße 4
10963 Berlin
E: iki-secretariat(at)z-u-g.org
I: www.z-u-g.org