Foto: Tobias Buchberger



UN-Dekade 2021 bis 2030

IKI-Engagement für die Wiederherstellung von Ökosystemen 

Die neue UN-Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen startete offiziell am 5. Juni im Rahmen des Weltumwelttags 2021. Sie baut auf der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011 bis 2020 auf.

Während ihrer Sitzung am 1. März 2019 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen in einer historischen Resolution den Zeitraum 2021 bis 2030 zur UN-Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen. Unterstützt wird die Dekade bereits von mehr als 70 Staaten und einer Vielzahl bedeutender internationaler Organisationen (unter anderem UNEP, FAO, IUCN) und globaler Initiativen. Doch auch jeder und jede Einzelne kann einen entscheidenden Beitrag zu dieser Bewegung leisten und wird aufgerufen, sich zu beteiligen . 

Die UN-Dekade zielt darauf ab, die gesellschaftliche Wertschätzung für gesunde Ökosysteme breit in der Gesellschaft zu verankern und so neuen Schwung in Maßnahmen zur Wiederherstellung von degradierten oder zerstörten Ökosystemen zu bringen. So soll die Initiative zu den Zielen der drei UN-Konventionen zu Klimawandel (UNFCCC), Biodiversität (CBD) und Wüstenbekämpfung (UNCCD) sowie zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDG) beitragen. Die Dekade baut auf den wertvollen Erfahrungen der Bonn Challenge auf, die bis 2030 beabsichtigt, 350 Millionen Hektar Wald wiederherzustellen.

Intakte Ökosysteme - für Klimaschutz und Artenvielfalt! 

Die UN-Dekade geht aber über die Wiederherstellung von Waldökosystemen hinaus und zielt auch auf die Restaurierung weiterer terrestrischer und aquatischer Ökosysteme ab. Dazu zählen zum Beispiel  Grasland- und Savannenökosysteme, Süßgewässer, Küsten und marine Ökosysteme, Moore, Berge sowie Agrarlandschaften und urbane Gebiete. 

All diese vielfältigen Ökosysteme sind der Lebensraum für speziell angepasste Tier- und Pflanzenarten und sie bieten bekanntlich auch für uns Menschen eine Vielzahl lebenswichtiger Ökosystemleistungen wie fruchtbare Böden, Nahrung, Bindung von Kohlenstoff, Herstellung von Sauerstoff und sauberes Trinkwasser. Einzigartige Lebensräume und ihre überlebenswichtigen Funktionen werden durch unsere Lebensweise und unser Konsumverhalten jedoch häufig massiv geschädigt und gehen teilweise unwiderruflich verloren. Doch es ist noch nicht zu spät, diesen Prozess aufzuhalten und durch einen Bewusstseins- und Wertewandel umzukehren.

Durch die Wiederherstellung degradierter Ökosysteme werden wichtige Ökosystemleistungen wie die Speicherung von Kohlenstoff in Biomasse oder die Regulierung des Wasserhaushalts gestärkt. Auch die Widerstandsfähigkeit der von ihnen abhängigen Bevölkerung gegenüber dem Klimawandel wird dadurch positiv beeinflusst. Damit trägt dieser holistische Ansatz dazu bei, globale Ziele wie den Schutz von Biodiversität und Böden, eine nachhaltige Wasserversorgung, den Schutz vor klimabedingten Risiken und der Ernährungssicherung zu erreichen.

Die IKI fördert seit 2008 den Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen 

Ein großvolumiges Verbundprojekt der GIZ in einem Konsortium mit AUDA-NEPAD, WWF, FAO, IUCN, WRI und der Weltbank-Gruppe hat 2019 im Rahmen der regionalen Initiative AFR100 mit der großflächigen Wiederherstellung von Waldlandschaften in Afrika begonnen. Das Projekt wird mittelfristig dazu beitragen, die Lebensgrundlagen der ländlichen Bevölkerung in den vier Partnerländern Kamerun, Kenia, Malawi und Ruanda durch erhöhte Ökosystemdienstleistungen, eine nachhaltige Landnutzung sowie mehr und wirtschaftlich aussichtsreichere Einkommensalternativen zu verbessern. Durch die Zusammenarbeit mit internationalen Initiativen wie der Bonn Challenge wird das Projekt dazu beitragen, die Wiederherstellung von Waldlandschaften zu einer kontinentalen Bewegung zu machen.

Ein weiteres relevantes IKI-Globalvorhaben ist die Einrichtung der „Restoration Seed Capital Facility “, die vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), der Frankfurt School of Finance and Management sowie den Regierungen von Deutschland und des Großherzogtums Luxemburg ins Leben gerufen wurde. Diese soll den Anteil privater Investitionen in die Wiederherstellung von Waldlandschaften erhöhen und so dazu beitragen, ihr immenses Potenzial bei der Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels und seiner Eindämmung, der Erhaltung der biologischen Vielfalt und der nachhaltigen Lebensgrundlagen, auszuschöpfen.

Seit 2017 wurde die Initiative zu der UN-Dekade beispielsweise auch im Rahmen des IKI-Projekts "Wiederaufbau von Waldlandschaften in Zentralamerika und der Dominikanischen Republik und Umsetzung des Grünen Entwicklungsfonds für Zentralamerika (REDD+ Landscape II )" unterstützt. Das großvolumige Projekt wird vom BMU und der Europäischen Union (EU) gemeinsam finanziert. Der in das Projekt integrierte "Grüne Entwicklungsfonds" finanziert die Wiederherstellung von Waldökosystemen in mehreren zentralamerikanischen Ländern als regionalen Mechanismus zur Umsetzung der Ziele der UN-Dekade.

Ein durch die Fairventures Worldwide gGmbH umgesetztes und im Jahr 2020 abgeschlossenes Projekt in Kalimantan unterstützte erfolgreich bei der Rehabilitierung von degradierten Flächen mit einheimischen Baumarten. Der Anbau der stickstoffbindenden Leguminose Paraserianthes falcataria eröffnete zudem eine profitable Form der Landnutzung. In Zusammenarbeit mit holzverarbeitenden Betrieben auf der Insel Java wurden zudem Produktinnovationen aus Leichtholz entwickelt und die Ideen dazu veröffentlicht. So wurde nicht nur die Resilienz degradierter Ökosysteme gestärkt, sondern auch die ökonomische Situation der Landbevölkerung verbessert.


Ausblick: IKI-Vorhaben in der UN-Dekade 2021-2030

Auch in den kommenden Jahren wird die IKI mit ambitionierten Neuvorhaben in den verschiedenen IKI-Förderbereichen dazu beitragen, die neue UN-Dekade umzusetzen. So sind beispielsweise zwei neue Globalvorhaben zur Unterstützung des Wiederaufbaus von Ökosystemen mit CIFOR und der GIZ geplant und auch ein Verbundprojekt mit dem WWF zum Schutz und zur Wiederherstellung von Grasland- und Savannenökosystemen in Lateinamerika wird derzeit vorbereitet. 

Beispiele für IKI-Projekte, die 2021 mit der Arbeit beginnen werden 

(Weitere Informationen zu den Projekten folgen.)


Ausgewählte IKI-Projekte zur Unterstützung der UN-Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen (Stand: Mai 2021)


Einblicke in die IKI-Arbeit

Bonn Challenge: Lateinamerika und Karibik 2021

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Investitionen in die Wiederherstellung von Waldlandschaften

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Wirtschaftlicher Nutzen für lokale Bevölkerung als Schlüssel zum Erfolg

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Green Finance und Klimafinanzierung für den Mittelmeerraum

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