14.07.2022

Einsatz netzunabhängiger erneuerbarer Energien

Mit Blick auf die Klima- und Entwicklungsziele ist Subsahara-Afrika um Emissionsverringerung bemüht, ohne dabei die eigene wirtschaftliche Entwicklung zu gefährden.

Große Bedeutung erlangen daher Anlagen für die Erzeugung netzunabhängiger Energien aus erneuerbaren Quellen, die von Industrie oder anderen kommerziellen Betrieben installiert werden.

Derzeit ist die Industrie in Subsahara-Afrika noch von unzuverlässiger netzgebundener Stromversorgung oder kostspieligen Dieselgeneratoren abhängig. Vermehrte Anstrengungen zur Förderung von Anlagen, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden, sollen Industriebetrieben daher helfen, Energie aus sauberen und zuverlässigen Quellen vor Ort zu gewinnen - und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. 

Mit dem Projekt Netzunabhängige Erneuerbare Energien für industrielle Anwender in Subsahara Afrika engagiert sich die internationale Klimaschutzinitiative (IKI) in Südafrika, Nigeria, Kenia und Ghana, und zwar in Regionen mit einem unzuverlässigen Versorgungsnetz und mit häufigen Stromausfällen, hohen Energiekosten und einem Mangel an Infrastruktur.

In diesen Ländern sind Reserve-Dieselgeneratoren weit verbreitet. Mit ihnen werden Schwankungen aufgefangen und die Netzversorgung bei Totalausfall ersetzt. Dieselgeneratoren sind jedoch nicht nur am Klimawandel beteiligt, sie treiben auch die Geschäftskosten in die Höhe. 

Pilotprojekte für erneuerbare Energie in Afrika 

Dass Eigenerzeugungsanlagen (CCI) für industrielle Anwender ebenso wie für private Finanzgeber interessant sein können, will die IKI mit diesem Projekt demonstrieren. Das Projekt soll helfen, Marktbarrieren abzubauen und wahrgenommene Risiken zu verringern. Mittlerweile sind vier Pilotprojekte an den Start gegangen: drei in Kenia und eines in Ghana. Zwei weitere Pilotprojekte werden für Nigeria und Südafrika vorbereitet. 

Ghana: Solarenergie für Krankenhäuser

Das Projekt in Ghana finanziert beispielsweise die Entwicklung netzunabhängiger Solaranlagen in vier privaten Krankenhäusern der Christian Health Association of Ghana (CHAG). Angestrebt wird eine Peak-Leistung von 870 kWp. Anstelle der Belastung durch hohe Energiekosten soll den Krankenhäusern und dem Gesundheitssektor eine Wertschöpfung bei gleichzeitiger Entlastung des Netzbetreibers ermöglicht werden. 

Das Pilotprojekt erhält Unterstützung bei der Überprüfung der finanziellen und wirtschaftlichen Machbarkeit sowie beim Aufbau einer strukturierten Finanzierung. Das Projekt rückt Geschäftsmodelle in den Fokus, die private Finanzgeber ansprechen. Damit soll deren Interesse auch für ähnliche Anwendungen geweckt werden. Die gewonnenen Erkenntnisse werden veröffentlicht. Mit den Erfahrungen verringern sich die von Industrieakteuren und Finanzgebern wahrgenommenen Risiken. Zugleich erhält der Markt für Eigenversorgungsanlagen Auftrieb. 

Ausbau der öffentlich-privaten Partnerschaften 

Das Projekt bringt Entwicklungspartner und Regierungsvertreterinnen und -vertreter in einen Dialog über Eigenversorgungsanlagen und stärkt die Kompetenz im Umgang mit öffentlich-privaten Partnerschaften; Ziel ist es, Investitionen in saubere Energien zu unterstützen.

Regierungen erhalten die Möglichkeit, ein konkretes Beispiel für Klimahandeln und Initiativen für privates Engagement zur Unterstützung bei ihren national bestimmten Klimaschutzbeiträgen gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommen kennenzulernen.

Entwicklungsunternehmen zeigt sich hingegen der Nutzen, den die Unterstützung von Ländern im Hinblick auf die Erreichung der Klimaziele erbringt. 

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