30.10.2020

Mehr Know-how für erneuerbare Energien in Kasachstan

Windräder
Windkraftanlagen in der Provinz Karaganda in Kasachstan. Foto: GIZ/Alexey Kobzev

Zentralasien birgt optimale natürliche Voraussetzungen zum Ausbau erneuerbarer Energien. Was jedoch fehlt, ist das entsprechende Know-how.

Zentralasiens Landschaft aus weiten Ebenen, hohen Bergmassiven und reißenden Flüssen bietet für den Einsatz erneuerbaren Energien optimale Voraussetzungen. Energie aus Wasserkraft macht insbesondere in Kirgistan und Tadschikistan bereits einen großen Teil des Energiemixes aus. Gleichzeitig ist die Energiesicherheit vielerorts beispielsweise durch eine veraltete oder ineffiziente Infrastruktur instabil und das Potenzial an Solar- und Windenergie wird kaum genutzt.

Die fünf zentralasiatischen Länder, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan, sind sich sowohl dieses vorhandenen Potenzials als auch der aktuellen und zukünftigen Relevanz von erneuerbaren Energien bewusst. Deutlich wird das in den national bestimmten Klimaschutzbeiträgen (NDCs) der Länder, die den Ausbau erneuerbarer Energie als wichtiges Ziel zur Minderung der Treibhausgasemissionen beinhalten.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist es notwendig, dass entsprechende Kompetenzen, ausreichende Ressourcen und technisches Know-how von Anlagen der Wasser-, Wind-, oder Solarenergie regional ausgebaut werden. In Zentralasien sind Fachleute oder aktuelle Technologien lediglich lokal konzentriert vorhanden und fehlen folglich in weiten Gebieten der Region. Außerdem sind bisher nur wenige Programme an Universitäten etabliert, die sich mit erneuerbaren Energien auseinandersetzen.

Um zu einer Verbreitung der erneuerbaren Energien beizutragen, organisierte die Deutsch-Kasachischen Universität (DKU) Mitte September 2020 eine Studienreise, an der 14 junge Akademikerinnen und Akademiker aus Zentralasien, vornehmlich aus Kasachstan, teilnahmen. Sie besuchten auf der Reise verschiedene Einrichtungen, um Einsatzmöglichkeiten und Best-Practice-Beispiele erneuerbarer Energien kennenzulernen. Im Nachgang der Exkursion erstellten die Teilnehmenden wissenschaftliche Arbeiten über nachhaltige Technologien in der Energieversorgung sowie einen Kurzfilm zur Dokumentation der Reise. Diese Ergebnisse werden in der wissenschaftlichen Sammlung der DKU veröffentlicht, um das gewonnene Wissen über den Teilnehmendenkreis hinaus zu verbreiten. 

Die Exkursion, die im Rahmen des von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) geförderten Projektes „Capacity Development für Klimapolitik in Südost- und Osteuropa, im Kaukasus und Zentralasien“ stattfand, berücksichtigte zudem wissenschaftliche, technische wie auch wirtschaftliche Aspekte von erneuerbaren Energien. Sie waren deshalb das Thema zweier Workshops, die jeweils vor und nach der einwöchigen Exkursion, unter Mitarbeit von Vertreterinnen und Vertretern von Ministerien, internationalen Organisationen als auch aus der Privatwirtschaft veranstaltet wurden. Die Teilnehmenden konnten so ihr Interesse und spezifisches Wissen während der Exkursion und der Workshops durch die praktischen Erfahrungen und den neuen Wissensinput festigen.

Mit diesen Bildungsmaßnahmen unterstützt die IKI eine breitere regionale Wissensbasis im Hinblick auf erneuerbare Energien in der Region. Zusätzlich wird die DKU beim Ausbau ihres energie- und umweltbezogenen Bildungsprofil unterstützt.

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