Costa Rica

Das Land gehört zu den Schwerpunktländern, mit denen die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) besonders eng zusammenarbeitet.

Costa Rica gehört zu den sogenannten Megadiversitätsländern: In dem kleinen Land findet sich eine Vielzahl an unterschiedlichen Ökosystemen und eine immense Artenvielfalt. 

Die Klimapolitik Costa Ricas

Costa Rica hat ehrgeizige Ziele formuliert, um ein resilientes, integratives und kohlenstoffneutrales Land zu werden. Im Nationalen Dekarbonisierungsplan 2018 bis 2050 ist festgehalten, dass das Land Netto-Null-Emissionen bis 2050 anstrebt. Laut Climate Action Tracker ist das „sehr nah, aber immer noch knapp über der 1,5-Grad-Celsius- Kompatibilität“. Der aktuelle nationale Klimaschutzbeitrag (Nationally Determined Contribution, NDC) von 2020 ist sowohl im Minderungs- als auch im Anpassungsbereich ambitionierter und konkreter als vorherige NDC (Ziel 2030: maximal 9,11 Millionen Tonnen CO2eq, Ambitionssteigerung: drei Prozent). Das zentralamerikanische Land gilt zudem als Vorreiter im Klimaschutz – über 98 Prozent seiner Energie stammen aus erneuerbaren Energiequellen.

Die Nationale Biodiversitätsstrategie und der dazugehörige Aktionsplan 2016 bis 2025 bilden den Rahmen, um die biologische Vielfalt Costa Ricas zu erhalten bzw. nachhaltig und gerecht zu nutzen.

Zusammen mit Frankreich leitet Costa Rica die High Ambition Coalition (30 by 30). Diese verfolgt unter anderem das Ziel, 30 Prozent der terrestrischen und marinen Fläche bis 2030 unter Schutz zu stellen. 

Arbeitsschwerpunkte der Internationalen Klimaschutzinitiative

Die Internationale Klimaschutzinitiative bildet einen wichtigen Rahmen für die Zusammenarbeit Costa Ricas mit Deutschland im Bereich des Klima- und Biodiversitätsschutzes. 2019 fand erstmals ein Ländercall mit Costa Rica statt. Die Förderschwerpunkte lagen auf der Emissionsminderung im Agrarsektor und der Anpassung von marinen Ökosystemen an den Klimawandel. 

Costa Rica hatte 2019 und 2020 den Co-Vorsitz der NDC-Partnerschaft inne; zudem ist es Partnerland im NDC-Unterstützungsprogramm und im NDC-Action-Programm, die beide von der IKI gefördert werden. 

Mit Unterstützung des IKI-Projekts Unterstützungsvorhaben für die Umsetzung des Paris-Abkommens (SPA) hat Costa Rica im Rahmen des Climate Action Enhancement Package (CAEP) das NDC im Bereich der naturbasierten Lösungen (Nature-Based Solutions) aktualisiert und erweitert.

Als Teil der Nationalen Biodiversitätspolitik 2015 bis 2030 (NBP) wurden die Biodiversitätsstrategie und der Aktionsplan mit Unterstützung des IKI-Projekts BIOFIN aktualisiert.

In Kürze

Region: Lateinamerika

Einwohnerzahl: 5,1 Millionen (Weltbank, 2021)

CO2eq-Emissionen gesamt (inkl. LULUCF): 12 Millionen Tonnen (Climate Action Tracker, 2015) 

CO2-Emissionen pro Kopf: ca. 1,6 Tonnen (Weltbank, 2019)

IKI-Projekte im Land (Stand: Juni 2022):

  • bilateral: 5 laufend, 2 abgeschlossen 
  • regional: 7 laufend, 2 abgeschlossen 
  • global: 14 laufend, 7 abgeschlossen 

Climate Action Tracker

NDC-Status

 IKI-Partnerministerien:

  • Ministerium für Umwelt und Energie (MINAE)

Schnittstellenprojekt

In den meisten Schwerpunktländern der IKI gibt es sogenannte IKI-Schnittstellenprojekte, die feste Projektbüros in den Hauptstädten haben. Neben ihrem eigenen landesspezifischen Projektauftrag gehört es zu den Aufgaben der Schnittstellenprojekte, engen Kontakt zu den Umwelt- und Klimaministerien zu halten sowie die klima- und biodiversitätspolitische Vernetzung mit anderen relevanten Ministerien sicherzustellen. Darüber hinaus arbeiten die Schnittstellenprojekte daran, alle IKI-Projekte im Land und in der Region miteinander zu vernetzen und so Synergien zu fördern.

In Costa Rica wird die Schnittstellenfunktion derzeit vom Projekt ACCION Clima III - NDC Umsetzung Costa Rica und regionaler Wissensaustausch übernommen. 

Schwerpunkte des Projekts 

  • Klimagovernance: Befähigung relevanter Akteur*innen zur Verabschiedung integrierter Klimaschutzpolitiken und -strategien 
  • Umsetzung ambitionierter Klimaschutzprojekte
  • Stärkung der Rolle und Einbeziehung der Zivilgesellschaft (insbesondere Jugendliche) in den Klimadialog und politische Entscheidungs- und Formulierungsprozesse
  • Klimafinanzierung: Entwicklung von Finanzierungsmodalitäten mit der Privatwirtschaft, Versicherungen und Banken, Förderung ausländischer Direktinvestitionen in Aktivitäten mit hohem Minderungspotenzial, Förderung von Start-ups
  • Lokaler Klimaschutz und Einbindung des Privatsektors: Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und der Wirtschaft zur Entwicklung und Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen.
  • Regionaler NDC Hub: Transfer innovativer Ansätze zur Umsetzung von Klimazielen aus Costa Rica in die Region Karibik
  • Funktion als IKI-Schnittstelle: Förderung des Dialogs über Klima und Biodiversität zwischen den IKI-Projekten in der Region sowie zwischen weiteren Akteur*innen (Vernetzungsangebote und Wissensmanagement)

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