Indonesien

Das Land gehört zu den Schwerpunktländern, mit denen die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) besonders eng zusammenarbeitet.

Indonesien spielt eine wichtige Rolle bei der Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens und des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD). Das Land ist einer der zehn größten Treibhausgasemittenten weltweit, und der Emissionsausstoß wird laut Nationalen Klimabeitrag (Nationally Determined Contribution, NDC) bis 2030 weiterhin zunehmen. 

Als Archipel ist Indonesien zudem stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Die reiche und einzigartige Artenvielfalt des Landes ist durch nicht-nachhaltige Praktiken bedroht. Die indonesische Regierung hat sich verpflichtet, diese Herausforderungen anzugehen, und einen Politikrahmen für Klima- und Biodiversität entwickelt. 

Die Klimapolitik Indonesiens

Indonesien hat sich im Rahmen seiner zweiten NDC-Einreichung im Dezember 2020 verpflichtet, sein bestehendes Emissionsreduktionsziel bis 2030 von 29 Prozent weiter zu verfolgen - und im Falle internationaler Unterstützung auf 41 Prozent gegenüber dem festgelegten Business-as-usual-Szenario auszuweiten. 

Das Land hat außerdem eine Langfriststrategie mit seinem NDC eingereicht, dass mit einer möglichen CO2-Neutralität bis 2060 kompatibel wäre.

In ihrem mittelfristigen nationalen Entwicklungsplan (Rencana Pembangunan Jangka Menengah Nasional, RPJMN 2020-2024) strebt die indonesische Regierung eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 27,3 Prozent gegenüber dem Ausgangswert bis 2024 an. Der Klimatransparenzbericht 2020 stellt jedoch fest, dass das indonesische Emissionspfadszenario nicht mit dem Pariser Abkommen vereinbar ist, sondern zu einer Erwärmung zwischen drei und vier Grad Celsius führen würde. Aus diesem Grund ist eine mittel- und langfristige Steigerung der Ambitionen unumgänglich.

In ihrem RPJMN hat die Regierung auch Ziele zum Erhalt der Biodiversität festgelegt, darunter 

  • den Erhalt von 45 Millionen Hektar Primärwäldern und 70 Millionen Hektar Gebieten mit hohem Erhaltungswert (HCV), 
  • die Verbesserung der Bewirtschaftung wichtiger Ökosystemgebiete an 55 Zielstandorten und 
  • die Einrichtung eines Finanzierungsmechanismus für die Erhaltung der biologischen Vielfalt pro Jahr 

Um diese Ziele zu erreichen, sind ein strategischer Ansatz mit einer klaren operativen Definition der biologischen Vielfalt und finanzielle Mittel erforderlich.
 

Arbeitsschwerpunkte der Internationalen Klimaschutzinitiative

Die Projekte der IKI in Indonesien verteilen sich über alle vier Förderbereiche. Für den Bereich Minderung von Treibhausgasemissionen liegt der Schwerpunkt vor vor allem bei der Förderung erneuerbarer Energien und dem städtischen Transport. In den anderen Förderbereichen liegt der Fokus insbesondere auf dem Schutz von Wäldern, Mooren und Korallenriffen sowie dem nachhaltigen Anbau von Ölpalmen. 

Im Rahmen des ersten IKI-Ländercalls 2019/2020 mit Indonesien wurden folgende zwei Projekte ausgewählt: 

In Kürze

Region: Asien

Einwohnerzahl: 276,4 Millionen (Weltbank, 2021)

CO2eq-Emissionen gesamt (inkl. LULUCF): 1,49 Milliarden Tonnen (Climate Action Tracker, 2016)

CO2-Emissionen pro Kopf: 2,3 Tonnen (Weltbank, 2018)

IKI-Projekte im Land (Stand: Juni 2022):

  • bilateral: 14 laufend, 18 abgeschlossen 
  • regional: 13 laufend, 15 abgeschlossen 
  • global: 28 laufend, 27 abgeschlossen

Climate Action Tracker

NDC-Status

IKI-Partnerministerien:

  • State Ministry of National Development Planning (BAPPENAS)
  • Ministry of Environment  and Forestry 
  • Ministry of Energy and Mineral Resources 
  • Ministry of Transportation
  • Ministry of Marine Affairs and Fisheries
  • Ministry of Agriculture
     

Schnittstellenprojekt

In den meisten Schwerpunktländern der IKI gibt es sogenannte IKI-Schnittstellenprojekte, die feste Projektbüros in den Hauptstädten haben. Neben ihrem eigenen landesspezifischen Projektauftrag gehört es zu den Aufgaben der Schnittstellenprojekte, engen Kontakt zu den Umwelt- und Klimaministerien zu halten sowie die klima- und biodiversitätspolitische Vernetzung mit anderen relevanten Ministerien sicherzustellen. Darüber hinaus arbeiten die Schnittstellenprojekte daran, alle IKI-Projekte im Land und in der Region miteinander zu vernetzen und so Synergien zu fördern.

In Indonesien wird die Schnittstellenfunktion derzeit vom Projekt Climate and Biodiversity Hub Indonesia übernommen. 

Schwerpunkte des Projekts 

  • Unterstützung der indonesischen Regierung bei der Umsetzung ihrer Klima- und Biodiversitätspolitik 
  • Politische Beratung, Kapazitätsaufbau und interministerieller Austausch 
  • Mobilisierung zusätzlicher Ressourcen aus allen Quellen (auch: private und Finanzinstitutionen) 
  • Funktion als IKI-Schnittstelle: Förderung des Dialogs über Klima und Biodiversität zwischen den IKI-Projekten im Land sowie zwischen weiteren Akteur*innen (Vernetzungsangebote und Wissensmanagement
     

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