Philippinen

Das Land gehört zu den Schwerpunktländern, mit denen die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) besonders eng zusammenarbeitet.

Die Philippinen gehören zu den megadiversen Ländern und gelten durch ihre Insellage als besonders betroffen von den Auswirkungen des Klimawandels. Die Anpassung an den Klimawandel und der Erhalt der Biodiversität sind entsprechend ihrer nationalen Bedeutung ein Teil der IKI-Schwerpunkte im Land. Nach dem langfristigen Klimarisikoindex von Germanwatch 2021 für die Jahre 2000 bis 2019 stehen die Philippinen weltweit auf Platz vier der Länder, die am meisten von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Nach einem Bericht der Weltbank umfassen die Risiken unter anderem tropische Wirbelstürme, Fluten und Erdrutsche. Laut der Biodiversitätskonvention (Convention on Biological Diversity, CBD) stehen die Philippinen an fünfter Stelle bei der Anzahl der Pflanzenarten und beherbergen fünf Prozent der weltweiten Flora. 

Die Klimapolitik der Philippinen

Der erste offizielle Klimabeitrag (Nationally Determined Contribution, NDC) des Landes wurde im April 2021 veröffentlicht. Bis zum Jahr 2030 möchten die Philippinen ihre Treibhausgasemissionen um 75 Prozent gegenüber einem Business-as-usual-Szenario reduzieren, mit einem Fokus auf die Sektoren Landwirtschaft, Industrie, Transport, Energie und Abfall. Im Jahr 2020 veröffentlichte das Department of Energy (DoE) ein Moratorium für neue Kohlekraftwerke, das voraussichtlich den Ausbau erneuerbarer Energien im Land begünstigen wird. Darüber hinaus gibt es auf den Philippinen eine eigene Behörde - die Climate Change Commission (CCC) - und eine hochrangige Gruppe innerhalb der Regierung, die sich mit dem Klimaschutz befassen. 

Mehrere Taifune und COVID-19 haben das Land jedoch erheblich belastet und die wirtschaftliche Rettung in den Vordergrund gerückt. Die laufende Überprüfung des "Philippine Energy Plan" bietet der Regierung jedoch die Chance, die Dekarbonisierung durch mehr Solarenergie zu beschleunigen.

Die Philippinen haben 2016 den Philippine Biodiversity Strategy and Action Plan 2015-2028 veröffentlicht (NBSAP). Das strategische Instrument sieht vor, dass bis 2028 die biologische Vielfalt wiederhergestellt, wertgeschätzt, wirksam verwaltet und gesichert wird; die Ökosystemleistungen sollen erhalten bleiben, um gesunde, widerstandsfähige philippinische Gemeinschaften zu unterstützen und allen einen Nutzen zu bringen.

Arbeitsschwerpunkte der Internationalen Klimaschutzinitiative

Die IKI unterstützt in den Philippinen Projekte in allen vier Förderbereichen, ein besonderer Fokus liegt auf der Minderung von Treibhausgasemissionen und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Im Bereich Minderung enthält das IKI- Portfolio bilaterale Projekte zu den Themen erneuerbare Energien und nachhaltige Mobilität. Regionalvorhaben im Minderungssektor umfassen unter anderem Projekte zu den Themen klimafreundliche Konsum- und Produktionsweisen, saubere Energie sowie städtischer Klimaschutz. Im Anpassungsbereich umfasst das IKI-Portfolio bilaterale Projekte zu klimaresilienter Stadtplanung, Katastrophenrisikomanagement und zum Küstenschutz. Regionalprojekte im Anpassungsbereich konzentrieren sich insbesondere auf das Thema ökosystembasierte Anpassungsmaßnahmen.

Im Rahmen des Ländercalls mit den Philippinen von 2018 soll ein Projekt gefördert werden. Das ausgewählte Projekt wird drei Förderschwerpunkte gleichzeitig adressieren: 

  • Klimawandel und katastrophen-resiliente Entwicklung; 
  • Kohlenstoffarme Wirtschaft/Übergang zu emissionsarmer Entwicklung; 
  • Stärkung der Klimapolitik (Strukturen, Prozesse und Akteure). 

In Kürze

Region: Asien

Einwohnerzahl: 111,0 Millionen (Weltbank, 2021)

CO2eq-Emissionen gesamt (ohne LULUCF): 202 Millionen Tonnen (Climate Action Tracker, 2017) 

CO2-Emissionen pro Kopf: 1,3 Tonnen (Weltbank, 2019)

IKI-Projekte im Land (Stand: Juni 2022):

  • bilateral: 9 laufend, 10 abgeschlossen 
  • regional: 10 laufend, 12 abgeschlossen 
  • global: 14 laufend, 19 abgeschlossen 

Climate Action Tracker

NDC-Status

 IKI-Partnerministerien:

  • Climate Change Commission (CCC)
  • National Economic and Development Authority (NEDA)
  • Department of Energy (DOE) 
  • Department of Environment and Natural Resources (DENR) 
  • Department of Transportation (DOTr) 
  • Department of Human Settlements and Urban Development (DHSUD)
  • Department of Science and Technology (DOST)
  • Department of Interior and Local Governments (DILG)
  • Department of Agriculture (DA)
  • Department of Tourism (DOT)
  • Department of Finance (DOF)

Schnittstellenprojekt

In den meisten Schwerpunktländern der IKI gibt es sogenannte IKI-Schnittstellenprojekte, die feste Projektbüros in den Hauptstädten haben. Neben ihrem eigenen landesspezifischen Projektauftrag gehört es zu den Aufgaben der Schnittstellenprojekte, engen Kontakt zu den Umwelt- und Klimaministerien zu halten sowie die klima- und biodiversitätspolitische Vernetzung mit anderen relevanten Ministerien sicherzustellen. Darüber hinaus arbeiten die Schnittstellenprojekte daran, alle IKI-Projekte im Land und in der Region miteinander zu vernetzen und so Synergien zu fördern.

In den Philippinen wird die Schnittstellenfunktion derzeit vom Projekt Unterstützung der Philippinen zur Gestaltung und Umsetzung des internationalen Klimaregimes übernommen. 

Schwerpunkte des Projekts 

Das Projekt umfasst fünf Komponenten:

  • Unterstützung bei der Koordination der Klimapolitik; 
  • klimasmarte Raumordnung, Landnutzung und Wirtschaftsentwicklung auf lokaler Ebene (abgeschlossen);
  • Klimafinanzen; 
  • Förderung erneuerbarer Energien (abgeschlossen);
  • Funktion als IKI-Schnittstelle: Förderung des Dialogs über Klima und Biodiversität zwischen den IKI-Projekten im Land sowie zwischen weiteren Akteur*innen (Vernetzungsangebote und Wissensmanagement)
     

Kontakt zum Projekt

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