Thailand

Das Land gehört zu den Schwerpunktländern, mit denen die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) besonders eng zusammenarbeitet.

Bauer auf dem Feld

Thailand ist eines der biodiversitätsreichsten Länder der Welt, laut der Biodiversitätskonvention (Convention on Biological Diversity, CBD) kommen in Thailand rund 15.000 Pflanzenarten vor. Das Land ist stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Nach dem langfristigen Klimarisikoindex von Germanwatch 2021 für die Jahre 2000 bis 2019 steht das Land weltweit auf Platz neun der besonders gefährdeten Länder. Die Weltbank zeigt die größten Risiken unter anderem bei Fluten, tropischen Wirbelstürmen und Dürren auf. 

Die Klimapolitik Thailand

Thailand hat seine ersten national bestimmten Klimabeiträge (Nationally Determined Contributions, NDCs) Ende 2020 überarbeitet. Auf der 26. Weltklimakonferenz (COP26), die 2021 in Glasgow stattfand, hat das Land seine Klimaziele gestärkt, mit dem Ziel der CO2-Neutralität bis 2050 und Netto-Null-Emissionen bis 2065. 

Das Land hat seine Langfriststrategie (Long-term low greenhouse gas emission development strategy, LT-LEDS) bereits bei UNFCCC eingereicht; bis zur COP27 in Sharm-el-Sheikh/ Ägypten, soll die Langfriststrategie überarbeitet werden. Zudem ist geplant, die NDCs zu aktualisieren. 

Ein Klimawandelgesetz (Climate Change Act) wird derzeit entwickelt. Für den Sektor Energie soll ein nationaler Energieplan erstellt werden (National Energy Plan, NEP).

Im Bereich Biodiversität überarbeitet Thailand aktuell die nationale Biodiversitätsstrategie und den dazugehörigen Aktionsplan (National Biodiversity Strategy and Action Plan, NBSAP).

Arbeitsschwerpunkte der Internationalen Klimaschutzinitiative

Die IKI unterstützt in Thailand Projekte aus allen vier Förderbereichen, ein Fokus liegt auf der Minderung von Treibhausgasemissionen. Hierunter fallen u.a. regionale Projekte zu klimafreundlichem Konsum und klimafreundlicher Produktion, urbanem Klimaschutz und sauberer Energie. Im Anpassungsbereich werden ein regionales Projekt zur Stärkung der Resilienz von Feuchtgebieten umgesetzt sowie zwei Globalprojekte mit Fokus auf ökosystembasierte Anpassung und nationale Anpassungsplanung. 

Im Rahmen des länderspezifischen Auswahlverfahrens (IKI-Ländercall) mit Thailand von 2019 werden derzeit zwei Projekte zur Anpassung im urbanen Bereich und zur NDC-Umsetzung in den Bereichen Energie und Verkehr vorbereitet. 

In Kürze

Region: Asien

Einwohnerzahl: 70,0 Millionen (Weltbank, 2021)

CO2eq-Emissionen gesamt (inkl. LULUCF): 263 Millionen Tonnen (Climate Action Tracker, 2016)

CO2-Emissionen pro Kopf: 3,8 Tonnen (Weltbank, 2019)

IKI-Projekte im Land (Stand: Juni 2022):

  • bilateral: 3 laufend, 12 abgeschlossen 
  • regional: 13 laufend, 7 abgeschlossen 
  • global: 19 laufend, 20 abgeschlossen 

Climate Action Tracker

NDC-Status

 IKI-Partnerministerien:

  • Ministry of Natural Resources and Environment (MoNRE), 
  • Ministry of Energy (MoE), 
  • Ministry of Agriculture and Cooperatives (MoAC), 
  • Ministry of Transport (MoT)

Schnittstellenprojekt

In den meisten Schwerpunktländern der IKI gibt es sogenannte IKI-Schnittstellenprojekte, die feste Projektbüros in den Hauptstädten haben. Neben ihrem eigenen landesspezifischen Projektauftrag gehört es zu den Aufgaben der Schnittstellenprojekte, engen Kontakt zu den Umwelt- und Klimaministerien zu halten sowie die klima- und biodiversitätspolitische Vernetzung mit anderen relevanten Ministerien sicherzustellen. Darüber hinaus arbeiten die Schnittstellenprojekte daran, alle IKI-Projekte im Land und in der Region miteinander zu vernetzen und so Synergien zu fördern.

In Thailand wird die Schnittstellenfunktion derzeit vom Projekt Thailändisch-Deutsches-Klimaprogramm übernommen. 

Schwerpunkte des Projekts 

  • Unterstützung bei der Verankerung der NDC-Ziele in fünf relevanten Sektorplänen; 
  • Unterstützung bei der Umsetzung der NDCs auf subnationaler Ebene, bei der Einrichtung eines MRV-Systems sowie bei der Mobilisierung von Mitteln zur NDC-Implementierung und dem Ausbau der internationalen Kooperation; 
  • Förderung des Mainstreamings der Klimawandelpolitik in die Sektorministerien sowie auf subnationaler Ebene;
  • Funktion als IKI-Schnittstelle: Förderung des Dialogs über Klima und Biodiversität zwischen den IKI-Projekten im Land sowie zwischen weiteren Akteur*innen (Vernetzungsangebote und Wissensmanagement)

Kontakt zum Projekt

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