Detaillierte Auswertung des Standardindikators „Minderung“ (2015-2020)

Definition: „Im Projektgebiet reduzierte Treibhausgasemissionen oder erhöhte Kohlenstoffvorräte (in Tonnen CO2 Äquivalenten (t CO2eq))“

Der Standardindikator „Minderung“ erfasst das Gesamtvolumen an Treibhausgasen, das durch IKI-Projektmaßnahmen auf direktem Weg eingespart oder vermieden wurde. Dies geschieht im Vergleich zu jeweiligen Business-As-Usual-Szenarien, in denen die Maßnahmen nicht durchgeführt worden wären. Die hier berichteten IKI-Zahlen beziehen sich ausschließlich auf Ex-post-Schätzungen (Ist-Werte), die IKI-Projekte in Durchführung und abgeschlossene Projekte auf der Basis bereits durchgeführter Maßnahmen hergeleitet haben. Sie beziehen sich des Weiteren auf direkte Minderungseffekte – das heißt, die IKI implementiert und finanziert die Minderungsinterventionen selbst. Schätzungen von Minderungseffekten dieser Interventionen nach Projektende sind demnach hier nicht mitinbegriffen, meist aber um ein vielfaches höher als verifizierbare Effekte während der Projektdurchführung.

Projektmaßnahmen, die zu dieser Gesamtzahl beitragen, sind häufig Bestandteil von Demonstrations- oder Pilotierungskomponenten von IKI-Projekten und stark in einem räumlichen Kontext verankert. Die Bandbreite relevanter Projekte bei diesem Indikator ist sehr groß: Einige Projekte sparen lediglich einige Hundert Tonnen CO2-Äquivalente ein, während andere Einsparungen von mehr als einer Million Tonnen vorweisen können. Diese direkten Einsparungen finden sich in so unterschiedlichen Bereichen wie:

  • Übergang von fossilen Brennstoffen zu erneuerbare Energien (Erzeugung von grünem Strom, Wärme- bzw. Kühlung)
  • Förderung öffentlichen Nahverkehrs und Elektrifizierung der Mobilität
  • Verbesserung von Energieeffizienz und Energieverbrauch
  • Die Nutzung von natürlichen Abfallprodukten, um Wärme oder Strom zu erzeugen
  • Verbesserte Landnutzung und Schutz und Erhalt der Wälder und anderer Kohlenstoffsenken (REDD+)

Direkte Einsparungen 2015-2020

Direkte Treibhausgasminderung in Tonnen CO2-Äquivalenten nach IKI-Förderbereichen (2015-2020)

Seit etwa 2015 haben insgesamt 19 IKI-Projekte auf direktem Weg fast 7 Millionen Tonnen an CO2-Äquivalenten (6.911.441 Tonnen) zusätzlich eingespart oder vermieden. Diese Minderungszahl basiert auf eigenen Daten der Projekte, die von der IKI auf Nachvollziehbarkeit überprüft worden sind. Um diese Zahl ins Verhältnis zu setzen: Mozambique hat im Jahr 2018 etwa 6,64 Millionen Tonnen an Treibhausgasen emittiert.

Beispielprojekt

Einordnung der Zahlen

Die bisher eingesparten Minderungszahlen stammen nur von einem kleinen Teil der IKI-Minderungsprojekte. Viele IKI-Projekte führen Minderungsmaßnahmen durch, die zwar relevant, sich aber nicht zuverlässig und mit angemessenem Kosten-Nutzen-Verhältnis während der Projektlaufzeit auf das jeweilige IKI Projekt zurückführen lassen.

Ein Beispiel hierfür sind IKI-Projekte, die zur Verbesserungen von regulatorischen Rahmenbedingungen führen. Wie im IPCC-Bericht belegt, sind diese Rahmenbedingung entscheidend, um die globalen Minderungsziele zu erreichen.

Erfassung von Treibhausgasminderung in der IKI ab 2022

Mit Neueinführung der Standardindikatoren in 2022 beginnt die IKI, die Treibhausgas-Minderung differenziert auf drei Ebenen zu erfassen, um ihren Beitrag besser abzubilden. Die Ebenen umfassen dann nicht nur unmittelbare Minderungen, sondern zusätzlich auch mittelbare Minderungsbeiträge durch technische Unterstützung von Maßnahmen und die Anzahl der Projekte, die durch ihre Arbeit zu einem gestärkten Minderungspotenzial von Gesetzen, Politiken und Strategien auf nationaler oder sub-nationaler Ebene beitragen wollen. Bei Letzteren wird der IKI-Beitrag zu Minderung nicht quantifiziert. Denn eine quantifizierbare Treibhausgasminderung liegt zu weit in der Zukunft und ist vom Grad und Qualität der Umsetzung der unterstützten Rahmenwerke abhängig.  Eine Quantifizierung lässt sich daher nicht zuverlässig gestalten. Dennoch bilden ambitionierte und realistische Politiken, Gesetze und Strategien einen wichtigen Grundstein für einen Wandel hin zur Treibhausgasneutralität.

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