Detaillierte Auswertung des Standardindikators „Ökosysteme“ (2015-2020)

Definition: „Ökosystemfläche, die durch Projektmaßnahmen verbessert oder geschützt wurde (in Hektar)“

Über den Standardindikator Ökosysteme erfasst die IKI die direkten Beiträge von Projekten zum verbesserten Schutz von marinen und terrestrischen Ökosystemen.

Dabei werden nur jene Flächen erfasst und gezählt, bei denen eine oder mehrere der folgenden Verbesserungen aufgrund der Projektbeiträge eingetreten ist:

  • Wiederherstellung von degradierten, geschädigten oder zerstörten Ökosystemen,
  • Ökosysteme, die ohne Projektmaßnahmen mit hoher Wahrscheinlichkeit degradiert, geschädigt oder zerstört worden wären,
  • Flächen, für die ein Schutzgebietsstatus nach IUCN Schutzgebietstypen erreicht wurde,
  • Anpassungen im Management von Ökosystemen / Schutzgebieten, die zu einem verbesserten Zustand des Gebiets führen,
  • Wiederaufforstung von gerodeten Flächen,
  • Vermeidung von Entwaldung und Waldschädigung auf Flächen, die ohne Projektmaßnahmen mit hoher Wahrscheinlichkeit degradiert, geschädigt oder zerstört worden wären.

Direkt verbesserte Flächen 2015-2020

Durch die IKI (besser) geschützte Fläche in Hektar, aufgeteilt nach IKI-Förderbereichen. Hinweis: Im Förderbereich „Minderung“ konnte kein Projekt zu diesem Standardindikator berichten.

Seit 2015 haben 32 IKI-Projekte laut eigenen Angaben auf direktem Weg zu einem verbesserten Schutz von Ökosystemen auf einer Fläche von rund 15,7 Millionen Hektar beigetragen. Diese Fläche entspricht ca. der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland. Der Großteil der Gesamtfläche (rund 94%) stammt dabei aus insgesamt 10 Projekten des Förderbereichs „Schutz der biologischen Vielfalt“.

Anzahl der Projekte, die die jeweiligen Maßnahmen einsetzen. (Mehrfachnennung möglich)

Um zu einem besseren Schutz der Flächen beizutragen, setzen die IKI-Projekte in allen Fällen eine Kombination von unterschiedlichen Maßnahmen um. Mehr als die Hälfte aller Projekte geben an, auf die Wiederherstellung von Ökosystemen hinzuwirken. Ebenfalls tragen nahezu die Hälfte der Projekte Berichten zufolge zur Aufforstung (42,8%), verminderten Entwaldung (40,6%) und einem verbesserten Management von Schutzgebieten bei (37,5%). Die Einrichtung bzw. Ausweitung von Schutzgebieten ist eine Maßnahme, die lediglich 5 der 32 Projekte ergreifen (Siehe Säulendiagramm 4). Nahezu die Hälfte aller Projekte (Projektanzahl: 14) arbeitet zudem mit Gebieten, die den Status von offiziellen IUCN Schutzgebietstypen haben. Dabei handelt es sich am häufigsten um Gebiete mit dem Status „Geschützte Landschaft/Geschütztes marines Gebiet“ (Projektanzahl: 10), gefolgt von Ressourcenschutzgebiet mit Management (Projektanzahl: 6) und Nationalparks (Projektanzahl: 5). Viele der Projekte spezialisieren sich dabei nicht auf einen Gebietstyp, sondern arbeiten laut eigenen Berichten am verbesserten Schutz von mehreren IUCN Schutzgebietstypen.

Über Angaben zu Flächen mit verbessertem Schutz hinaus, haben 5 IKI-Projekte außerdem berichtet, dass sie zu einem Schutz von insgesamt 203 Küstenkilometern beigetragen haben. Dies entspricht nahezu einem Drittel der deutschen Nordseeküste. Darunter befinden sich u. a. Ökosystembasierte Anpassungs- (EbA) Projekte mit Fokus auf Mangroven und Dünen als auch Projekte, die zur Verbesserung von Küstenwäldern oder Meeresgebieten arbeiten.

Projektbeispiel

Einordnung der Zahlen

Die IKI fördert eine Vielzahl von Projekten, die effektive Maßnahmen zum Schutz von Ökosystemen umsetzen, die aber nicht zu diesem Indikator berichten können. Denn der Fokus des Indikators liegt auf der Erfassung von Flächen, auf denen Verbesserungen im Zustand von Ökosystemen erzielt wurden (inkl. Vermeidung einer Verschlechterung, wo diese ohne Projekt eingetreten wäre).

Maßnahmen, die ausschließlich auf die Stärkung von institutionellen Kompetenzen und politischen Rahmenwerke abzielen, zahlen nicht auf diesen Indikator ein. Der Grund hierfür, ist die Tatsache, dass die möglichen Wirkungen dieser Maßnahmen auf Ökosysteme meist erst nach der Projektlaufzeit eintreten. Gleichzeitig werden Beiträge von Projekten nicht diesem Indikator zugerechnet, wenn sich diese auf die Entwicklung von Managementplänen für Gebiete beschränken und keine weiteren Maßnahmen zur Umsetzung des Managements von Gebieten ergreifen. Daher bilden die hier vorgestellten Zahlen vermutlich nur einen kleinen Teil der reellen Wirkungen der IKI auf die Qualität der Ökosysteme ab.

Der Link wurde in die Zwischenablage kopiert