Entwaldung und Landnutzungsänderungen beenden
Priorisiertes Handlungsfeld im IKI-Förderbereich Erhalt und Wiederherstellung natürlicher Kohlenstoffsenken (Stand: August 2026)
Durch den Schutz und Erhalt von Wäldern und Mooren lassen sich natürliche Kohlenstoffsenken sichern und negative Klimaauswirkungen vermindern. Ein großer Teil der globalen Entwaldung geht auf Rodungen für die Landwirtschaft zurück. Folglich kann in Ländern mit großen Waldvorkommen über Anreize zum Waldschutz und eine gezielte Ursachenbekämpfung ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.
In diesem Handlungsfeld fördert die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) beispielsweise den Aufbau von entwaldungsfreier Lieferketten, die Umsetzung von REDD+-Maßnahmen und die Bekämpfung von Umweltkriminalität sowie Verbesserungen des Waldmonitorings und soziale und ökologische Schutzbestimmungen. Maßnahmen umfassen beispielsweise Unterstützung bei der Umsetzung nationaler Pläne zur Verhinderung von Entwaldung und Bodendegradation, die Stärkung lokaler Netzwerke und Einkommen indigener, traditioneller und kleinbäuerlicher Gemeinschaften, die Entwicklung innovativer Finanzierungsinstrumente für nachhaltige Landnutzung und Bioökonomie und generell die Ambitionssteigerung im Bereich nahhaltige Waldbewirtschaftung.
Entwaldungsfreie Lieferketten
Die von der Europäischen Union (EU) verabschiedete „EU-Verordnung für entwaldungsfreie Produkte", kurz EUDR, zielt auf die Bekämpfung von Entwaldung für die Erzeugung bestimmter Rohstoffe – aktuell Holz, Kakao, Kaffee, Kautschuk, Palmöl, Soja und Rind – und der daraus hergestellten Erzeugnisse, ab. Unternehmen, die Produkte dieser Kategorien in die EU importieren oder exportieren wollen, werden verpflichtet, eine entwaldungsfreie Lieferkette sicherzustellen.
Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) fördert über verschiedene Projekte den Kapazitätsaufbau bei Kleinproduzent*innen, Kooperativen sowie Import- und Exportunternehmen, damit diese die Anforderungen an die nachhaltige Produktion und Rückverfolgbarkeit in ihren Lieferketten besser erfüllen können. Mithilfe innovativer Finanzinstrumente soll die langfristige Tragfähigkeit der entwaldungsfreien Lieferketten sichergestellt werden. Zudem werden nationale und lokale Regierungen unterstützt, förderliche Rahmenbedingungen für die Umsetzung der EUDR zu schaffen. Durch Verbesserung des Waldmonitorings wird ein Beitrag zum Nachweis intakter Wälder im Umfeld der Anbaugebiete geleistet.
Das REDD+-Rahmenwerk
Das REDD+-Rahmenwerk ist ein internationales Klimaschutzkonzept der UNFCCC, das Entwicklungsländern finanzielle Anreize für den Schutz und die nachhaltige Nutzung ihrer Wälder bietet. In drei Phasen werden so nachgewiesene Emissionsreduktionen honoriert: In Phase 1 werden nationale REDD+-Strategien entwickelt und ein Referenzwert des aktuellen Waldbestands festgelegt. In Phase 2 werden vereinbarte Maßnahmen und Pilotprojekte zur Verringerung von Entwaldung umgesetzt, deren positive Wirkung auf die Emissionsreduktion rückwirkend finanziell entlohnt werden. Die Zahlungen werden über Gewinnverteilungssysteme an die beteiligten Akteure weitergeleitet. Eine Schlüsselrolle bei der Finanzierung übernimmt hier insbesondere der Green Climate Fund (GCF).
Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) hat an der Ausgestaltung des internationalen REDD+-Rahmenwerks mitgewirkt, indem sie Partnerländer dabei unterstützt hat, innovative Lösungen zur Umsetzung von REDD+-Strategien (Phase 2) zu entwickeln und umzusetzen. So konnte ein ergebnisbasiertes REDD+-System aufgebaut werden. Des Weiteren wurden Demonstrationsprojekte über den Aufbau technischen Know-hows und institutioneller Strukturen, Politikberatung und Bereitstellung technischer Expertise bis zum wirksamen Einsatz von Investitionen im Waldsektor und zur Förderung von Wissens- und Erfahrungsaustausch umgesetzt. Auch unterstützt die IKI gezielt die Entwicklung von ökologischen und sozialen Sicherheitsstandards (Safeguards) bei der REDD+-Umsetzung und die Sicherstellung von Co-Benefits für die lokale Bevölkerung für eine nachhaltige Nutzung des REDD+-Konzeptes.
Umweltkriminalität bekämpfen
Zunehmende Umweltkriminalität wie die illegale Entwaldung, Landbesetzung und der illegale Holzeinschlag verstärken die negativen Auswirkungen des Klimawandels und den Verlust von biologischer Vielfalt. Zudem ist illegale Entwaldung eng verflochten mit weiteren kriminellen Handlungen wie illegalem Bergbau, dem Handel mit geschützten Arten, Korruption und Geldwäsche. Auch die sogenannte „Narko-Entwaldung“, im Rahmen derer Gewinne aus dem Drogenhandel in Grundstücksspekulationen, den Agrarsektor, Viehzucht und der damit verbundenen Infrastruktur gewaschen werden, stellt eine wachsende Gefahr für die Wälder Lateinamerikas dar. Umweltkriminalität destabilisiert Ökosysteme und Gesellschaften gleichermaßen.
Um illegale Entwaldung zu bekämpfen, müssen verschiedene Behörden – darunter aus den Bereichen Strafverfolgung, Justiz und Umweltschutz – sowie Zivilgesellschaft und betroffene Gemeinschaften eng zusammenarbeiten. Modernes Waldmonitoring, Datenanalysetools sowie transparente und nachverfolgbare Lieferketten sind dabei effektive Mittel, um den Waldbestand zu schützen.
Die IKI fördert über ein globales Projekt mit INTERPOL und WWF Deutschland die Stärkung der Kapazitäten von Strafverfolgungsbehörden, um operative Maßnahmen und grenzüberschreitende Ermittlungen im Bereich der Umweltkriminalität in den Partnerländern zu verbessern. Gleichzeitig stärkt das Projekt in Peru und Kamerun zivilgesellschaftliche Organisationen, die bei der Aufdeckung von Umweltkriminalität mitwirken.
Umweltkriminalität ist ein zentraler Treiber illegaler Entwaldung, Landnahme und unrechtmäßigem Holzeinschlag. Illegale Entwaldung ist eng verflochten mit weiteren kriminellen Handlungen wie illegalem Bergbau, dem Handel mit geschützten Arten, Korruption und Geldwäsche. Umweltkriminalität destabilisiert Ökosysteme und menschliche Gesellschaften gleichermaßen.
Für die Bekämpfung von illegaler Entwaldung müssen Behörden, Zivilgesellschaft und betroffene Gemeinschaften eng zusammenarbeiten. Modernes Waldmonitoring, Datenanalysetools sowie transparente und nachverfolgbare Lieferketten sind dabei effektive Mittel, um den Waldbestand zu schützen.
Ausgewählte Projekte
- Wiederherstellung von Waldlandschaften durch eine nachhaltige Wertschöpfungskette für Energieholz
- Wiederherstellung von Waldlandschaften durch PPPs in Asien
- Umsetzung nachhaltiger Landnutzungssysteme für den Erhalt von Wäldern, den Schutz des Klimas (REDD+) und zur Unterstützung des Friedensprozesses in Kolumbien
- Beitrag zur Beschleunigung der Umsetzung von REDD+ in Afrika
- Wiederaufbau von Waldlandschaften in Zentralamerika und der Karibik und Umsetzung des Grünen Entwicklungsfonds für Zentralamerika (REDD Landscape)
- Einhaltung von EU-Richtlinien mit Auswirkungen auf die Landschaft: Klimaresilienz und Naturschutz durch EU-konforme, nachhaltige landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten und Maßnahmen auf Landschaftsebene in Südamerika erreichen
- Förderung entwaldungs- und umwandlungsfreier Lieferketten von Agrarrohstoffen in Lateinamerika
- Corona-Pandemie: Förderung entwaldungsfreier Lieferketten in Afrika
Förderbereich
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