Wie die IKI Monitoring und Evaluierung einsetzt

Auf der ganzen Welt arbeiten Projekte mit vielfältigen Maßnahmen daran, den Klimawandel und den Verlust der biologischen Vielfalt zu mindern oder die Gegebenheiten den Folgen des Klimawandels anzupassen. Ein staatliches Förderprogramm muss dabei stets im Blick behalten, ob sinnvolle, wirtschaftliche und geeignete Maßnahmen in hoher Qualität umgesetzt werden; ob Projekte ihre vereinbarten Ziele erreichen. Wichtig sind dabei auch der Weg der Zielerreichung sowie Sicherungsmaßnahmen, die soziale, ökologische und wirtschaftliche Nachteile in der Projektregion vermeiden. Nicht zuletzt ist die Dokumentation wichtig, was aus einem Projekt für die Zukunft gelernt werden kann. Über Monitoring und Evaluierung kann diesen Aspekten mit verschiedenen Methoden und Formaten auf den Grund gegangen und gewonnene Erkenntnisse für verschiedene Zielgruppen aufbereitet werden.

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) arbeitet wirkungs- und qualitätsorientiert. Sie verfolgt mit Monitoring und Evaluierung zwei übergeordnete Ziele: Rechenschaftslegung und wirkungsorientierte Steuerung. Zum einen sind alle IKI-Durchführungspartner verpflichtet, den Fortschritt ihrer Projektumsetzung und Zielerreichung laufend zu überprüfen (Wirkungsmonitoring). Zusätzlich finden unabhängige Evaluierungen für ausgewählte Projekte statt. Beides ermöglicht der IKI, hinsichtlich des Erfolgs ihrer Arbeit, Rechenschaft abzulegen. Zum anderen sind Monitoring und Evaluierung ein guter Ausgangspunkt, die eigene Arbeite kritisch zu hinterfragen, was in Strategien und bessere Entscheidungen für Projektplanung und Steuerung einfließen kann.

Monitoring und Evaluierung in der IKI geht dabei über die reine Erfolgskontrolle und Qualitätssicherung hinaus. Sie untersuchen, welche nachweisbaren Beiträge IKI-Projekte zum Schutz von Klima und Biodiversität sowie besserer Klimafolgenanpassung leisten. Evaluierungsergebnisse unterstützen ein auf wissenschaftlichen Fakten basierendes Verständnis darüber, welche Ansätze im jeweiligen Kontext vor Ort besonders wirksam sind und wie Projekte verbessert werden können. Dabei bleibt es methodisch anspruchsvoll, systematisch Daten zu erheben und zu bewerten, da die Beiträge der IKI-Projekte zu komplexen Wirkungen weltweit und in Partnerländern schwierig zu messen sind.

In ihren Vorgaben zu Monitoring und Evaluierung bezieht sich die IKI auf internationale Standards. So orientieren sich zum Beispiel alle Projektevaluierungen der IKI grundsätzlich an den Kriterien und Qualitätsstandards für die Entwicklungsevaluierung des Entwicklungshilfeausschusses der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Wirkungsmonitoring als Teil des Projektmanagements

Noch vor ihrer Umsetzung führen IKI-Projekte Problemanalysen durch und definieren entsprechend individuelle Projektstrategien und Indikatoren. Diese dienen der Projektsteuerung und werden im Rahmen regelmäßiger Berichterstattung während der Projektlaufzeit als Erfolgskontrolle nachverfolgt. Beides bildet zudem die Grundlage für anschließende Evaluierungen und Reflexionsprozesse.

Portfolioübergreifende Wirkungszahlen auf Grundlage der IKI-Standardindikatoren

Mangroven
Mit IKI-Mitteln neu aufgeforstete Flächen werden vom Standardindikator „Ökosysteme“ erfasst.

IKI-Standardindikatoren helfen, projektübergreifend Daten zu den wichtigsten Kernthemen der IKI zu erheben und ein aggregiertes Fortschrittsbild zu gewinnen. Die IKI-Standardindikatoren umfassen folgende Schwerpunkte:

  • SI 1 Minderung: Menge der Treibhausgasemissionen, die direkt oder indirekt durch Projektmaßnahmen reduziert wurden
  • SI 2 Ökosysteme: Fläche von Ökosystemen unter verbessertem Schutz oder nachhaltiger Nutzung durch Projektmaßnahmen
  • SI 3 Anpassung: Anzahl der Personen, die durch Projekte darin unterstützt wurden, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen
  • SI 4 Kompetenzen: Anzahl der Personen, die direkt von Projekten unterstützt wurden, an Vernetzung und Weiterbildung im Sinne des Klimaschutzes, der Klimaanpassung und des Biodiversitätserhalts teilzunehmen
  • SI 5 Klimafinanzierung: Höhe privater und/oder öffentlicher Gelder, die für Klimamaßnahmen oder Biodiversitätserhalt gehebelt wurden (in EUR)

Abschlussreviews von Projekten

Der bilanzierende Blick auf den Erfolg von Projekten bei deren Beendigung spielt eine große Rolle in der IKI.

Ältere IKI-Projekte wurden in den Jahren 2010-2012 im Rahmen von zwei großen und unabhängig durchgeführten Evaluierungszyklen ausgewertet. Im ersten IKI-Evaluierungszyklus  wurden 115 frühe IKI-Projekte in Projektevaluationen untersucht. Zudem wurde die IKI in ihrer Ganzheit evaluiert. Im zweiten IKI-Evaluierungszyklus wurden 194 Evaluationen von Projekten durchgeführt, ergänzt durch abschließende Querschnittsanalysen.Die Evaluationsberichte der Projekte werden auf den jeweiligen IKI-Projektseiten veröffentlicht. Diese können über die IKI-Projektdatenbank abgerufen werden.

Seit Herbst 2021 untersucht der dritte IKI-Evaluierungszyklus alle Projekte, die zwischen 2020 und 2024 enden, jeweils etwa sechs bis zwölf Monate nach ihrem Abschluss. Die insgesamt etwa 280 Einzelprojektevaluierungen werden in Form kurzer Abschlussreviews umgesetzt und ihre Berichte veröffentlicht.

Zwischenevaluierungen und begleitende Wirkungsevaluierungen

Mit dem steigenden Anspruch des IKI-Portfolios, geeignete Lösungen für einen dynamischen Klimawandel umzusetzen, wandeln sich auch die Fragen, die eine IKI-Evaluierung beantwortet, sowie dafür eingesetzte Methoden und Formate.

Nach der Reform der IKI im Jahr 2017 hin zu großvolumigen Projekten wurden die rückblickende (ex-post) Evaluierung von Einzelprojekten um Zwischenevaluierungen im Projektverlauf ergänzt. Diese werden von der zentralen Monitoring- und Evaluierungseinheit der IKI unter Beteiligung der Durchführungsorganisationen konzipiert und von externen Evaluierungsteams durchgeführt. Die Zwischenevaluierungen stellen fest, inwiefern sich laufende Projekte auf einem guten Weg befinden, ihre Ziele im Bereich Klimaschutz, Anpassung an die Folgen des Klimawandels, natürliche Kohlenstoffsenken/REDD+ und Schutz von Biodiversität zu realisieren. Die Zwischenevaluierungen erheben auch, welche Projektaktivitäten nachweislich zu den gewünschten Veränderungen beitragen und wo eine Neu- bzw. Umorientierung notwendig ist. Gewonnene Erkenntnisse fließen direkt in das Projektmanagement für die zweite Projekthälfte ein.

Die IKI nutzt außerdem begleitende Wirkungsevaluierungen für ausgewählte Projekte mit besonders hohem Lern- oder Skalierungspotenzial. Dabei steht den Durchführungsorganisationen der Projekte ein Team externer Evaluierungsexpert*innen zur Verfügung, um von Beginn an die Projektwirkungen zu untersuchen, zu reflektieren und stärker in die laufende Projektumsetzung sowie die Steuerung der IKI zu integrieren.

Projektübergreifende Evaluierungen und Analysen

Übereinandergelegte Hände
Gemeinsam zu arbeiten und voneinander zu lernen, ist ein Kernelement der IKI.

Die IKI möchte Lösungen für Herausforderungen anbieten, die regelmäßig den Einflussbereich einzelner IKI-Projekte übersteigen.

Um einen strategischen Blick über Einzelprojekte hinaus zu gewinnen, wird die Evaluierungsarbeit zu Projekten durch strategische Evaluierungen und Analysen zu projektübergreifenden Fragestellungen ergänzt.

Wissensmanagement in der IKI

Monitoring und Evaluierung in der IKI sind eingebettet in einen Prozess des Wissensmanagements. Damit werden relevante Fragestellungen identifiziert und gewonnene Erkenntnisse mit allen relevanten Nutzer*innen reflektiert und an sie kommuniziert. Ein Beispiel dafür sind die IKI Brown Bag Lunches, die Stakeholder aus den relevanten Sektoren einladen, projektübergreifende Themen mit der IKI zu diskutieren.

Darüber hinaus veröffentlicht die IKI auf ihrer Website regelmäßig Meldungen zu Projekterfolgen und wichtige Publikationen, die zur Verbreitung von wirksamen Ansätzen zu den unterschiedlichen Herausforderungen im Klima- und Biodiversitätsschutz beitragen. Eine umfassende Projektdatenbank ermöglicht eine detaillierte Recherche im IKI-Projektportfolio und eine Vernetzung von Akteur*innen für eine noch effektivere Arbeit.