Einhaltung von EU-Richtlinien mit Auswirkungen auf die Landschaft: Klimaresilienz und Naturschutz durch EU-konforme, nachhaltige landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten und Maßnahmen auf Landschaftsebene in Südamerika erreichen

In Kombination mit politischen Maßnahmen können entwaldungsfreie Lieferketten helfen Entwaldung und somit Emissionen und Biodiversitätsverlust zu mindern und nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Das Projekt setzt sich für innovative Instrumente ein, um die Einhaltung der EU-Verordnung und weiterer Nachhaltigkeitsstandards sicherzustellen. Im Fokus stehen Rohstoffe wie Soja, Palmöl und Rindfleisch, deren Produktion Wälder bedroht. Gleichzeitig wird der wirtschaftliche Wert von Kaffee, Kakao und Rindfleisch gesteigert um wirtschaftlichen Mehrwert zu erzielen und Biodiversität zu fördern. Die Landschaftszerstörung wird reduziert, die Wiederherstellung von Ökosystemen verbessert und soziale Gerechtigkeit durch die Integration von Wertschöpfungsketten, einem Landschaftsansatz und günstige Rahmenbedingungen gefördert. Das Projekt wird in Argentinien, Kolumbien, Paraguay und Peru durchgeführt und soll dazu beitragen die Beziehungen zwischen Europa und Südamerika nachhaltig zu fördern.

Projektdaten

Länder
Argentinien, Kolumbien, Paraguay, Peru
IKI Förderung
12.600.000,00 €
Laufzeit
04/2025 bis 09/2030
Status
laufend
Durchführungs -organisation
International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) - Switzerland
Politischer Partner
  • Ministry of Agricultural Development and Irrigation, MIDAGRI - Peru
  • Ministry of Agriculture and Rural Development - Colombia
  • Ministry of Commerce, Industry and Tourism (MinComercio) - Colombia
  • Ministry of Environment and Sustainable Development (MADES) - Paraguay
  • Ministry of Foreign Trade and Tourism, MINCETUR - Peru
  • National Forest and Wildlife Authority (SERFOR) - Peru
  • Undersecretariat of Environment and Sustainable Development - Argentina
Durchführungspartner
  • Center for International Forestry Research (CIFOR)
  • Conservation and Sustainable Development Foundation – FDSC (Colombia)
  • Fundación Vida Silvestre Argentina - Argentinien
  • Guyra Paraguay
  • IUCN National Committee of the Netherlands

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Regional:
    • Der Projektauftakt-Workshop fand in Quito, Ecuador (21–24 April 2026), mit allen Konsortialpartnern statt. Dabei wurden die Beiträge zu den fünf Projektergebnissen (Outputs), die vierstufige Governance-Struktur sowie die übergreifenden Ansätze zu Gender, Schutzmaßnahmen, Monitoring und Kommunikation aufeinander abgestimmt. Anschließend fand der Planungsworkshop für Arbeitspaket 2 (Landschaften) in Bogotá, Kolumbien (7–10 Juli 2026), statt. Dieser befasste sich mit der technischen Dimension des Arbeitspakets, das Maßnahmen zur Landschaftserhaltung und -wiederherstellung mit innovativen Finanzierungslösungen und einem Gender-Ansatz unter den Outputs III und IV verbindet: Die Partner einigten sich auf eine gemeinsame Definition von Landschaft, auf differenzierte Umsetzungsmodelle für den Chaco und den Amazonas sowie auf Fahrpläne für Governance-Mechanismen, eine gendersensible Wiederherstellungsplanung und die Entwicklung von Business Cases. Ein technisches Planungstreffen des Konsortiums für 2027–2028 wird im November 2026 in Paraguay stattfinden und von Guyra Paraguay ausgerichtet. Es verbindet die operative Planung für alle drei Arbeitspakete mit einer Feldanalyse der Soja- und Rindfleischproduktionssysteme des Chaco sowie deren Rückverfolgbarkeit und Wiederherstellungspotenzialen.
  • Argentinien:
    • Die strategische Zusammenarbeit mit wichtigen Akteuren zur Unterstützung entwaldungsfreier landwirtschaftlicher Lieferketten wurde gestärkt, darunter WWF Deutschland, GIZ, der Round Table on Responsible Soy (RTRS) und IUCN Niederlande. In den Gesprächen wurden Synergien mit dem IKI-Projekt Trade4EU, Möglichkeiten zur Abstimmung des RTRS-Standards mit der Entwaldungsverordnung der Europäischen Union (EUDR) sowie ein potenziell erweiterter Einsatz von MapBiomas zur Überwachung von Landnutzungsänderungen identifiziert.
  • Kolumbien:
    • Es wurden strategische Beziehungen zu wichtigen Akteuren entlang der gesamten Kakaowertschöpfungskette aufgebaut, darunter die Nationale Föderation der Kakaoproduzenten (Fedecacao), der Nationale Wirtschaftsverband Kolumbiens (ANDI), Compañía Nacional de Chocolates, Casa Luker (kolumbianischer Kakaoverarbeiter und Schokoladenhersteller sowie einer der beiden größten Kakaokäufer des Landes), EFI (European Forest Institute; unterstützt die Arbeit zur EUDR-Rechtskonformität und Sorgfaltspflicht gemeinsam mit der EU-Delegation in Kolumbien) und APSColombia (die nationale Plattform Kolumbiens für nachhaltiges Palmöl). Diese Partnerschaften bieten eine solide Grundlage, um Produzenten und Unternehmen in die Projektumsetzung einzubinden.
    • Es wurden geeignete Erzeugerorganisationen für eine Zusammenarbeit identifiziert. Dadurch entstehen Möglichkeiten, angemessene Anreize und Unterstützung an Produzenten und Verbände weiterzuleiten, die daran arbeiten, die Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit von Kakaowertschöpfungsketten zu verbessern.
  • Paraguay:
    • Das Register für die sozioökologische Rückverfolgbarkeit von Rinderhaltungsbetrieben (RETSA-Carne) wurde im April 2026 unter der Leitung des Ministeriums für Industrie und Handel (MIC) offiziell eingeführt. Dies stellt einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu mehr Rückverfolgbarkeit und sozioökologischer Transparenz in der Rindfleischwertschöpfungskette dar.
    • Das Projektteam wurde vollständig aufgebaut und ausgestattet, wodurch die Umsetzung und die technische Unterstützung der Rückverfolgbarkeitseinheit (UET) des MIC ermöglicht wurden.
    • In den Zielregionen wurden fünf Informations- und Schulungsworkshops zu RETSA-Carne mit Rinderproduzenten durchgeführt, um das Bewusstsein für das neue Rückverfolgbarkeitssystem und dessen Nutzung zu fördern.
    • Vier Sensibilisierungsveranstaltungen bezogen öffentliche und private Akteure des Sojasektors ein und stärkten die Unterstützung für nachhaltigere und besser rückverfolgbare Produktions- und Lieferketten.
  • Peru:
    • Das Projekt wurde dem regionalen technischen Kaffeerundtisch von San Martín vorgestellt und damit der Austausch mit wichtigen Akteuren des Kaffeesektors eingeleitet. Ein Feldbesuch bei der Allima Cacao Cooperative in Chazuta am 5. Mai 2026 stärkte darüber hinaus die direkte Zusammenarbeit mit Erzeugerorganisationen und zeigte Möglichkeiten auf, entwaldungsfreie landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten voranzubringen.

Letzte Aktualisierung:
11/2026

Legende:

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Meldungen zum Projekt

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