IKI-Förderbereich: Minderung von Treibhausgasemissionen

Weichen stellen für weltweite Klimaneutralität bis 2050 mit Fokus auf Energie, Industrie und Mobilität (Stand: Mai 2024)

Das Übereinkommen von Paris fordert, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius und möglichst unter 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, um die Folgen des Klimawandels so gering wie möglich zu halten. Dieses Ziel zu erreichen, setzt eine grundlegende Umstrukturierung von Wirtschaft und Gesellschaft voraus mit einer vollständigen Dekarbonisierung bis zur Mitte des Jahrhunderts. 

Die Ansätze der IKI zur Minderung von Treibhausgasen ab 2024

Als übergreifende Ziele verfolgt die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) dabei die Finanzierung der sozial-ökologischen Transformation, die Flankierung der internationalen Verhandlungsprozesse und die nachhaltige und klimagerechte Entwicklung urbaner Räume. 

Um die nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) im Rahmen der Agenda 2030 zu erreichen, sind zudem die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgasen und zur Anpassung an den Klimawandel sowie weitere Entwicklungszielen zu bedenken. 

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) unterstützt ihre Partnerländer unter anderem bei der Entwicklung und Umsetzung innovativer Instrumente zur Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen und des dafür notwendigen Rahmens. Das Ziel ist eine Transformation hin zu einer nachhaltigen und treibhausgasneutralen Wirtschafts- und Versorgungsstruktur. 

Die vier priorisierten Handlungsfelder im Förderbereich Minderung

In der Strategie der Internationalen Klimaschutzinitiative bis 2030 sind vier priorisierte Handlungsfelder im Förderbereich Minderung definiert: 

1. Ambitionssteigerung

Auf der Ebene der politischen Steuerung unterstützt die IKI ihre Partnerländer bei der ambitionierten Weiterentwicklung und Umsetzung der nationalen Klimaschutzbeiträge (NDCs) und Langfriststrategien (LTS). 

[Lesen Sie mehr zum Thema Ambitionierte Klimapolitik ...]

2. Energiewende

Um eine globale Energiewende zu erreichen fördert die IKI den Ausbau von erneuerbaren Energien, die Steigerung der Energieeffizienz, den Ausbau von Energiespeichern, den Netzausbau und die Sektorenkopplung, also die Nutzung von erneuerbaren Energien für die Verwendung von Wärme, Kälte oder Antrieben. 

[Lesen Sie mehr zum Thema Energiewende ...]

3. Dekarbonisierung der Industrie

Im Handlungsfeld Dekarbonisierung der Industrie sieht die IKI insbesondere in ihren Schwerpunktländern erhebliche Potenziale für die Minderung von Treibhausgasen. Instrumente sind hier zum Beispiel das Setzen von Standards und Accounting Frameworks, Politikfeldentwicklung, Carbon Border Adjustment Mechanisms (CBAM), grünes Beschaffungswesen sowie CO2-Bepreisungsinstrumente für die Industrie. 

[Lesen Sie mehr zum Thema Kohlenstoffmarkt – Handel mit Treibhausgasemissionen ...]

4. Verkehrswende

Mit Blick auf die globale Verkehrswende liegt ein Fokus der IKI auf der sogenannten Antriebswende (zum Beispiel vom Verbrenner zur Elektromobilität) in Ergänzung zu Konzepten der Verkehrsvermeidung und –verlagerung. Ansatzpunkte sind unter anderem robuste MRV-Systeme für den Verkehrsbereich, die Integration in NDCs und die Entwicklung ambitionierter Regularien. Die direkte Umsetzung erfolgt durch lokal anwendbare Pilotmaßnahmen. 

[Lesen Sie mehr  zum Thema Verkehrswende ...]

Weitere Eckpunkte für die Projektarbeit

Der Mobilisierung privaten Kapitals kommt im Förderbereich Minderung eine besonders wichtige Rolle zu; sie sollte in sehr vielen Projekten berücksichtigt werden. Ebenso minderungsrelevant sind der Landnutzungssektor, beispielsweise durch die Landwirtschaft, sowie der Finanzsektor. 

Die Entwicklung einer klima- und ressourcenschonenden Kreislauf- und Abfallwirtschaft trägt - genauso wie die Etablierung nachhaltiger Produktions- und Konsumweisen - ebenfalls dazu bei, die Klimaziele zu erreichen.

Die IKI unterstützt zudem in ihren Partnerländern die Entwicklung von Systemen zur Messung, Berichterstattung und Verifizierung (MRV) sowie - im Sinne des Pariser Abkommens - zur Transparenz von Treibhausgasemissionen, zur Umsetzung konkreter Minderungsaktivitäten und für den Umbau der Finanzinstitutionen.

Die Verzahnung von Minderungsaktivitäten mit Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und/oder zum Schutz der Biodiversität wird in der IKI ausdrücklich begrüßt.

Methodisch stehen im Förderbereich Minderung politische Beratung, Kapazitätsaufbau, Technologiekooperationen, Projektvorbereitung sowie die Mobilisierung privaten Kapitals im Mittelpunkt.

Auf einen Blick

Von 2008 bis März 2024 wurden im Förderbereich „Minderung von Treibhausgasemissionen“ insgesamt rund 624 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 2,8 Milliarden Euro bewilligt. 

Kurz erklärt: CBAM

Für faire Wettbewerbsbedingungen zwischen europäischen Produzenten, die dem europäischen CO₂-Zertifikatehandel unterliegen, und Importeuren aus Drittstaaten, wird ein CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM) eingerichtet. Damit bekommen in Zukunft auch die CO₂-Emissionen bestimmter energieintensiver Produkte, die in die EU importiert werden, einen Preis. 

Lesen Sie mehr zum CBAM auf der Wesbsite des BMWK

Querschnittsthemen der IKI

Internationale Verhandlungsprozesse flankieren

Finanzierung der sozial-ökologischen Transformation

Nachhaltige und klimagerechte Entwicklung urbaner und stadtnaher Räume

Ein Zug fährt über eine Brücke. Dahiter sind Wolkenkratzer zu sehen.

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